Zwei Fans retten ein Stück Tivoli-Tradition

Von: Hans-Peter Leisten
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Freuen sich über jedes Stück Alemannia- und Tivoli-Historie: die Archivare Lutz van Hasselt und Boris Gillessen (rechts). Foto: Michael Jaspers

Aachen. Genau darauf kommt es an: Dass ein Stück vom alten Tivoli erhalten bleibt, etwas von der Seele und von dem ganz besonderen Gefühl, die die alte Fußballstätte ausmachten und ausmachen.

Wenn die Partie gegen den 1. FC Nürnberg abgepfiffen ist, noch ganze sieben Mal. Lutz van Hasselt und Boris Gillessen zählen diese Spiele mit. Weil sie durch und durch Alemannen sind, natürlich das Spiel verfolgen und weil sie quasi von Amts wegen den Geist vom Tivoli konservieren.

Lutz van Hasselt ist als Archivar bei der Alemannia angestellt, und Boris Gillessen hilft ihm dabei ehrenamtlich. Wenn in einigen Jahren der alte Tivoli nicht mehr steht, dann ist es nicht zuletzt diesen Beiden zu verdanken, dass ein gutes Stück Alemannia-Geschichte weiterleben wird.

Die Idee zum genannten Engagement hatte Lutz van Hasselt schon länger. Über den Fan-Beauftragter Robert Jacobs kam es zum Kontakt zum Verein beziehungsweise zur Alemannia GmbH. Und schnell war klar, dass Lutz van Hasselt der richtige Mann war, um das Erbe des 2007 gestorbenen Archivars Willi Sieprath anzutreten. Der hatte als Rentner wichtige Grundlagenarbeit geleistet und viele Dinge aus der Alemannia-Historie gesichert.

Jetzt steht das neue Archivars-Duo vor einer ganz anderen Herausforderung. Im neuen Stadion soll schließlich so etwas wie eine Dauerausstellung präsentiert werden. „Wir planen aber kein abgeschlossenes Museum mit einem Archiv. Nichts, wo man sich anmelden muss oder gar Eintritt zahlen muss” - das ist Lutz van Hasselt ganz wichtig. Viele Exponate sollen in einem Bereich zu sehen sein, der immer geöffnet und der allen Stadion-Besuchern zugänglich ist.

Auch das soll dem Zweck dienen, optische Erinnerungen ans alte Stadion und ein Stück „alemannische” Gefühlswelt zu sichern. Wo letztlich was und wie aufgehängt wird, wird die nahe Zukunft zeigen. Natürlich ist eine sichere Präsentation in Kästen und Vitrinen garantiert. Zum Beispiel die der Eckfahne aus dem Spiel vom 22. Mai 1999 gegen Wuppertal, die ein Fans nach dem Sturm auf den Aufstiegsrasen gesichert und jetzt mit den Autogrammen der Fuchs-Mannschaft zur Verfügung gestellt hat.

Van Hasselt und Gillessen warten auf entsprechende Planungen bei der Innengestaltung des neuen Stadions. Der Umzug wird schließlich ein tiefer Einschnitt, und Emotionen werden zurück bleiben. Wie ihre Erinnerungen an große Spiele. Zum Beispiel das Pokalspiel gegen Werder Bremen 1986, die extrem gefühlsschwangere Saison 1989/99, die DFB-Pokalspiele gegen „Ballwurf Mannheim”, die Bayern, die Gladbacher.

„Im Moment sind wir noch in der Sammelphase”, skizziert Lutz van Hasselt das weitere Vorgehen. Die konzeptionelle wird folgen. Die Ausstellung wird natürlich eine chronologische Darstellung, aber durchsetzt mit thematischen Schwerpunkten. Und natürlich wird Werner Fuchs gewürdigt.

„Das neue Stadion ist nötig, keine Frage. Aber der Abschied vom alten wird weh tun”, sagt der Archivar. Er und Boris Gillessen haben aber offensichtlich den richtige Balsam für die Seele entdeckt und bieten diesen den Fans im neuen Tivoli. Weil: Genau darauf kommt es an.

Kontaktdaten des Alemannia-Archivs, Ticketinfos und Sondertrikot

Wer wissenswerte Dinge über die Alemannia festgehalten hat oder „Devotionalien” zur Verfügung stellen möchte, kann sich an Lutz van Hasselt wenden (0241/93840383 und archiv@alemannia-aachen.de).

Man kann seine Sammlerstücke selbstverständlich auch leihweise der Alemannia zur Verfügung stellen und alle Wünsche in einem Vertrag festhalten.

Für die Partie gegen Nürnberg am Sonntag waren am Freitag 18.700 Tickets verkauft. Karten gibt es noch in den Fan-Shops und beim AZ-Ticketcenter in der Mayerschen Buchhandlung.

Im letzten Spiel auf dem Tivoli wird die Alemannia mit einem Sondertrikot auflaufen. Wer bis 16. März bestellt (99,95 Euro), erhält das Trikot und zudem wird der Name auf das Shirt gedruckt. Es handelt sich im übrigen um eine Neuauflage des Trikots, mit dem die Alemannia 1969 Deutscher Vizemeister wurde.

Das Trikot ist leicht zu bestellen: unter http://www.alemannia-shop.de oder über den Bestellschein, der in den Alemannia-Shops oder am Heimspieltag erhältlich ist.
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