Zur richtigen Medizin gibt es den Restauranttipp samt Stadtplan

Von: Peter Schopp
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Gute Laune gratis: Gabriele Neumann (vorne links) und ihr Team starten bester Dinge ins neue Geschäftsjahrhundert. Foto: Karlsapotheke

Aachen. Wenn sie erzählen könnte, die Karlsapotheke... Kann sie aber nicht, und deswegen übernimmt das Erzählen die heutige Inhaberin Gabriele Neumann. Schließlich gibt es viel zu berichten über eine Institution, die erstmalig vor 400 Jahren Erwähnung fand.

Wahrscheinlich gibt es die Karlsapotheke noch länger, aber Gabriele Neumann möchte nicht spekulieren. „Länger als bis 1615 lässt sich jedenfalls kein Apothekendasein in Aachen zurückverfolgen“, ist sie trotzdem stolz auf diesen Geburtstag. Das letzte Jahr stand schon ganz im Zeichen Karls des Großen, da möchte Neumann den Jubeltag des Hauses noch ein bisschen mit einreihen: „Schließlich sind wir direkt am Markt. Und wir sind die Karls-Apotheke.“

Wie das Gebäude, das seit 1697 an der Ecke Markt/Pontstraße steht, durchlief auch die Apothekenlandschaft viele Entwicklungen. Vor ein paar Jahren sei man noch ein wenig nervös wegen der Konkurrenz im Internet gewesen, aber durch die gesetzlichen Vorgaben habe sich das Problem im Moment erledigt. „Die Online-Konkurrenz darf keine Rabatte auf frei erwerbliche Produkte mehr geben, deshalb kämpfen wir nun mit denselben Waffen“, sieht sie die Entwicklung entspannt.

Wären es ganz früher Bestandteile wie Kröten, Wolfsherz und Schlangenfett gewesen, die in den Auslagen angepriesen wurden, so habe bis heute auf diesem Gebiet eine unglaubliche Entwicklung stattgefunden. Vor 100 Jahren sei Aspirin der große Renner gewesen, ein Medikament, das heute aufgrund veränderter Gesetzeslagen keine Zulassung mehr bekäme.

Dann sei in den 1940er Jahren das Penicillin entdeckt und entwickelt worden, mit dem Gabriele Neumann eine persönliche Erinnerung verbindet. Durch die Einnahme von Penicillin habe ein Bein ihrer Mutter, das durch einen Granatsplitter verletzt war, gerettet werden können. Heutzutage gibt es Medikamente, die in der Lage sind, schwere Erkrankungen wie Hepatitis C zu heilen.

Für sich und ihr Geschäft, das sie seit 2001 führt, hat sie schon seit längerem den Weg gefunden: Kundentreue, Beratung und ein Hinwenden zur Homöopathie und Naturheilkunde: Das sind die Schwerpunkte. Auch wenn nur wenige Arztpraxen im Umfeld angesiedelt sind und die Verkehrssituation ein Anfahren mit dem Auto nicht zulässt, so ist sie mit dem allgemeinen Zuspruch zufrieden.

„Natürlich haben wir durch unsere Lage einen großen Anteil an Laufkundschaft. Der Markt, das Rathaus und der Dom sorgen für viele Touristen“, schmunzelt Gabriele Neumann. Deshalb liegen im Ladenbereich auch Stadtpläne für orientierungslose Besucher bereit.

Die Mitarbeiterinnen, denen sie ausdrücklich für die gute Zusammenarbeit danken möchte, helfen in allen verfügbaren Sprachen aus, wenn es darum geht, das nächste Restaurant, eine bestimmte Straße oder eine Taxirufnummer zu finden.

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