Aachen - Zum Handwerk gesellen sich viele Emotionen

Zum Handwerk gesellen sich viele Emotionen

Von: Christiane Chmel
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Können stolz auf das bisher Erreichte sein (von rechts): Georg Comouth, Obermeister der Gold- und Silberschmiede-Innung, der stellvertretende Obermeister Thomas Zintzen und Ehrenobermeister Prosper Brüderlin. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Über 500 Jahre ist sie alt und hat trotz oder gerade aufgrund dieser langen Tradition nichts an Aktualität verloren. Die Gold- und Silberschmiede-Innung Aachen kann stolz auf das bald zu Ende gehende Jahr 2015 zurückblicken, welches von vielen Erfolgen geprägt war. Möglich macht dies die gute Zusammenarbeit der Innungsmitglieder.

Da sind sich Georg Comouth, Obermeister der Gold- und Silberschmiede-Innung, Thomas Zintzen, stellvertretender Obermeister, und Prosper Brüderlin, Ehrenobermeister der Innung, sicher. 25 Betriebe aus der Städteregion Aachen sind in der Innung zusammengeschlossen. Ein belgischer Betrieb und zwei niederländische Unternehmen sind Gastmitglieder und engagieren sich ebenfalls in der Aachener Innung.

Der November 2015 war für die Gold- und Silberschmiede-Innung ein erfolgreicher Monat: Sie erhielt für die Aktion „Ein Talisman für Aachen“ den AJH-Handwerkerpreis in der Kategorie „Design und Exklusivität“ und war einer der drei Nominierten für den Aachener Marketingpreis.

Anlässlich des Karlsjahres 2014 fertigten 13 Mitglieder der Gold- und Silberschmiede-Innung Aachen gemeinsam eine originalgetreue Replik des Kunstwerks, das seit 1919 in Reims aufbewahrt wird. Diese Kopie wurde in rund 350 Arbeitsstunden ganz von Hand gefertigt und als Schenkung dem Domkapitel Aachen und der Stadt Aachen zur ständigen Ausstellung in Domschatzkammer beziehungsweise Centre Charlemagne gestiftet.

Um allen interessierten Aachenern und Besuchern der Kaiserstadt die Gelegenheit zu geben, Teil dieser Aktion zu werden, wurde ein weiteres Teilprojekt ins Leben gerufen: „Mein Glücksbringer – Ein Talisman aus Aachen“. Die Handwerker fertigten zusätzlich einen kleinen Talisman aus Sterling-Silber in limitierter Auflage von 500 Stück. Der Erlös diente zur Finanzierung der Materialien für die Replik. Das Verkaufsziel wurde um mehr als 100 Prozent übertroffen.

Vor einigen Jahren stand die Gold- und Silberschmiede-Innung Aachen noch kurz vor der Auflösung, da Mitgliedsbetriebe fehlten. Dass das Handwerk aber großes Potenzial ist, zeigen die aktuellen Erfolge der Innung. Trotzdem lassen sich Sorgen um die Zukunft nicht ganz von der Hand weisen, denn es gibt immer weniger junge Menschen, die den Beruf erlernen möchten. „Es braucht ein Gespür für den Beruf“, sagt Obermeister Georg Comouth.

„Es geht nicht nur um das Entwerfen von schönem Schmuck, es ist auch filigrane Handwerksarbeit gefragt. Das unterschätzen viele.“ Zudem verliere man viele Lehrlinge nach abgeschlossener Ausbildung an die Universitäten. Dass es aber trotz allem engagierte und talentierte Lehrlinge gibt, zeigt eine weitere Preisverleihung aus dem Jahr 2015: Iris Ehrhardt, Auszubildende in der Gold- und Silberschmiede Förster, gewann den 1. Preis beim Lehrlingswettbewerb Nordrhein Westfalen.

Positives Licht

„Die vergangenen, erfolgreichen Aktionen und Preise werfen zu Recht ein positives Licht auf unseren Beruf und die Innung“, betont Ehrenobermeister Prosper Brüderlin. „Wir stellen nicht nur Schmuck her, wir verkaufen Emotionen.“ Auch in der Zukunft will die Gold- und Silberschmiede-Innung Aachen mit Aktionen auf sich aufmerksam machen. Die alle zwei Jahre stattfindende Innungs-Ausstellung wird beispielsweise im November 2016 im Krönungssaal des Aachener Rathauses zu sehen sein.

Und auch für das Jahr 2017 gibt es schon Überlegungen. So könnte die dann 50 Jahre andauernde Städtepartnerschaft mit Reims im Vordergrund stehen.

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