Zwei Männer über Bord: Piraten kämpfen weiter ums Ruder

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Vom Amt als Fraktionsassistent entbunden: Ex-OB-Kandidat Marc Salgert.

Aachen. Der Streit ums Ruder bringt die Aachener Piraten weiter in schwere See – zumindest parteiintern. Nachdem der ehemalige OB-Kandidat Marc Salgert heftige Kritik am Verfahren zur geplanten Besetzung der Stelle des Fraktionsgeschäftsführers geübt hatte, strich Ex-Ratsherr Felix Bosseler jetzt vorzeitig die Segel.

Bosseler teilte am Montag mit, dass er für den Posten nicht mehr zur Verfügung stehe – und schoss quasi aus allen verbalen Rohren zurück. „Die Behauptung von Herrn Salgert, ich wolle die Fraktion im Handstreich übernehmen, ist Blödsinn“, konterte er in einer schriftlichen Stellungnahme. „Ich wurde seitens der Piraten angesprochen, ob ich mir eine Mitwirkung vorstellen kann.“ In der Kommunalpolitik kenne er sich bestens aus und verfüge „immer noch NRW-weit in der Partei über Rückhalt und Respekt“. Und: „Ich bin der Wunschkandidat der Mehrheit.“ Am Streit „um Posten, Pöstchen und ein bisschen Einfluss“ gedenke er sich allerdings keinesfalls zu beteiligen. Immerhin arbeite er seit fast 14 Jahren erfolgreich freiberuflich als IT-Projektleiter und Manager auf Zeit. „Mit dieser Überqualifizierung muss ich keine Bewerbung fürchten.“

Vor allem der Umstand, dass besagte Bewerbung nicht in ein öffentliches Ausschreibungsverfahren eingebettet worden sei und die Parteibasis sich klar gegen eine „freihändige“ Vergabe der hauptamtlichen Stelle ausgesprochen habe, hatte Salgert gegenüber der AZ massiv kritisiert. Und dabei auch Fraktionschef Udo Pütz ins Visier genommen. Auch der zog jetzt die Konsequenz – und entband den Ex-OB-Kandidaten von seinen Aufgaben als Assistent in der Fraktionsgeschäftsstelle. „Marc Salgert hat einen klaren Vertrauensbruch begangen, indem er persönliche Daten in dieser Form in die Öffentlichkeit gebracht hat“, befand Pütz am Montag. Aber: „Von ,Gemauschel‘ kann überhaupt keine Rede sein. Selbstverständlich ist die Kandidatur von Felix Bosseler innerhalb der Partei breit kommuniziert worden und taucht in etlichen Protokollen auf.“

Salgert nahm den Rauswurf gegenüber der AZ ziemlich gelassen auf. Aus seinem vorläufigen Beschäftigungsverhältnis werde er jedenfalls nicht aktiv ausscheiden. Der Vorwurf der Postenschacherei sei „harter Tobak“ und falle auf seinen Urheber zurück, meinte er. „Mir ging es immer nur um die politische Arbeit. Wir hatten beste Voraussetzungen, etwas zu bewegen, etwa im Hinblick auf Bürgerbeteiligung und Transparenz bei Entscheidungen des Rates. Jetzt habe ich Zweifel, ob diese inhaltliche Arbeit überhaupt gewollt ist.“

Wie die langfristige Besetzung der Geschäftsführer- sowie der Assistentenstelle im Fraktionsbüro nun konkret angegangen wird, ließ Pütz am Montag offen. Zunächst bleibe sein Ratskollege Marc Teuku als kommissarischer Leiter im Amt.

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