1. BC Düren: Vom „Final-Four“ direkt in die Bezirksliga

Von: Kevin Teichmann
Letzte Aktualisierung:
14428434.jpg
Weil das Zuschauerinteresse selbst in der überaus erfolgreichen Saison 2016/17 überschaubar war, wollten die Sponsoren des BC Düren ihre Zuwendungen in Zukunft kürzen. Foto: Haeming
14428475.jpg
Daraufhin zogen der Vorsitzende Rolf Pütz (l.) und seine Vorstandskollegen die Reißleine. Foto: Haeming

Düren. Am zweiten Mai-Wochenende hat der 1. BC Düren die große Chance, Deutscher Meister zu werden. Ob sich Düren beim „Final-Four“-Turnier im Halbfinale gegen Bischmisheim und im möglichen Finale gegen Refrath oder Trittau durchsetzen kann, wird sich zeigen, und auch ein wenig von der Tagesform abhängen. Klar dagegen ist, dass die Rurstädter in der kommenden Spielzeit nicht mehr in der höchsten deutschen Spielklasse beheimatet sein werden.

Der Verein zieht sich zurück in die Bezirksliga, in der 2003 die fast unglaubliche Erfolgsgeschichte des BC begann. Aktuell spielt die Dürener Zweitvertretung in dieser Spielklasse.

Zu wenig Zuschauer

In sieben Jahren feierten die Dürener fünf Aufstiege. Jahr für Jahr erreichte die Mannschaft danach auch in der Bundesliga in fünf Spielzeiten immer bessere Platzierungen. „Nun schließt sich der Kreis in gewisser Form auch wieder. Ich könnte mehrere Bücher über all' das schreiben, was wir hier erlebt haben. Wir wollten eine gewisse Aufmerksamkeit für den Badminton-Sport erreichen – und das haben wir auch geschafft“, meint Rolf Pütz, Vereinsvorsitzender des 1. BC.

Die Hintergründe für den Rückzug zur kommenden Spielzeit skizziert Pütz wie folgt: „Da wir erfolgreich in der 1. Badminton-Bundesliga agieren wollten, hätten wir einen ausreichenden Etat benötigt. Dieser konnte für die kommende Saison bis zum Stichtag 15. April nicht gewährleistet werden. Darüber hinaus fehlte uns auch eine mittelfristige Planungssicherheit. Ein weiterer wichtiger Grund ist das mangelnde Zuschauerinteresse für die Badminton-Bundesliga. In den fünf Jahren unserer Zugehörigkeit war für uns leider keine positive Zuschauerentwicklung feststellbar.“

So liefen einige Verträge von Hauptsponsoren aus, die sich zwar weiter engagieren wollten. In den neuen Verträgen aber seien „gravierende Kürzungen der Gelder“ vorgenommen worden, berichtet Pütz. „Ich möchte keine genauen Zahlen nennen. Allerdings ist dadurch über ein Drittel unseres Gesamtetats weggebrochen“, verdeutlicht Pütz die finanzielle Entwicklung. Die Bereitschaft der Sponsoren, sich finanziell geringfügiger zu engagieren, führt Pütz auf das mangelnde Zuschauerinteresse zurück. „Sponsoren gucken natürlich auch auf die Zuschauerzahlen.“

Der aus dem Publikumsbesuch zu erwirtschaftende Erlös sei im Etat verschwindend gering. „Aus sporttechnischer Sicht befinden wir uns im falschen Land. In den asiatischen Ländern füllt Badminton riesige Hallen. Dort gibt es auch einige Spieler, die Millionäre sind“, sagt Pütz und wagt auf der Suche nach den Ursachen auch den Blick auf den anderen Kontinent. Generell seien Rückschlagsportarten in Asien populärer. „Woran es genau liegt, dass das in Deutschland nicht so ist, kann ich nicht sagen. Ich möchte auch keine Kritik üben, weil wir selbst auch kein Patent-Rezept oder eine Alternative bieten könnten“, sagt Pütz.

Millionäre konnten die Dürener Spieler in ihrer Karriere nicht werden, aber auch ihre Ansprüche seien angesichts der Top-Leistungen in dieser Spielzeit „berechtigterweise gestiegen“. Selbst bei gleichbleibendem Etat hätte der 1. BC nicht alle Akteure halten können, aber zumindest eine Perspektive in der Bundesliga gehabt.

So hat Düren mit der Rückkehr in die Bezirksliga „eine sachliche Entscheidung“ getroffen. „Wir bleiben im Vorstand auch in der aktuellen Konstellation zusammen. Spaß macht die ehrenamtliche Arbeit auch ein paar Ligen tiefer“, meint Pütz mit „einem weinenden, aber auch mit einem lachenden Auge“ mit Blick in die Zukunft.

Bevor es soweit ist, können die Dürener jedoch den Bundesliga-Schlusspunkt noch in einen letzten sportlichen Höhepunkt verwandeln.

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert