Zuwegung zu Kita Kalverbenden ärgert Anwohner

Von: hpl
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Ist weder mit der städtischen Planung noch mit der Informationspolitik einverstanden: Professor Horst Ulrich, hier an der neuen Straße direkt an seinem Garten. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Professor Horst Ulrich fährt schweres verbales Geschütz auf: „Die Stadt verfährt hier nach Gutsherrenart!“ Was den früheren Professor für Stadt- und Regionalentwicklung an der FH Aachen in Rage bringt, ist eine vergleichsweise kleine Straße hinter seinem Grundstück auf Kalverbenden.

Bislang führte ein Fußweg an seinem Garten aus Richtung Bayerallee in Richtung Kalverbenden. Die wird jetzt ausgebaut. Grund ist die neue städtische Kindertagesstätte, die direkt neben dem Jugendheim Kalverbenden entsteht. Die durchaus schmucke Einrichtung im Rahmen des U3-Programms sieht 20 U3-Plätze und 60 Ü3-Plätze vor, davon zehn für Kinder ab drei Jahren mit Behinderung. In wenigen Monaten soll die Eröffnung gefeiert werden.

Und klar ist auch: Es wird zu einer neuen Verkehrsbelastung kommen. Die sollte bislang – so weisen dies die Pläne aus – über eine recht steile Zufahrt von Kalverbenden aus unterhalb des FH-Verwaltungstraktes aufgefangen werden. Auch der komplette Baustellenverkehr wurde über die alte Zufahrt, die zu einer Baustellenstraße umfunktioniert wurde, abgewickelt. Jetzt wird eine zweite Zufahrt von der Bayernallee gebaut – und das macht Professor Ulrich wütend. Er ist der einzige private Anlieger in dem Trakt und fragt: „Hätte die Stadt nicht mit uns als direkten Anliegern sprechen müssen?“ Ende Dezember sei ein kleiner Bagger angerückt und habe den etwa 1,20 Meter breiten Weg auf drei Meter ausgeweitet. Und Ulrich befürchtet, dass die Autos künftig direkt an seinem Garten vorbeifahren.

Zumindest in diesem Punkt kann und will die Stadt gegenüber dem Anwohner Entwarnung geben. „Hier wird keine öffentliche Straße angelegt“, versichert Axel Costard vom städtischen Pressebüro. Gebaut wird sie dennoch. Die neue Straße soll an der Bayernallee mit einem abschließbaren Tor versehen werden, zu dem nur ausgewählte Personen einen Schlüssel erhalten sollen. Costard spricht von einer grundsätzlich „fußläufigen Nebenerschließung“ und einem Kinderwagenzugang. Einen Schlüssel sollen eventuell der Caterer oder Eltern mit Kindern, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, erhalten. Die eigentliche Zufahrt über Kalverbenden hat nämlich eine durchaus bemerkenswerte Steigung, soll aber die grundsätzliche Zufahrt bleiben.

Professor Ulrich will dies weiter beobachten. Aber sein Ärger über die neue Straße, über die kein Fließverkehr fahren soll, und die fehlende Information bleibt.

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