Zur Bundeswehr strömen weniger Gäste als erhofft

Von: Rolf Hohl
Letzte Aktualisierung:
14774055.jpg
Schweres Gerät: Die Bundeswehr präsentierte den Besuchern in der Lützow-Kaserne in Aachen viel Technik... Foto: Ralf Roeger
14773922.jpg
... aber auch (teils extrem) bodenständiges Personal. Foto: Ralf Roeger
14772837.jpg
Protest: Gegen die Bundeswehr engagierte sich auf dem Aachener Markt zeitgleich die Satire-Gruppe „Unbelehrbare“. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Diese Begrüßung kann man auch symbolisch verstehen. Die beiden großen Räumpanzer, die am Samstag die Besucher am Eingang der Lützow-Kaserne empfingen, sollten dazu beitragen, zumindest einige Image-Probleme der Truppe auszuräumen. Dazu öffnete die Bundeswehr in Aachen und an 15 weiteren Standorten am „Tag der Bundeswehr“ ihre Tore.

Erwartet wurden alleine in der Kaiserstadt bis zu 30.000 Besucher, tatsächlich gekommen waren am Ende etwa 6000.

Es ist keine bequeme Situation, in der sich die Bundeswehr derzeit befindet und in der sie dennoch versucht, sich öffentlich in ein besseres Licht zu rücken. Sie ist eingeklemmt zwischen der öffentlichen Kritik der Verteidigungsministerin, den Einwänden gegen Auslandseinsätze und den Forderungen der USA, die Rüstungsausgaben der Bundesrepublik müssten steigen. Am Samstag konzentrierte man sich daher auf jenes Terrain, das man kontrollieren und überblicken kann: die Ausbildung und die Technik vor Ort.

Das war denn auch der Grund für die meisten Besucher, warum sie zur Lützow-Kaserne gekommen waren. Ausgestellt waren etwa Schwerlasttransporter, Brückenpanzer, Hubschrauber und natürlich der Leopard-2-Kampfpanzer. „Wir haben viel Gerät, das alleine schon wegen der Dimensionen und der komplexen Technik interessant ist – und das nicht nur für Männer, sondern zusehends auch für Frauen“, erklärte Klaus-Peter Lungmuss, Oberstleutnant der Reserve.

Doch nicht nur die Bundeswehr hat sich an diesem Tag formiert, sondern auch die Kritiker direkt am Eingang der Kaserne. Dort haben sich Aktivisten der Deutschen Friedensgesellschaft aufgebaut, um insbesondere gegen das Werben der Bundeswehr um neue Rekruten zu protestieren. Auch auf dem Aachener Markt wurde – zum Beispiel mit bissiger Satire der Gruppe „Unbelehrbare“ – gegen die Bundeswehr protestiert.

Gelassene Reaktion

Lungmuss sah dies alles eher gelassen: „Wir setzen das um, was die Politik beschließt, daher sind wir nicht unbedingt die richtigen Ansprechpartner für diese Art der Kritik.“ Allerdings sei die Bundeswehr immer mehr in Konkurrenz mit der Privatwirtschaft und müsse sich um junge Leute bemühen, die vor der Frage stehen, wohin ihr Lebensweg führen soll. „Das ist eine persönliche Entscheidung – und die wird von niemandem einfach ad hoc getroffen, weil hier jetzt ein Panzer ausgestellt ist“, sagte er.

Den „Tag der Bundeswehr“ nutzten neben den verschiedenen Abteilungen der Streitkräfte auch zivile Organe, um sich der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. So waren etwa die Berufsfeuerwehr, die Polizei, die Maltester und das Deutsche Rote Kreuz vor Ort.

Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp schaute ebenfalls vorbei. Auch die Ehrenamtlichen des Technischen Hilfswerks (THW) zeigten ihre neueste Ausrüstung und bekräftigten die gute Zusammenarbeit mit der Bundeswehr. „Neben dem gemeinsamen Training teilen wir uns auch die Übungsgelände und arbeiten beispielsweise bei einem Hochwasser unter der Leitung der Städteregion zusammen – und das funktioniert sehr gut“, so Alexander Heynen vom THW Aachen.

Landsysteme im Fokus

Die Publikumsmagnete an dem Tag waren die beiden Präsentationen der Landsysteme, wo etwa die Schwerlasttransporter und Aufklärungsfahrzeuge im Einsatz gezeigt wurden. Ursprünglich war auch noch ein Absprung von Fallschirmjägern über der Kaserne geplant, dieser musste jedoch abgesagt werden. Das Luftfahrtbundesamt hatte kurzerhand die Genehmigung dafür verweigert.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert