Zuschauer- und Läuferrekord beim 38. Sylvesterlauf

Von: Katharina Redanz
Letzte Aktualisierung:
11505061.jpg
Und die Sonne machte auch mit: Übers historische Pflaster drehten 2200 Läuferinnen und Läufer bei den drei unterschiedlichen Wettbewerben ihre Runden am letzten Tag des Jahres 2015. Foto: Andreas Steindl
11505067.jpg
Fleißige Helfer: Im Tonnengewölbe des Rathauses wurden unter anderem die Startnummern ausgegeben.
11505066.jpg
Knapp fünf Kilometer durch die Altstadt: Kurz nach dem Start ist das Feld noch eng beieinander.
11505117.jpg
Fast wie Karneval: Fabian Schollenberger und Felix Hüttenmann nahmen die Sache eher spaßig.
11505064.jpg
Die stärkste Laufgemeinschaft: Kinder, Eltern und Lehrer der Grundschule Am Höfling.

Aachen. Die Szenerie hätte nicht schöner arrangiert werden können für die kleinen Sportler: herrlichster Sonnenschein, so viele Zuschauer wie nie und große Banner mit „Start“ und „Ziel“ auf dem Markt. Zum 38. Mal hat sich der Sylvesterlauf als fester Bestandteil des Aachener Jahresabschlusses bewährt. Und mitten drin – eben die kleinen Sportler der Grundschule am Höfling.

Knapp 50 Kinder aus allen Klassen laufen den rund zwei Kilometer langen Schülerlauf mit, dazu kommen Lehrer, Geschwister und Eltern. Sie sind wieder die größte zusammenhängende Gruppe.

Über 2200 Starter haben sich insgesamt angemeldet für den diesjährigen Sylvesterlauf, verteilt auf drei Läufe unterschiedlicher Längen. „Das sind auf jeden Fall mehr Anmeldungen als in den letzten Jahren und es scheint auch so, als würden wir unser Ziel von 2015 Läufern im Ziel erreichen“, sagt Karin Feldmann, Geschäftsführerin des Aachener Vereins DLC, der den Lauf organisiert.

„Mir macht Laufen Spaß“

Zurück zum Höfling: „Wir sind eine sportliche Schule“, sagt Schulleiter Ulrich Nellessen, da passe eine Teilnahme an solch einem Lauf gut hinein. Hauptsächlich aber finde er es toll, wenn die Schüler sich für Sport begeistern. So wie der Drittklässler Julian Hennig: „Mir macht Laufen Spaß. Ich laufe auch gerne durch den Wald, aber der Sylvesterlauf ist etwas Besonderes und macht auch mehr Spaß, weil man ein Ziel hat.“

Aufgeregt ist er kurz vor dem Start „nicht so richtig“, er läuft schließlich schon zum zweiten Mal mit. Die Schule stellt zum achten Mal eine Laufgruppe und „es werden immer mehr Kinder“, freut sich Nellessen, der selber samt Kinderwagen mitläuft. Beim gemeinsamen Aufwärmen zu poppiger Musik auf dem Markt machen alle mit – um dann pünktlich um 14 Uhr beim Startschuss richtig loszusprinten.

Ähnlich sieht es beim Start des zweiten Laufs mit knapp fünf Kilometern Strecke aus, im Ziel dann ist es etwas übersichtlicher. Mit deutlichem Abstand gewinnt Lokalmatador Mussa Hudrog den Lauf: „Das hat sich einfach so gut angefühlt, ich glaub ich war so schnell wie nie“, sagt er. Da er über die Weihnachtsfeiertage stark erkältet gewesen sei, war er schon kurz davor, den Lauf abzusagen – so wie einen anderen Lauf in Neuss. „Aber der Sylvesterlauf ist so schön, ich kenne hier fast alle, meine Familie ist da und ich fühle mich hier einfach wohl.“

Auch Organisatorin Karin Feldmann kommt aus dem Schwärmen nicht heraus. „Der Sylvesterlauf ist einfach immer wieder schön“, sagt sie, „die Kulisse der Altstadt ist wunderbar, die Zuschauer feuern auch beim dritten Lauf noch unermüdlich an und vor allem ist es so ein buntes Bild von Läufern.“

So ist der älteste Starter 77 Jahre alt, der Jüngste sechs – „und sogar ein Rollstuhlfahrer ist mit Begleitung dabei“, so Feldmann. Insgesamt seien in diesem Jahr Topathleten dabei, die Höchstleistungen erbringen. Ebenso die Breitensportler, bei denen der Spaß im Vordergrund steht. Wie etwa die Studenten Fabian Schollenberger und Felix Hüttenmann, letzterer extra aus Freiburg angereist, die beim längsten Lauf dabei sind – im Karnevalskostüm.

„Wir laufen wie man sieht wirklich eher aus Spaß mit“, sagt Hüttenmann, dafür eigne sich der Sylvesterlauf hervorragend. Neben den zehn Kilometern allerdings stellen sie sich noch einer anderen Herausforderung: „An der Strecke steht ein Freund von uns mit einem Liter Glühwein“, erklärt Schollenberger lachend, „jedes Mal wenn wir da vorbeilaufen müssen wir einen Schluck trinken, damit die Kanne am Ende leer ist.“

Erste werden sie so sicher nicht – aber „das ist ja eh klar, und das war auch gar nicht unser Ziel“. Es könne schon anstrengend werden, gibt Hüttenmann zu „viel trainiert haben wir nicht“. Genau wie Jörg Mülhausen, der vom Alter her schon ein „Sechziger“ ist und seine Laufpremiere feiert. Am Ende kann er seinen erfolgreichen Zieleinlauf seinen beiden Enkelkindern widmen.

Anstrengend war es am Ende auch für den Drittklässler Julian vom Höfling, gerade die letzten Meter, auf denen es die Großkölnstraße steil hoch geht. „Aber ich habe es geschafft“, sagt er stolz. Die goldfarbene Medaille um seinen Hals glänzt – ebenso wie bei seinen Mitschülern.

„Alle sind ins Ziel gekommen“, sagt Nellessen, das sei die Hauptsache. Eigentlich aber könnten alle unabhängig von ihren Ergebnissen sehr zufrieden sein – und bei wem trotzdem der Missmut überwiegt, der kann es in einem Jahr noch einmal versuchen: „Wir als Schule sind nächstes Jahr beim Sylvesterlauf garantiert wieder dabei“, sagt Nellessen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert