Aachen - Zum Winterlauf: ATG-Familie steht in den Startlöchern

Zum Winterlauf: ATG-Familie steht in den Startlöchern

Von: David Grzeschik
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Spaß am Sport: Die kleinen ATGer trainieren in der Turnhalle am Einhard-Gymnasium mit Alexandra Gülpen kindgerecht. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Wenn Alexandra Gülpen donnerstags zum Training fährt, hat sie bereits einen kompletten Arbeitstag hinter sich. Sie schließt die Turnhalle des Einhard-Gymnasiums auf und tritt ein. Ihr angeschlossen hat sich eine Schar von über 20 Kindern.

Sie freuen sich auf ihr Leichtathletik-Training. Dabei ist Alexandra Gülpen eigentlich Lehrerin am St. Ursula Gymnasium. Vormittags, während ihrer „ersten Schicht“, unterrichtet sie dort Mathematik und Sport.

Jeden Donnerstagnachmittag tauscht sie ihren Arbeitsplatz am St. Ursula Gymnasium gegen die Sporthalle in Burtscheid ein. Eine Stunde pro Woche widmet sich die zweifache Mutter dann bei der Aachener Turn-Gemeinde (ATG) den ganz kleinen Leichtathleten. „Ich trainiere die Kinder der Altersklasse U8, also diejenigen, die sich im Alter zwischen fünf und sieben Jahren befinden“, erklärt die 38-Jährige.

Den Job macht sie bereits im sechsten Jahr, die Idee entstand einst auf Wunsch ihrer damals sechsjährigen Tochter. Zuvor gab es für Kinder dieses Alters keine Angebote in der Leichtathletik. Dass das Interesse aber auch in diesem Alter bereits besteht, zeigen die Kinder in der Halle deutlich.

Der ATG selbst ist Gülpen deutlich länger verbunden. „Im Alter von zehn Jahren habe ich bei der ATG angefangen“, erzählt die Trainerin. Der Leichtathletik ist sie dabei in all den Jahren treu geblieben. Nach dem Abitur entschied sie sich für ein Sportstudium in Köln, wo sie auch als Trainerin startete. 1998 kam sie als Trainerin zurück zur ATG. „Ich habe in den letzten Jahren von den Schülern bis zu den Erwachsenen schon alle Klassen trainiert“, sagt sie. Was ihr dabei am meisten Spaß gemacht hat, vermag die 38-Jährige nicht zu sagen. Jede Gruppe habe eigene Reize, doch je älter die Kinder würden, desto größer würden auch die eigenen Leistungserwartungen.

Leistungsdruck bei Kindern hält die Pädagogin aber für unangebracht ist. „Es geht darum, die Trainingseinheiten kindgerecht zu gestalten, das Gemeinschaftsgefühl zu stärken, und natürlich um Spaß“, sagt sie. Wenn die Kinder doch irgendwann mit Leichtathletik aufhören, haben sie bereits eine Menge mitgenommen. „Wir legen die Grundsteine und ermöglichen Bewegungserfahrungen. Wir bieten eine umfassende Ausbildung, die den Kindern ein Gefühl für ihren Körper gibt“, betont die Trainerin. Da es in der Leichtathletik jedoch viele unterschiedliche Disziplinen gebe, die unterschiedliche körperliche Voraussetzungen erforderten, finde meistens jeder etwas Passendes.

Dass es einige Athleten gibt, die jahrelang dabei sind und der Leichtathletik treu bleiben, macht Alexandra Gülpen besonders glücklich. Ein Beispiel für jahrelange Treue zur ATG ist auch Paula Kremer. Die 23-Jährige leitet zusammen mit Alexandra Gülpen die U8-Gruppe und hat selbst einmal als Jugendliche bei der ATG angefangen. Die ehemalige Athletin ist nun zu ihrer Trainerkollegin geworden. „Es ist immer schön zu sehen, dass Leute am Ball bleiben. Und dass einige etwas von dem, was sie von uns bekommen haben, zurückgeben.“

Das nächste Highlight steht auch für Gülpens Gruppe mit dem ATG-Winterlauf am 14. Dezember an. Die Kinder übernehmen noch keinen aktiven Part. Dennoch werden die Kinder am Chorusberg vor Ort sein und am Nobis-Stand mit ihren Eltern mehrere hundert von Nobis zur Verfügung gestellte Brötchen und Kuchen-Teilchen verteilen. „Das ist der Grundgedanke des Winterlaufs: Dass die ganze ATG gemeinsam ein Fest organisiert und alle, die nicht mitlaufen, mithelfen“, erklärt Alexandra Gülpen.

Schon vor 25 Jahren hat die heutige Trainerin selber als Kind am Chorusberg gestanden und mit ihrer damaligen Mannschaft Bockwürstchen an die Läufer verteilt. „Seitdem hat sich einiges verändert. Der Winterlauf ist zum Event geworden. Auf dem Chorusberg trifft man viele ehemalige Athleten wieder, man unterhält sich, die Kinder spielen auf dem Sportplatz und man hat einfach einen schönen gemeinsamen Sonntag mit der ganzen Familie“ – die Vorfreude merkt man der Trainerin an.

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