Zugang zu einem schweren Thema finden

Von: Jari Wieschmann
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Brachten den Besucher ein aktuelles Thema näher: Carla Brettschneider (Schirmherrin Freundeskreis), Beatrix Hillermann (Hospizleitung), Martina Deckert, Johannes Wüller und Gregor Palenberg (von links). Foto: Andreas Steindl

Aachen. Wenn das Hospiz am Iterbach im kommenden Jahr seine Pforten öffnet, dann müssen bis zu zehn Prozent des Gesamtbudgets durch Spenden finanziert werden – insgesamt rund 120.000 Euro. Aus diesem Grund hat der Freundeskreis im Apollo-Kino nicht nur seine Schirmherrin Carla Brettschneider vorgestellt, sondern auch um Spenden und neue Mitglieder geworben.

Passend zur Umgebung stand mit der Dokumentation „Der Tod – mein Leben“ ein Film über die Gründerin der modernen Hospizbewegung, Cicely Saunders, auf dem Programm.

„Zupackende Öcherin mit Herz“

Obwohl der Beitrag bereits vor 25 Jahren entstand, sind die Inhalte immer noch relevant und werden auch in den Betrieb des Hospiz am Iterbach einfließen. Hierüber berichteten die künftige Leiterin Beatrix Hillermann, Ehrenamtsleiterin Martina Deckert und Johannes Wüller, Ärztlicher Leiter bei Home Care, in einem Expertengespräch.

Doch zunächst stand die Schirmherrin im Vordergrund. „Mit Carla Brettschneider haben wir eine zupackender Öcherin mit Herz für unseren Freundeskreis gewinnen können“, so der Vorsitzende Gregor Palenberg. „Durch die Anfrage hat sich für mich eine Tür zu einem Thema geöffnet, das uns zwar alle betrifft, aber mit dem wir uns nicht gerne auseinandersetzen. Es geht darum, den Menschen auf ihrem letzten Weg zu helfen, ihnen zur Seite zu stehen und eine schöne Zeit zu bereiten“, begründete Brettschneider ihr Interesse an diesem Amt.

Die Grundlagen hierfür hat die Engländerin Cicely Saunders gelegt, indem sie im Jahr 1961 in London ein Hospiz gründete und sich damit in den Dienst für sterbende Menschen stellte. „Das daraus entstandene Vier-Säulen-Modell hat auch heute noch Relevanz“, sagte Beatrix Hillermann in einem Gespräch im Anschluss an den Film. Hierzu gehören neben der medizinischen Versorgung der Gäste auch die Pflege, die psychosoziale Begleitung und eine spirituelle Komponente. „Wir müssen den Menschen Rituale anbieten“, so Hillermann. Aus diesem Grund wird das Hospiz am Iterbach auch einen Raum der Stille erhalten. Der Palliativmediziner Johannes Wüller ergänzte in dieser Hinsicht, dass alle Säulen die gleiche Bedeutung haben. Zeit und Aufmerksamkeit seien ebenso wichtig, wie eine effiziente Schmerztherapie.

Weitere Unterstützer gesucht

Über die Ausbildung der ehrenamtlicher Helfer berichtete Martina Deckert: „Die Zusammensetzung wird immer bunter und vielfältiger“. Momentan werden 15 Personen in 100 Unterrichtsstunden auf ihre Arbeit vorbereitet. Der nächste Kurs beginnt im August 2015. Um den Eigenanteil von zehn Prozent stemmen zu können, sucht der Förderverein „Freundeskreis Hospiz am Iterbach“ mit seiner Kampagne „1000 Freude für das Hospiz“ Mitglieder, die pro Jahre eine Summe von 100 Euro spenden wollen. Der Kinosaal war zumindest schon mal voll. „Carla Brettschneider hat ihre Feuertaufe bestanden“, freute sich der Vorsitzende Gregor Palenberg.

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