Busfahrer lässt 16-Jährigen nachts stehen

Von Christoph Lammertz | 14.12.2009, 19:00

Düren. Der Nachtbus, den die Dürener Kreisbahn einsetzt, ist ohne Zweifel ein sinnvolles Angebot. Er soll es vor allem Jugendlichen ermöglichen, am Wochenende auch zu vorgerückter Stunde noch sicher und günstig nach Hause zu kommen.
Das wollte auch der 16-jährige Markus Rövenich, als er am vergangenen Wochenende um 23.50 Uhr am Kaiserplatz in den Nachtbus stieg.

Er kam von einer Juso-Sitzung in der Innenstadt und wollte nun ins Elternhaus nach Merken zurück. Doch daraus wurde nichts.

Weil er den einen Euro, den er als Nachtbus-Zuschlag auch als Besitzer einer Schülerfahrkarte zahlen muss, nur in vielen kleinen Cent-Münzen hatte, verweigerte der Busfahrer dem 16-Jährigen die Mitnahme. Auch durch Markus' Hinweis, er habe kein Handy dabei und sei deshalb gezwungen, zu Fuß nach Hause zu gehen, ließ sich der Busfahrer nach Darstellung des Jugendlichen nicht erweichen.

Markus trat also zu Fuß den Heimweg an - und es kam, wie es beinahe kommen musste: In Höhe des Nordparks wurde der junge Merkener von einer Gruppe Jugendlicher belästigt und geschlagen. Dabei trug er eine leichte Verletzung am Ohr davon und Schrammen von seinem Sturz auf die Straße.

Markus und sein Vater Helmut Rövenich erstatteten inzwischen Anzeige wegen Körperverletzung bei der Polizei. «Dort war man - vorsichtig ausgedrückt - sehr erstaunt über das Verhalten des Busfahrers», berichtete Helmut Rövenich. Die Reaktion der Polizisten habe seinen Eindruck bestätigt, dass es «moralisch völlig unverständlich ist, den Jungen nicht mitzunehmen, auch wenn es bei der DKB eine Dienstanordnung bezüglich der kleinen Münzen geben sollte».

DKB bedauert den Vorfall

Eine solche gibt es aber nicht. «Kleingeld ist auch Geld. Unsere Fahrer sind nur angehalten, die Annahme sehr großer Scheine zu verweigern», sagte DKB-Geschäftsführer Bernd Böhnke der DZ und stellte unmissverständlich fest: «Der Busfahrer hat falsch gehandelt.» Der Subunternehmer, der diesen Nachtbus für die Kreisbahn eingesetzt hatte, habe eine Abmahnung erhalten, nachdem der Fahrer die Schilderung des Jugendlichen in weiten Teilen bestätigt hatte. Lediglich der Aussage des 16-Jährigen, er habe darauf hingewiesen, dass er ohne Handy seine Eltern nicht anrufen könne, widersprach der Fahrer. Der Junge habe sich sofort rumgedreht und sei gegangen, sagte er.

Das ändert für Bernd Böhnke aber nichts daran, dass das Verhalten des Busfahrers «inakzeptabel» ist. Das werde er auch Markus Rövenich und seinen Eltern gegenüber zum Ausdruck bringen, kündigte der DKB-Geschäftsführer an. Damit ist die Sache für Markus erledigt: «Mir geht es nur darum, dass so etwas nicht mehr vorkommt. Mein Vorfall mit den anderen Jugendlichen war ja eher harmlos. Es könnte aber durchaus auch Schlimmeres passieren.»