Zwei Polizisten bei Protestaktion verletzt

Von: red/pol
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Als sie versuchten, die Hintergründe der unangemeldeten Demonstration aufzuklären, wurden zwei Aachener Polizisten angegriffen und leicht verletzt. Symbolfoto: dpa

Aachen. Bei einer Protestaktion am Dienstagabend vor dem Rathaus in Aachen haben linksautonome Demonstranten zwei Polizisten angegriffen und leicht verletzt. Anlass der Aktion war der Tod eines farbigen Touristen in Den Haag. Er war am Sonntag bei einem Festival festgenommen worden und kurz danach gestorben.

Gegen 22 Uhr war eine Zivilstreife der Aachener Polizei auf die Gruppe von 25 bis 30 Personen aufmerksam geworden. Die zum Teil schwarz gekleideten und teilweise vermummten Protestierer waren von der Elisengalerie in Richtung Hartmannstraße unterwegs. Sie trugen ein schwarzes Banner mit der Aufschrift „No justice - no peace“ mit sich sowie Flugblätter mit dem Inhalt „Black Lives Matter - gegen rassistische Polizeigewalt in Den Haag“.

Ein Teil der Gruppe sammelte sich vor der Rathaustreppe. Acht bis zehn Personen befestigten das mitgeführte Banner auf dem Balkon vor dem Eingang des Rathauses.

Als Beamte eines herbeigerufenen Streifenwagens mit Unterstützung von Zivilkräften die Gruppe nach den Hintergründen ihrer Aktion und dem Versammlungsleiter fragen wollten, gingen die Demonstranten nach Polizeiangaben mit Tritten und Schlägen auf die Beamten los.

„Zur Abwehr dieser Angriffe mussten die Polizeibeamten teilweise Pfefferspray und Schlägstöcke einsetzen“, heißt es im Einsatzbericht der Polizei. „Nachdem weitere Unterstützungskräfte hinzukamen, gelang es der Polizei, insgesamt neun Gewalttäter in Gewahrsam zu nehmen sowie einen Gewalttäter vorläufig festzunehmen.“

Bei der Auseinandersetzung wurde ein Polizeibeamter verletzt und musste ins Klinikum gebracht werden, wo er ambulant behandelt wurde. Ein zweiter Polizeibeamter wurde leicht verletzt, blieb aber dienstfähig.

Gegen alle Beschuldigten wurden Strafverfahren wegen Landfriedensbruch und Körpverletzung eingeleitet. „Eine nähere Überprüfung ergab, dass der überwiegende Teil der Beschuldigten bereits polizeibekannt ist und dem autonomen linken Spektrum zugerechnet werden muss“, heißt es weiter im Polizeibericht.

Grund für den Protest war der Tod eines 42-jährigen Mannes von der niederländischen Karbikinsel Aruba in Den Haag am Sonntag. Der Tourist war verhaftet worden und kurz darauf in Polizeigewahrsam gestorben. Nach Videobildern hatten mindestens vier Beamte den Mann gewaltsam überwältigt. Der Grund für die Festnahme war zunächst unklar.

Hinweis: In einer früheren Version des Textes hatte es geheißen, drei Polizeibeamte seien verletzt worden. Tatsächlich waren es aber zwei Beamte.

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