Zum Turnier setzt VfL 05 auf knallige Farben

Von: Peter Schopp
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Bunte Vielfalt an der Eupener Straße: Gemeinsam mit dem Künstler Lake13 alias Lars Kessler (3. von rechts) haben die Organisatoren des VfL 05 Aachen die Arbeiten in Augenschein genommen. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Wer den Namen hört, fragt sich möglicherweise: Lars Kesseler? Nie gehört. Nennt man aber den Künstlernamen des jungen Mannes, horcht manch einer interessiert auf. Oder ihm drängt sich die Zornesröte ins Gesicht: Lake13! Das Pseudonym steht für Sprühkunst auf höchstem Niveau. Heute.

„In meinen Anfängen vor 27 Jahren habe ich natürlich auf alle möglichen Flächen gesprüht“, schmunzelt er heute. Dabei habe er sich aber an den in der Branche eigentlich geltenden Ehrenkodex gehalten: „Flächen an Privateigentum sind tabu!“ Den fachmännischen Blick lenken Insider vornehmlich auf Brücken, Tunnel, Trafohäuschen. Leider sei dieses ungeschriebene Gesetz in den vergangenen Jahren „etwas in Vergessenheit“ geraten, ärgert auch er sich über Schmiererei an Hauswänden.

Im aktuellen Fall darf es die Begrenzungsmauer des Sportplatzes an der Eupener Straße sein. Und das ganz offiziell. Der ansässige Verein VfL 05 Aachen, in diesem Jahr Ausrichter der Fußball-Stadtmeisterschaft um den Sparkassen-Cup hatte die Idee hierzu. Namentlich Bernhard Stettner, Organisator und Kassierer in Personalunion.

„Die Idee hatte ich bereits vor drei Jahren, wollte die Arbeit allerdings mit vereinszugehörigen Jugendlichen erledigen“, schildert er den Ursprung der Idee. Das habe sich damals aus verschiedenen Gründen aber zerschlagen. Und nun, aus Anlass des bevorstehenden Turniers, hat man sich dieses Gedankens wieder erinnert. Über das Veranstaltungsmanagement der Stadt Aachen wurde der Kontakt zu den zuständigen Stellen und schlussendlich zum Künstler und seinen Mitstreitern hergestellt.

190 Spraydosen

13 aktive junge Sprühkünstler aus der ganzen Euregio, 190 Spraydosen mit Farbe, ungefähr 200 Stunden Vorarbeit seitens des Vereins und noch einmal zwei komplette Tage Sprüharbeit sind notwendig, um eine triste graue Mauer auf einer Länge von 160 Metern in ein attraktives Kunstwerk zu verwandeln. Man habe im Vorfeld die Anwohner informiert und hier schon das komplette Spektrum der Reaktionen erfahren, schmunzelt Stettner. Aber er und seine Mitstreiter sind fest überzeugt, dass das Resultat dafür sorgt, auch die letzten Skeptiker zu überzeugen. „Schließlich schaut man doch lieber auf eine attraktiv gestaltete farbige Fläche als auf dieses graue düstere Band!“

Unterdessen sprühen die Künstler, was die Dosen hergeben. Jeder einzelne hat seinen eigenen Bereich und gestaltet diesen nach eigenen Vorstellungen. „Durch das Verwenden einheitlicher Farben ergibt sich aus den verschiedenen Einzelteilen ein harmonisches Gesamtbild“, erklärt Kesseler die Arbeitsweise. Einzige Konzession ist das Einarbeiten des Vereinsnamens neben dem Eingangstor.

Das Arbeitsmaterial wird von der Landesarbeitsgemeinschaft Kunst und Medien NRW gesponsert. Alleine diese Tatsache zeigt, dass sich die öffentliche Wahrnehmung dieser Kunstform in der Vergangenheit ebenso sehr gewandelt hat wie die Arbeitsweise an sich. „Früher wurde ausschließlich gesprüht, heutzutage dürfen es auch schon einmal ein Lackmarker oder ähnliche Medien sein, die zum Verfeinern der Linien benutzt werden“, verdeutlicht Lake13.

Er selbst betreibt ein Atelier am Blücherplatz. Oder man bucht den Künstler für eigene Kunstwerke auf interessanten Flächen, was in Aachen an verschiedensten Stellen bereits geschehen ist. Und wenn mal ein „verwirrter Kollege“ in seine Bilder sprüht? „In der Szene ist es sehr schwer, so etwas unerkannt zu machen. Das klären wir dann intern“, schmunzelt er. Von Zornesröte im Gesicht keine Spur.

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