Aachen - Zwei Millionen Euro investiert: Kläranlage Eilendorf modernisiert

Zwei Millionen Euro investiert: Kläranlage Eilendorf modernisiert

Von: Peter Schopp
Letzte Aktualisierung:
15673715.jpg
Modernisiert: Die notwendigen Arbeiten an der Kläranlage Eilendorf mussten im laufenden Betrieb ausgeführt werden. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Achtung: „Das beschriebene Reinvestitions- und Optimierungsprojekt ist eine planerisch und von der Abwicklung sehr gelungene Maßnahme zur Verbesserung der Reinigungsleistung mit gleichzeitig erheblicher Energieeinsparung bei einem zukunftssicheren Betrieb zu günstigen Investitionskosten“! Alles klar?

Man könnte meinen, die Gerüche der Kläranlage Eilendorf hätten dazu geführt, dass Rainer Kleinfeld vom Betreiber Wasserverband Eifel-Rur (WVER) etwas gewöhnungsbedürftige Sätze formuliert. Aber weit gefehlt, es geht bei der Vorstellung der Umbauten und Sanierungsarbeiten um ein Projekt, bei dem alle Verantwortlichen ein zufriedenes Lächeln zeigen. Schließlich war die Kläranlage Eilendorf ein wenig in die Jahre gekommen, einige grundlegende Arbeiten mussten ausgeführt und elementare Bauteile erneuert werden. Am Ende standen bei einem Investitionsvolumen von mehr als zwei Millionen Euro deutliche Verbesserungen zu Buche.

Zunächst mussten die sogenannten Belebungsbecken aufbereitet und das Strömungsverhalten des zu reinigenden Wassers verändert werden. Dies geschah durch den Einbau neuer Betonbrücken und sogenannter Mammutrotoren, die im Vergleich zu den alten Maschinen deutlich sparsamer und effektiver arbeiten. Hierdurch ist ebenfalls eine bessere Durchlüftung des Wassers gegeben, was zu einer höheren Wirksamkeit der Mikroorganismen führt, die im Wasser selber den Abbauprozess von Schadstoffen übernehmen sowie eine höhere Qualität des gereinigten Wassers nach sich zieht, was wiederum die Zahlungen an die Stadt im Bereich Abwasser senkt. Denn diese bemessen sich auch nach der Reinheit dessen, was hinten rauskommt.

Geringe Lärmbelästigung

Die notwendigen Arbeiten mussten im laufenden Betrieb ausgeführt werden, „eine Kläranlage kann man nicht einfach stilllegen“, wie Kleinfeld betonte. Durch die baulichen Veränderungen entstehen in der Folge deutlich geringere Lärmbelästigungen für die Anwohner und Mitarbeiter, eine willkommene Begleiterscheinung.

Außerdem spart man in Eilendorf seit August pro Monat ungefähr 40.000 Kilowattstunden Strom, was einem Verbrauch von 120 Vier-Personen-Haushalten entspricht. In Geld sind das 80.000 Euro pro Jahr, eine Gewinnsituation für alle Beteiligten. Unter dem Strich ergibt sich aus dem Projekt eine jährliche Entlastung in Höhe von 37.500 Euro.

Teil zwei der Sanierungsarbeiten betraf die Erneuerung der maschinellen Schlammentwässerung. Miriam Vieten (WVER) machte in ihrem kurzen Vortrag deutlich, wie das Prinzip funktioniert. Ein Teil des zu klärenden Wassers und Schlamms wird durch eine Zentrifuge geführt und von einem Feststoffgehalt von zwei Prozent durch Wasserentzug auf 30 Prozent verdichtet.

„Da kann man nachher mit dem Spaten reinstechen“, wie WVER-Vorstand Dr. Joachim Reichert feststellte. Der Schlamm wird im sogenannten Faulbehälter von Keimen und Gerüchen befreit, wobei energiereiches Methan entsteht, was wiederum in einem Blockheizkraftwerk für den Eigenbedarf der Kläranlage in Strom und Wärme umgewandelt wird. Die restlichen Klärschlämme werden dann zum Kraftwerk Weisweiler zur Mitverbrennung abtransportiert. Dieses Projekt verschlang insgesamt 960.000 Euro. Reichert zeigte sich sehr zufrieden mit den Ergebnissen, für ihn hat der Erhalt sowie die durch die Modernisierungen erhöhte Attraktivität der Arbeitsplätze absolute Priorität. Und wenn am Ende die Umwelt entlastet und der Geldbeutel geschont wir, dann kommt eben auch ein Satz wie zu Beginn dabei heraus.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert