Aachen - Zu kleine Mensen: Stadt will Millionen in Schulen stecken

Zu kleine Mensen: Stadt will Millionen in Schulen stecken

Von: Stefan Herrmann
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Ein Mittagessen gehört zum Offenen Ganztag dazu. Doch die Raumkapazitäten vieler Grundschulen stoßen längst an Grenzen. In Aachen will die Stadt jetzt Millionen in ihre Schulen stecken. Foto: Franzsika Kraufmann/dpa

Aachen. Krach, Hektik, viel zu wenig Platz: Für zahlreiche Aachener Grundschulkinder kann die Devise eigentlich nur „Augen zu und durch“ lauten, wenn sie sich mittags in die Mensa stürzen. Denn mit Genuss und Ruhe hat die Verpflegung an zahlreichen Schulen nichts zu tun.

Das Problem: Es fehlt vielerorts schlichtweg an Platz beziehungsweise geeigneten und entsprechend ausgestatteten Räumen. Denn viel mehr Eltern als zunächst erwartet haben in den vergangenen Jahren ihren Nachwuchs an einer Ganztagsschule angemeldet.

Die Verwaltung hat daher zuletzt beschlossen, zunächst die Grundschulen genauer unter die Lupe zu nehmen, bei denen die Not offensichtlich am größten ist. Nach einem knappen Jahr ist aus der Prioritätenliste gewissermaßen eine Super-Prioritätenliste geworden. Denn bei den Begehungen der elf Grundschulen, in denen die Verwaltung von vornherein vor allem den Mensabereich als „unzureichend“ oder „nicht vorhanden“ bezeichnete, kristallisierten sich drei heraus, bei denen besonders dringender Handlungsbedarf besteht.

Experten des Fachbereichs Schule und des Gebäudemanagements schlagen der Politik daher vor, zunächst die KGS Hanbruch, die KGS Michaelsbergstraße und die KGS Passstraße anzupacken. Die aufwendigen Um- und Neubauten an den drei Standorten werden laut ersten Kalkulationen mit gut 2,7 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Besonders in der KGS Hanbruch nahe der Schanz gibt es laut Verwaltungsvorlage, die im kommenden Schulausschuss (Donnerstag, 18. Februar, 17 Uhr, Verwaltungsgebäude Mozartstraße) „erhebliche Raumdefizite“. Der Mensabereich ist viel zu klein. Auch die Räume für die Lehrer und die Schulverwaltung seien an der Hanbrucher Straße unzureichend, die Klassenräume würden sich überdies nicht dazu eignen, dass man sie multifunktional für Vormittagsunterricht wie auch für die Nachmittagsbetreuung im Rahmen des Ganztags nutzen könne.

Große Kostenunsicherheit

Daher, so der Plan der Verwaltung, soll die Pausenhalle aufwendig hergerichtet werden. Auch am bestehenden Gebäude sollen Umbauten stattfinden. Kostenpunkt der Maßnahme: 990.000 Euro. Voraussichtlich. Denn in einem so frühen Planungsstadium können die später tatsächlich anfallenden Kosten noch um bis zu 40 Prozent variieren.

Die KGS Michaelsbergstraße muss derzeit ebenso wie die KGS Passstraße sogar Räume anmieten, um einen reibungslosen Unterricht zu gewährleisten. Erstere kommt in Räumen des Marienhospitals unter, die Grundschule Passstraße in der benachbarten Kita. In Burtscheid soll daher an der Michaelsbergstraße ein multifunktionaler Großraum für 950.000 Euro gebaut werden, um den Mensa-, Unterrichts- und Ganztagsbetrieb besser umsetzen zu können. Hierfür sollen für weitere 385.000 Euro so genannte Differenzierungs- und Gruppenräume entstehen.

Noch am günstigsten zeichnen sich die vorgesehenen Umbauten an der Passstraße ab. 374.000 Euro möchte man in die Hand nehmen, um die Räume baulich so anzupassen, dass sie künftig effektiver, sprich multifunktional genutzt werden können.

Denn in der Grundschule in der Nähe des Stadtgartens fehlt es vor allem an entsprechend ausgestatteten Räumen, um Kinder mit besonderem Förderbedarf – Stichwort Inklusion – zu unterrichten sowie Sprachkurse anbieten zu können.

Einen groben Zeitplan, wann an den drei Schulen die Bauarbeiter aufschlagen, gibt es laut städtischem Presseamt aber noch nicht. Zunächst muss die Politik nun grünes Licht geben, dann erst sind die Experten des Gebäudemanagements am Zug und arbeiten die Ausbaupläne detailliert aus. Es zeichnet sich jedoch ab, dass sich die weiteren acht Grundschulen auf der Prioritätenliste (GGS Brander Feld, GGS Montessori-Schule Matarestraße, KGS Auf der Hörn, GGS Richterich, KGS Düppelstraße, GGS Laurensberg, KGS Luisenstraße und KGS Kornelimünster) noch in jeder Menge Geduld üben müssen, bevor auch ihre Mensa- und Unterrichtsraum-Engpässe der Vergangenheit angehören.

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