Zunehmende Zeitarbeit schmeckt der NGG gar nicht

Von: Anja Mertens
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Aachen. Am Vortag noch wurde mit der Zuckerwirtschaft verhandelt und ein Sieg errungen. Für ein Jahr wurde durch die NGG, Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, ein Abschluss mit drei Prozent erwirkt.

Dementsprechend gestärkt konnte so die Gewerkschaft NGG Aachen, die 4300 Gewerkschafter aus dem Nahrungsmittelgewerbe sowie dem Hotel- und Gaststättengewerbe vertritt, in die Delegiertenversammlung ziehen. 137 Teilnehmer, darunter 93 Delegierte aus Betrieben des Nahrungsmittelgewerbes und der Gastronomie, fanden sich dazu unter dem Motto „Deutschland in Schieflage - fair und gerecht geht anders!” ein.

Seit 2008 ist das Thema der Leiharbeit mehr ins Blickfeld der Gewerkschaft gerückt. Zeitarbeitsfirmen wurden unter die Lupe genommen, bewertet und die Ergebnisse mit Empfehlung oder Warnung an die Betriebe weitergegeben. Auch Verbesserungsmöglichkeiten wurden herausgearbeitet und als Leitfaden an die Hand der Betroffenen gegeben.

Der NGG geht es beim Thema Zeitarbeit darum, zum Ausgangspunkt zurückzufinden: selbstverständlich sei es nötig, Produktionsschwankungen personell aufzufangen. Andererseits dürfe es aber nicht der Fall sein, dass Stamm- und Saisonarbeitsplätze durch Leiharbeiter ersetzt werden, um dadurch Personalkosten zu sparen. Laut NGG-Geschäftsführer Peter Mogga sei dies aber weit verbreitet.

Es dürfe nicht sein, dass derjenige einen Wettbewerbsnachteil habe, der seine Mitarbeiter fair bezahle, so Landesbezirksvorsitzender Thomas Gauger vom LB NRW. Ein bereits seit Jahren aktuelles Thema stellt der gesetzliche Mindestlohn dar. Die Höhe dessen dürfe nicht unter 8,50 Euro pro Stunde liegen. Als wichtig empfindet es Gauger, Bundestagsabgeordnete in die Betriebe einzuladen und sie die Mitarbeiter beispielsweise eine Nachtschicht lang begleiten zu lassen, „um ihnen die Realität dort zu zeigen. Es muss eine viel stärkere Verzahnung her!”
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