Die Westkampfbahn soll wieder in altem Glanz erstrahlen

Von Franz Sistemich | 03.09.2010, 17:45

Düren. In luftiger Höhe bewegen sich vorsichtig drei Dachdecker. Ihre Aufgabe ist es nicht, ein Dach zu decken. Zumindest gilt diese Aussage für die ersten Arbeitsschritte. Denn das Dach ist marode, es muss zunächst einmal abgetragen werden. Ort des Geschehens: die Westkampfbahn an der Mariaweiler Straße.
1914 ist die Tribüne gebaut worden, das Dach ist schon seit vielen Jahren undicht, immer wieder notdürftig repariert worden. Nun machen die Verantwortlichen der SG Düren 99 und des GFC Düren 09 ernst: Sie stecken auch mit Unterstützung von etlichen Sponsoren Geld in die Westkampfbahn.

So erhält die Tribüne ein neues Dach, so werden die Umkleideräume auch mit großem ehrenamtlichen Engagement der Mitglieder neu gefliest und gestrichen.

Geschehen ist schon einiges auf dem Gelände der altehrwürdigen Anlage: Rollrasen ist besonders in den Strafräumen des bis dato sehr vernachlässigten Hauptplatzes verlegt worden. Die Außenmauern werden auch mit Hilfe des Sozialwerks Dürener Christen wieder vernünftig hergerichtet.

Frage Stadioneubau

Den Grund für die Aktivitäten erläuterten am Freitag die ersten Männer der SG Düren 99 und des GFC: «Wir wollen, dass die Westkampfbahn wieder eine vernünftige Spielstätte für die Fußballer und die Zuschauer wird», sagten Dr. Josef Schaefer und Henner Schmidt. Ab Sonntag wird die Landesliga-Mannschaft des GFC Düren 09 an der Mariaweiler Straße ihre Heimspiele austragen, obwohl Platz und Umkleiden noch nicht optimal sind.

Die Verantwortlichen geben jetzt Geld aus, um die Anlage zu ertüchtigen, obwohl immer noch der Plan eines Stadionneubaus aktuell ist. In der kommenden Woche wird Landrat Wolfgang Spelthahn bei der Landesregierung in Düsseldorf eruieren, wie ist mit der Bereitschaft von Rot-Grünbestellt ist, öffentliche Mittel für das 15-Millionen-Projekt zur Verfügung zu stellen.

Für Josef Schaefer, der mit zwei weiteren 99ern und dem Verein Eigentümer der Westkampfbahn ist, steht jedenfalls fest: «Spätestens am 31. Dezember muss geklärt sein, ob das Stadion kommt oder eine Fata Morgana bleibt. Wir können die Westkampfbahn nicht weiter verkommen lassen.» Deshalb haben sie schon jetzt Geld in die Hand genommen und mit Arbeiten begonnen, damit Schritt für Schritt der Weg zu einem Verein auf zwei Sportstätten zurückgelegt werden kann, zumal für den Bau der B399n die Platzanlage des GFC Düren 09 benötigt wird.

In einem weiteren Schritt wird in nächster Zukunft ein Kooperationsvertrag, der schon ausgearbeitet ist, unterschrieben. In Kürze will Insolvenzverwalter Helmut Irmen sich auch zum aktuellen Verfahrensstand des insolventen Vereins äußern. Henner Schmidt ist jedenfalls optimistisch ob des Ausgangs des Verfahrens.

Nach positiven Abschluss des Insolvenzverfahrens wollen die beiden Vorsitzenden ihre Vereine zu einem Klub verschmelzen. Doch dies soll nicht überstürzt geschehen, sondern die Mitglieder überzeugt werden, dass eine Fusion der richtige Weg ist. Auch in dieser Beziehung sind Schaefer und Schmidt optimistisch. Und so arbeiten sie weiter an einer Ertüchtigung der Westkampfbahn, auf der einst ein Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern 17.000 Zuschauer sahen.