Zum Fahrradtag kehrt der Regen zurück

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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Viele Infos rund ums Rad: Während die Erwachsenen beim Fahrradtag am Elisenbrunnen die unterschiedlichsten Zweiräder begutachten konnten, durften sich die Kinder nach Leibeskräften austoben – zum Beispiel auf historischen Spielzeugen in der Rotunde. Foto: Andreas Schmitter
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Viele Infos rund ums Rad: Während die Erwachsenen beim Fahrradtag am Elisenbrunnen die unterschiedlichsten Zweiräder begutachten konnten, durften sich die Kinder nach Leibeskräften austoben – zum Beispiel auf historischen Spielzeugen in der Rotunde. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Der Oecher Regen ist unerbittlich. Nach zwei Wochen strahlendem Sonnenschein tröpfelt er am Samstag beständig auf die Passanten und Stadtbummler. Am Elisenbrunnen scheint das beim achten Fahrradtag aber niemanden zu stören: Kinder fahren mit Schwung durch den Fahrrad- und Rollerparcours der Verkehrswacht oder drehen auf historischen Spielzeugen in der Rotunde ihre Runden.

Erwachsene trainieren für den Hochradführerschein. Schnäppchenjäger begutachten die aufgemöbelten Gebrauchträder am Stand der Wabe.

Zugegeben: Für den Transport aller Materialien – vom gepimpten Elektrofahrrad mit dicken Ballonreifen für besonders schweres Gelände bis zu den Turnmatten für den Auftritt des Schülerzirkus‘ Configurani der Viktoriaschule wurden motorisierte Fahrzeuge benutzt. Das Ziel des Fahrradtages und der Kampagne „FahrRad in Aachen“ ist dennoch eindeutig: mehr Menschen aufs umweltfreundliche Zweirad bringen. „Das bringt bessere Luft, weniger Lärm und mehr Platz“, lässt Dr. Stephanie Küpper, Leiterin von „FahrRad in Aachen“ bei der Stadt sowie Initiatorin des Fahrradtages, keine Gelegenheit ungenutzt, dafür zu trommeln. Es habe sich seit 2008 auch schon einiges bewegt, sagt sie. „Ohne das mit Zahlen belegen zu können, finde ich schon, dass mehr Leute mit dem Rad unterwegs sind.“ Belastbare Zahlen sollen bald – allerdings nicht mehr in diesem Jahr – Zählgeräte liefern.

Besonders habe das Bemühen an Schulen gefruchtet. „Dort kommen jetzt mehr Kinder mit dem Fahrrad oder auch zu Fuß.“ Die Kinder zu überzeugen, sei in der Regel kein Problem. Es gelte vielmehr, das Bewusstsein der Eltern zu schärfen, nicht immer gleich das Mama-Taxi anzuschmeißen.

„Es ist noch ein Stück zur Fahrradstadt Aachen zu gehen“, erklärt Küppers aber auch unumwunden. Und damit meint sie nicht in erster Linie fehlende Radwege oder Schutzstreifen. Besonders die gegenseitige Rücksichtnahme von Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern brauche noch einiges an Training. Deshalb laute das Kampagnenmotto auch „Gemeinsam unterwegs“. Ein Nachfragen am Stand der Polizei bringt da vielleicht Einsicht. Denn Rücksicht kann den Geldbeutel schonen: Werden beim Einbiegen in ein Grundstück Fußgänger oder Radfahrer gefährdet, kostet das 80 Euro. Fehlender Sicherheitsabstand beim Überholen schlägt mit 30 Euro zu Buche.

Obwohl Aachen und Umgebung beim ersten Anschein kein fahrradfreundliches Terrain bieten, nutzen offensichtlich viele Besucher des Fahrradtages den Drahtesel zum Zeitvertreib. Ein neuer Radtourenführer und eine kostenlose, wasserfeste Fahrradkarte der Städteregion finden reißenden Absatz. Interessant für Städtetouristen: Demnächst sollen 1000 E-Leihräder an 100 Punkten zur Verfügung stehen, um die ganze Stadt an einem Tag besichtigen zu können. Den Regen kann zwar immer noch niemand abstellen, aber dagegen gibt es ja Kleidung.

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