Aachen - Zwei Menschen erstochen: Täter geständig

Zwei Menschen erstochen: Täter geständig

Von: Wolfgang Schumacher
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Aachen. Zum Auftakt gab es ein Geständnis im Hinblick auf zwei Tötungsdelikte, die die Stadt vor einem halben Jahr erschüttert haben: Vor dem Aachener Schwurgericht findet seit Mittwoch der Prozess gegen einen 31-jährigen Aachener wegen zweifachen Totschlags statt, begangen an einer 71-jährigen Frau und einem 55-jährigen Mann.

Die beiden Taten erfolgten im Abstand von nur einem Tag, zunächst in der Oppenhoffallee, dann in einem Übergangswohnheim in der nicht weit entfernten Kongressstraße.

Oftmals sei es bei der 71-Jährigen drunter und drüber gegangen, die am 7. Mai dieses Jahres in ihrer Wohnung über einer Gaststätte in der Oppenhoffallee durch einen Messerstich ins Herz getötet wurde, erklärte eine Nachbarin. Das Opfer habe ein völlig anderes Leben geführt als sie selbst, berichtet sie dem Schwurgericht.

Nächtliche Besuche und laute Partys seien beinahe alltäglich gewesen, sie habe regelmäßig die Polizei rufen müssen. Die Zeugin, die seit 1988 mit der Getöteten Tür an Tür wohnte, erzählte, sie habe gegen Mittag gehört, wie die Nachbarin um Hilfe rief: „Lass das, was soll das? Hilfe, Polizei!“, habe die Seniorin geschrien.

Auf der Suche nach Diazepam

Mittwoch nun gestand der Pflegehelfer Sven W. (31) beide Kapitalverbrechen, in dem er von seinen Verteidigern eine entsprechende Erklärung abgeben ließ. Am Tag der Tat soll der 31-Jährige gegen 11.20 Uhr in die Wohnung der Frau eingedrungen sein, um bei ihr das Beruhigungsmittel Diazepam (Valium) zu kaufen. Anscheinend kam es zum Streit, denn die 71-Jährige starb durch einen Messerstich ins Herz, auf ihrem Rücken befanden sich dazu noch mehrere Einstiche.

Der Mandant habe die Tötungsdelikte bereits bei seinen polizeilichen Vernehmungen zugegeben, hieß es von Seiten der Verteidigung. Er habe bei den Taten unter Drogen gestanden, betonten die Anwälte Rainer Dietz und Osama Momen (beide Aachen). Der Angeklagte stehe weiterhin dazu, die Tötungen begangen zu haben. Er werde sich allerdings erst später dazu äußern.

Nach acht Tagen aufgefunden

Das zweite Opfer wurde in fast gleicher Weise mit Messerstichen in den Brustkorb und ins Herz getötet, der 55-jährige Mann wurde erst acht Tage nach der Tat in seiner Wohnung in der Kongressstraße gefunden. Auch hier soll der Angeklagte versucht haben, Diazepam zu bekommen.

Ein Polizeibeamter, der mit seinem Kollegen als erster in der Oppenhoffallee vor Ort war, sagte aus, sie hätten die Seniorin leblos hinter ihrer Wohnungstüre aufgefunden. Die Beamten schoben den Körper weg, um überhaupt hineinzukommen, und stellten schon beim ersten Hinsehen einen Einstich am linken Brustkorb fest.

Der Notarzt konnte letztlich nicht mehr helfen, es habe bereits erste Leichenflecken beim Opfer gegeben. Die Wohnung habe einen normalen bis überladenen Eindruck gemacht, berichtete der Polizist, besonders ein Zimmer sei völlig zugestellt gewesen. Das Opfer habe sich anscheinend noch zur Türe geschleppt, denn in der Küche seien deutliche Blutspuren zu sehen gewesen, berichtete der Zeuge.

Der Prozess unter Vorsitz von Richter Arno Bormann geht am kommenden Dienstag. 26. November, weiter.

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