Aachen - Zwei „Rampensäue“ glänzen beim „Solo für 2“

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Zwei „Rampensäue“ glänzen beim „Solo für 2“

Von: Günther Sander
Letzte Aktualisierung:
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"Solo für zwei": Manfred und Jan Savelsberg nahmen im "Forum M" nicht nur Aachener Eigenarten auf die Schippe. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Das Karlsjahr lieferte die Steilvorlage für das neue Programm „Solo für 2“. 900 Zuschauer waren begeistert von dem, was Manfred Savelsberg und sein Sohn Jan beim vierten Special in drei ausverkauften Vorstellungen in der Mayerschen ablieferten.

Die beiden Kabarettisten legten die Messlatte ihres Könnens hoch. Schon beim Auftakt des Duos mit „Wir sind wichtig“: Ja, zu Karl, aber zu welchen Karl? Karl May, Karl Marx, Karl Lagerfeld. Oder um „unseren Karl“, Karl Schultheis? Natürlich um den Großen.

„Cäsarenwahn“? Gibt es einen Zusammenhang zwischen einem Öcher und dieser Krankheit? Nur was für Kleine? Der Öcher spricht alles klein aus: Köfferchen, Sträßchen, Bierchen. Wer so spricht, hat keinen Größenwahn.

Solistisch glänzte Jan Savelsberg mit aktuellen Bonmots aus Aachen, so auch bei seiner „Lesung“ als Buchautor mit Passagen aus seinem Roman. Auweia, eine Autofahrt mit dem Papa. Für den Sohn ein Nervenkitzel. Hör- und Sehprobleme, im ersten Gang zuckeln, alles übersehen. Warum soll der Oldie denn den Schein abgeben, er kann doch noch fahren. Ein Höhepunkt des Abends.

Dann holte d’r Huusmeäster „die Axt“ raus, sein Song „In NRW ist Holzauktion“ war Extra-Klasse. Ob Cyrill oder die geplante Fällaktion im Münsterwald: Alles nur „Radikalpflege!“ Probleme beim Aufhängen eines Bildes schilderten die Solisten gesanglich, da fiel so manches aus dem Rahmen. Loriot ließ grüßen.

Was haben der Knappe von Kaiser Karl und der Kanzleramtsminister bei Angela Merkel gemeinsam? Strenge Chefs. „In Aquis werden die Knappen knapp“, wussten Jan und Manni. Bei Angie genießen März, Wulff, Friedrich und Koch vollstes Vertrauen. „Dann weiß man, dass das Ende da ist.“

Lobbyisten nahm sich Manfred Savelsberg aufs Korn, gesanglich mit „Ja, wenn et Jeld wird verteilt, da steh’n se all’ parat!“ Her mit der Marie, da bekam Uli Hoeness sein Fett weg, Korruption, Diätenerhöhung wurden „abgewatscht.“

„Atemlos durch den Wald“ jagte Jan gesanglich, für einen schönen Körper muss man Opfer bringen. Sein aktuelles Solo hatte Handy-Typen zum Inhalt. Überall piepst es. Eine Sache des Systems?

Bei der „Rückkehr“ standen die Savelsbergs ihren Mann. Ebenso beim „Stadtmarketing.“ „Was bieten Kurdirektor Werner Schlösser und sein Team im Karlsjahr?“ Für einen Leipziger war „nichts dabei.“

Last but not least der Höhepunkt der beiden „Rampensäue“, die große EU-Nummer, eine gesangliche Ehrung des Eurovision Song Contest, gespickt mit Merkwürdigkeiten unserer geliebten EU. Aus Abbas Hit „Waterloo“ wird Wasserklo, aus „Tulpen aus Amsterdam“ die stinkende Gülle. Auch die Seilbahn- und Schnullerkettenverordnung, der Vibrationsminderungsvertrag, die Subventionen für alles. So schön kann Europa sein. Im „forum M“ hielt es niemand hielt es auf den Sitzen, Zugaben wurden gefordert. Und die kamen: Ein Medley aus den Liedern des Programms ließen fast drei Stunden wie im Fluge vergehen.

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