Aachen - Zweites Kongresshaus im Aachener Stadtpark?

Zweites Kongresshaus im Aachener Stadtpark?

Von: Albrecht Peltzer
Letzte Aktualisierung:
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Standort für ein zweites Kongresshaus an der Monheimsallee? Das Eurogress will eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, ob das Grundstück über der Tiefgarage bebaut werden kann. Foto: Michael Jaspers
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Standort für ein zweites Kongresshaus an der Monheimsallee? Das Eurogress will eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, ob das Grundstück über der Tiefgarage bebaut werden kann. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Ein Museum sollte dort stehen, später das Haus für Musik – doch der Platz über der Tiefgarage an der Monheimsallee ist nach wie vor Grünfläche. Museumspläne und Musikhauswünsche blieben unerfüllt. Doch jetzt bekommen Ideen, das Grundstück zu bebauen, neue Nahrung.

Das Eurogress will eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, genau dort eine Zweigstelle des Kongresskomplexes zu errichten.

„Wir sind da ganz am Anfang“, sagte Eurogress-Geschäftsführerin Kristina Wulff am Montag gegenüber der AZ. Aber Fahrt in das Projekt möchte sie schon bringen. Aus bekanntem Grund. Das Eurogress platzt aus den sprichwörtlichen Nähten. Seit Jahren mahnen die Verantwortlichen eine Erweiterung an. Doch wo?

Da Westspiel angekündigt hat, das Kurhaus weiter nutzen zu wollen und der Glücksspiel-Tempel, um ein Varieté bereichert, wieder mehr Besucher anziehen soll, scheitert die Option, in unmittelbarer Nachbarschaft Kongressgeschäft zu betreiben. Auch auf das Knappschaftsgebäude an der Monheimsallee hatte das Eurogress ein Auge geworfen. Der Komplex ist aber mittlerweile an einen privaten Investor verkauft. Bleibt nur der Neubau im Park? Wulff: „Erst müssen wir alle Fakten sammeln, was geht und was nicht geht.“

Gar nicht geht im Moment die Realisierung von 128 Veranstaltungen. So viele Absagen hat Wulff seit Mai vergangenen Jahres erteilen müssen. 15 im vergangenen Jahr, 69 in diesem, 43 für 2014 und bereits eine für 2015 – Tendenz steigend. Überwiegend sind dies Kongresse und Tagungen, die meist über mehrere Tage gehen und viele auswärtige Besucher nach Aachen bringen. Mit den entsprechenden positiven Begleiterscheinungen für Handel und Gastronomie. Lediglich zwölf Adressen von Konzertveranstaltern waren unter den Negativbescheiden.

Apropos Konzert: Die Wiederbelebung des Baugrundstücks im Grünen kann auch ein anderes Projekt wieder mit Leben füllen. Ein weiterer Kongresssaal für rund 1000 Menschen wäre ideal als Adresse für Klassik und Jazz. Das Haus für Musik quasi durch die Hintertür. Genau an der Stelle, wo schon einmal die – auch architektonisch – hehren Vorstellungen scheiterten, ein rein aus Bürgermitteln finanziertes Konzerthaus mit überregionaler Bedeutung zu bauen. Nicht nur für Klassikfans, wie die Initiatoren immer wieder betonten. Schon um den Vorwurf, elitärem Kulturverständnis die Partitur zu schreiben, zu entkräften. Musik, die im Sitzen genossen werden kann, lautete seinerzeit die Umschreibung dafür, dass man sich auch anderen Stilrichtungen wie Jazz, Pop und Schlager nicht verweigern wolle. Nur das krachende Rockkonzert, das würde im Musikhaus keinen Platz finden.

Neben dem Kurpark hat das Eurogress auf der Suche nach Einnahmequellen auch ein Auge auf den Tivoli geworfen. Seit kurzer Zeit ist Kristina Wulff mit ihrem Team für die Vermarktung der Business-Bereiche im Stadion an der Krefelder Straße zuständig. Das Vorhaben der Stadt, das Stadion zu übernehmen, würde für das Eurogress bedeuten, hier auch längerfristig planen zu können. Denn so wenig ersprießlich der sportliche Bereich derzeit am Tivoli ist, so lukrativ ist die Sparte Feste feiern.

In den vergangenen Jahren, so steht es im vorläufigen Wirtschaftsplan des Eurogress, sind im Tivoli mit sogenannten Drittveranstaltungen rund eine Million Euro pro Jahr umgesetzt worden. An diesem Wert will man sich orientieren. Die Nachfrage, so Wulff, ist jedenfalls da. Überwiegend Firmenfeiern lassen die Kasse klingeln. Was angesichts hoher Ausgaben zwar derzeit zu überschaubarem Gewinn führt. Was aber laut Wulff durchaus in die „attraktive Gewinnzone“ geführt werden kann.

Der vorläufige Wirtschaftsplan wird der Politik am Mittwoch vorgestellt .

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