Zwei „Presseenten” für Mut und Leidenschaft

Von: Aljona Hartstock
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Preisträger mit Biss: Hubert
Preisträger mit Biss: Hubert vom Venn (Mitte), der Vorsitzende des Bezirksvereins Aachener Presse, zeichnete den Tierfilmer Andreas Kieling (links) und den Journalisten Michael Klarmann (rechts) mit der „Presseente” aus. Tierpark-Chef Wolfram Graf-Rudolf (2.v.l.) und Richard Gebhardt vom RWTH-Institut für Politische Wissenschaft würdigten als Laudatoren das Wirken der Geehrten. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Es gibt Menschen, die ihrem Beruf nachgehen, weil sie es müssen, und es gibt andere, die es aus Leidenschaft tun und dabei Bedrohungen und Gefahren in Kauf nehmen.

Der Aachener Journalist Michael Klarmann und der Tierfilmer Andreas Kieling aus Adenau-Hümmel gehören in die zweite Kategorie. Die beiden Männer wurden nun mit der „Ente” ausgezeichnet, die jedes Jahr vom Bezirksverein Aachener Presse im Deutschen Journalisten-Verband vergeben wird.

Große Fachkenntnis

Klarmann erhielt die „Presse-Ente” für seine Aufklärungsarbeit zum Thema Rechtsextremismus. Seine Recherchen stellt der Journalist auf seinem Blog „Klarmanns Welt” den Lesern zur Verfügung. In seiner Laudatio lobte Richard Gebhardt, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Politische Wissenschaft an der RWTH Aachen, Klarmanns Fachkenntnis.

In der heutigen Schnelllebigkeit in der Medienwelt bilde er einen Gegenentwurf, da er nicht in hysterische Bedrohungsszenarien verfalle. Durch seine Arbeit sei Klarmann nicht selten Bedrohungen durch Neonazis ausgesetzt. „Er setzt mehr aufs Spiel, als mit Geld entlohnt werden könnte”, sagte Gebhardt.

Die zweite „Ente” geht jährlich an eine Person aus der Region, die im Interesse der Öffentlichkeit gestanden hat, diesmal also an Andreas Kieling. Seit 1992 hat der Tierfilmer zahlreiche Dokumentationen vorwiegend für die Sender ARD und ZDF gedreht, darunter die ZDF-Serie „Terra X: Kieling - Expeditionen zu den letzten ihrer Art”. Seine Filme werden zudem weltweit über den „National Geographic Channel” ausgestrahlt. Im Jahr 2008 erhielt Kieling für den ARD-Dreiteiler „Abenteuer Erde - Yukon River” den „Panda Award”; Die Auszeichung gilt als der Oscar für Tierfilmer.

Die Laudatio zur Überreichung der zweiten „Ente” hielt Wolfram Graf-Rudolf, Direktor des „Aachener Tierpark-Euregiozoos”; er hatte die Örtlichkeit für die Preisverleihung zur Verfügung gestellt. Graf-Rudolf gab zu bedenken, welch widrigen Bedingungen und Gefahren Kieling bei seinen Expeditionen regelmäßig ausgesetzt war: Sieben Monate lebte er am Yukon-River bei Temperaturen von bis zu minus 30 Grad, bei einer anderen Expedition wurde er von einer Giftschlange ins Gesicht gebissen.

Auch psychische Belastungen wie die Trennung von der Familie, Isolation und Einsamkeit seien nicht zu unterschätzen. Kieling beteuerte jedoch, stets für alle Strapazen durch grandiose Landschaften und eine unberührte Tierwelt entlohnt worden zu sein. „Ich habe das große Glück, meiner Leidenschaft nachgehen zu können”, sagte der Tierliebhaber.

Tournee durch 24 Städte

Für das kommende Jahr hat Kieling bereits eine neue Herausforderung geplant: Vom 25. Januar bis zum 29. Februar geht er mit seiner ersten Multivisions-Show in 24 Städten auf Tournee und berichtet auf der Bühne von seinen bewegendsten Momenten mit wilden Tieren.
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