Aachen - Zu lauter Karneval? Krach ums Festzelt in Brand

Zu lauter Karneval? Krach ums Festzelt in Brand

Von: Robert Esser
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Hoher Schallpegel: Das provisorische Festzelt in Brand sorgt für Ärger. Foto: Michael Jaspers / Ralf Roeger
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Hoher Schallpegel: Das provisorische Festzelt in Brand sorgt für Ärger. Foto: Michael Jaspers / Ralf Roeger

Aachen. Wenn Ballermann-Star Tim Toupet am Karnevalssamstag im Brander Festzelt „Du hast die Haare schön“ grölt, kriegt so mancher Anwohner einen Fön. Schon nach den ersten Veranstaltungen im provisorischen Brander Festzelt am Rande des neuen Gewerbegebietes an der Nordstraße – 130.000 Quadratmeter des ehemaligen Militärareals Camp Piritte – liegen dem Bezirksamt etliche Beschwerden vor.

Nach der Schließung der Gaststätte Ellerhof hatte die Aachener Stadtverwaltung dem Bürgerverein ein Grundstück auf der riesigen Brachfläche asphaltiert. Über ein Dutzend Karnevalsveranstaltungen sollen dort bis Aschermittwoch über die Bühne gehen.

Einige Anwohner wehren sich nun gegen den Lärmpegel, den weniger die bis zu 650 Besucher pro Abend als vielmehr „wummernde und vibrierende Bässe“ aus der Musikanlage verursachen. So schildert es jedenfalls Nachbarin Edith Ortmanns, obwohl ihr Haus einige hundert Meter entfernt vom Festzelt steht. „Die Nutzung des Festzeltes für karnevalistische oder sonstige Zwecke ist für mich nicht akzeptabel“, empört sich die Hauseigentümerin. „Obwohl wir hochwertige Schallschutzfenster haben, sind Arbeiten und Schlafen in keinster Weise mehr möglich. Allein das Aufhalten in den Räumen verursacht Kopfschmerzen“, klagt sie.

Ortmanns, die dort ein Architekturbüro leitet, spricht von „erheblicher Geschäftsschädigung“ und „starker gesundheitlicher Schädigung“ durch „stundenlang anhaltende Schallimmissionen“. Sie fragt: „Soll die ganze Nordstraße an den nächsten Wochenenden in Urlaub fahren?“ Und sie fordert ein Schallschutzgutachten.

Eine Schallpegelmessung hat das zuständige Bezirksamt in Brand nun für die nächste Karnevalsveranstaltung am kommenden Wochenende angekündigt. Außerdem will man am  Mittwoch das Gespräch mit den Brander Vereinen – etwa Erste Große Brander, Brander Stiere und Brander Unterbähner – sowie betroffenen Anwohnern suchen.

„Wir möchten gemeinsam eine für alle tragbare Lösung finden“, erklärt Rita Klösges vom Presseamt auf AZ-Anfrage. Einerseits gelte es, den Vereinen nach Wegfall der einzigen Veranstaltungsstätte Ellerhof eine Alternative zu ermöglichen, sagte sie. Andererseits müsse man das Ruhebedürfnis von Anwohnern berücksichtigen. Derzeit liegt offenbar für die meisten Veranstaltungen eine behördliche Genehmigung bis 2 Uhr morgens vor.

Dass wummernde Bässe über hunderte Meter aus einem dünnen Zeltbau in weite Nachbarschaft getragen werden, kann verschiedene Gründe haben. Starke Winde – wie in den vergangenen Tagen – befördern Tonwellen weiter als üblich. Denkbar ist auch, dass die heutzutage sehr zielgenaue Beschallungstechnik im Zelt nicht auf modernstem Stand ist und deshalb zu viel „Geräuschkulisse“ in die Umgebung abstrahlt.

Der Vorsitzende der Ersten Großen Brander, Wilfried Alt, bedauert den Unmut: „Wir hatten alle Anwohner eingeladen; einige sind voller Freude ins Zelt gekommen. Mit anderen müssen wir nun eine Lösung finden“, sagt er.

Angesichts der Gemütslage einzelner Beschwerdeführer könnte das haarig werden...

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