Zumindest donnerstags bleibt das Schnitzel einfach mal tabu

Von: Katrin Albrecht
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Aachen. Ein Tag ohne Fleisch oder Wurst – in fünf Kindertageseinrichtungen und zwei Seniorenwohnsitzen der Arbeiterwohlfahrt in Aachen wird dieses Konzept ab sofort umgesetzt. Einmal in der Woche, immer am Donnerstag ist „Veggietag“.

Die AWO unterstützt damit das „Aktionsbündnis Veggietag Aachen“, das von den Organisationen Greenpeace, Vesta, NABU, Menschen für Tierrechte und dem Vegetarierbund getragen wird.

Ein Hintergrund für den fleischlosen Tag einmal in der Woche ist die ungesunde Ernährungsweise der Deutschen. „Wir essen zu wenig Obst und Gemüse und zu viel tierisches Eiweiß und Fett. Das ist die Ursache für viele moderne Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs“, so Romy Liessem vom Aktionsbündnis Veggietag Aachen. „In unseren Einrichtungen ist gesunde und vollwertige Ernährung schon länger ein Thema, und mit dem Veggietag bringen wir neben dem Beitrag für die eigene Gesundheit auch noch den Aspekt der Nachhaltigkeit ein“, so AWO-Geschäftsführerin Gabriele Niemann-Cremer.

Denn beim Veggietag geht es nicht nur um gesunde Ernährung, sondern auch um den Schutz des Klimas und um nachhaltiges Wirtschaften. Und da bereite die weltweite Fleischproduktion Probleme. 18 Prozent der weltweiten Treibhausemissionen gehen auf die Fleisch- und Milchproduktion zurück. „Fleischproduktion ist ineffizient und verschwendet Ressourcen,“ fasst Romy Liessem diese Zahlen zusammen.

Argumente, die die Arbeiterwohlfahrt vom „Veggietag“ überzeugten. In allen Einrichtungen sollen kreative Aktionen das Thema immer wieder auf die Tagesordnung bringen, beispielsweise durch Sammeln von Rezepten, gemeinsames Kochen oder im Rahmen der Erzählcafés. „Gerade bei Senioren ist Essen ein ganz wichtiges Thema. Wir merken, da ist Neugierde, aber auch Skepsis, denn viele sind ihre eigene Kochweise gewohnt“, berichtet Niemann-Cremer von den Erfahrungen aus den Senioren-Begegnungsstätten und -wohnsitzen. Hier gelte es, vor allem auch Mitarbeiter zu schulen.

In vielen Städten praktiziert

Den fleischlosen Tag führte die belgische Stadt Gent 2009 als erste ein. In Deutschland haben ihn bislang 27 Städte eingeführt, darunter Münster. Düren und Köln. Ob auch die Stadt Aachen in absehbarer Zeit mit ins Boot kommt, ist derzeit offen. Umso dankbarer sei das Aktionsbündnis, dass die AWO als erste Institution den „Veggietag“ eingeführt habe und damit ein Zeichen für Klima- und Umweltschutz setze.

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