Zuerst flogen Eier, dann Bierflaschen

Von: Wolfgang Schumacher
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Aachen. „Bei Addi“, das ist eine anerkannt gute Adresse in Aachen-Brand, sogar einen Saal hat die alteingesessene Gaststätte zu bieten, in dem regelmäßig Veranstaltungen stattfinden. Weil es trotzdem in der Halloween-Nacht des Jahres 2011 hier zu einer Wirtshausschlägerei mit schweren gesundheitlichen Folgen für ein Opfer kam, müssen sich seit Montag neun männliche Jugendliche im Alter zwischen 16 und 18 Jahren vor dem Jugendschöffengericht verantworten.

Wie bei Jugendsachen allgemein üblich, verhandelt die Vorsitzende Richterin Edith Kessel-Crvelin unter Ausschluss der Öffentlichkeit, weil im Jugendstrafrecht der Erziehungsgedanke im Vordergrund auch der richterlichen Entscheidungen steht. So teilte die Sprecherin des Landgerichts, Richterin Daniela Krey am Montag auf Anfrage mit, dass am Morgen die Anklage verlesen wurde und noch drei weitere Verhandlungstage angesetzt seien. Angeklagt ist laut Krey gefährliche Körperverletzung, die Beihilfe dazu und ein versuchter Raub.

Seit langem beklagen die Behörden, dass es an Halloween verstärkt gewalttätige Übergriffe von jungen Menschen gebe. 2011 war es besonders schlimm. So begann die Randale bei Addi damit, dass zunächst Eier an die Fenster des Lokals flogen. Ein Mitarbeiter der Gaststätte ging nach Draußen und wurde von den Jugendlichen übel beschimpft und dann angegriffen. Laut Anklageschrift sollen sie den damals 60-Jährigen, es ist ein Verwandter des Betreibers, geschlagen und getreten haben. Es flogen Bierflaschen, von denen eine den Mann am Kopf und im Gesicht traf. Das Opfer musste mit Brüchen im Gesicht in die Klinik eingeliefert werden, er ist durch die Gewalttaten auf seinem rechten Auge blind geblieben.

Zu allem Überfluss durchwühlte ein Täter noch die Taschen des Opfers. Es ist davon auszugehen, dass die Jugendlichen unter Alkoholeinfluss handelten. Das Polizeiresümee damals sprach von „einer enormen Brutalität, von reichlich Randale und jeder Menge Unfug“. Der Prozess wird am 15. Mai fortgesetzt.

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