Aachen - Zollmuseum: Erben setzen Frist bis Januar

Zollmuseum: Erben setzen Frist bis Januar

Von: Matthias Hinrichs
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Bewegte Vergangenheit – Zukunft offen: Nach wie vor stehen zahlreiche Exponate des Zollmuseums Friedrichs zur Disposition. Und mehr denn je: Eine Erbengemeinschaft hat jetzt ein Ultimatum zur Auszahlung ihres Pflichtanteils bis Ende Januar gestellt. 30 000 Euro müssen aufgebracht werden, um eine Zwangsvollstreckung zu verhindern. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Auch an der Schwelle zum neuen Jahr steht das Zollmuseum Friedrichs im alten Grenzhaus an der Horbacher Straße weiter auf tönernen Füßen: Die finanzielle Zitterpartie für die Betreiber – allen voran der pensionierte Zollbeamte Kurt Cremer und der Heimatverein Heydener Ländchen – ist alles andere als ausgestanden.

Nach wie vor sucht Cremer gemeinsam mit dem städtischen Kulturbetrieb nach Möglichkeiten, die einzigartige Sammlung zu sichern. Zumal die Rechtsvertreter der Erbengemeinschaft, die bereits seit knapp drei Jahren Anspruch auf Auszahlung ihres Anteils an den nach wie vor in Privatbesitz befindlichen Objekten erheben, den Druck jetzt massiv erhöht haben. Die Anwälte fordern, dass die Summe – im Ganzen gut 30.000 Euro – bis Ende Januar überwiesen wird. Andernfalls sei eine „Klageerhebung unumgänglich“. Zwangsvollstreckung droht. Die Erben, heißt es in einem Schreiben an Cremer ferner, seien nicht länger bereit, „sich weiter vertrösten zu lassen“.

Ob und in welchem Umfang die Stadt in die finanzielle Bresche springt, ist unterdessen noch immer offen. Inzwischen liegt immerhin ein Gutachten vor, das den zur Disposition gestellten Objekten durchaus entsprechenden Wert attestiert, bestätigt Irit Tirtey, stellvertretende Leiterin des Kulturbetriebs, auf Anfrage. Am Mittwoch habe sie zudem mit Vertretern der NRW-Stiftung Natur – Heimat – Kultur ausgelotet, inwieweit die Finanzierungslücke gestopft werden könne – Ausgang offen. Um ein Engagement der Stiftung zu ermöglichen, müsse ein neuerliches Konzept über Umfang und Stellenwert der Sammlung vorgelegt werden, das zunächst dem Kulturausschuss des Rates vorgelegt werde, erklärt Tirtey. Der tagt allerdings erst wieder am 30. Januar – einen Tag vor Ablauf der anwaltlichen Frist.

Vom Grundsatz her hatte der Ausschuss indes bereits im April 2012 die Bereitschaft der Stadt unterstrichen, die Sammlung in Gänze zu erhalten. Überdies ist Cremer weiter auf der Suche nach Sponsoren. Drei potenzielle Geldgeber habe er in jüngerer Zeit um Unterstützung gebeten, bekräftigt er: „Es wäre ja ein Jammer, wenn das Herzstück der Sammlung verloren ginge und damit die Existenz des Museums aufs Spiel gesetzt würde wegen der vergleichsweise geringen Finanzierungslücke.“

Zwei neue Ehrenamtler

Unterdessen hat Cremer seinerseits einen knapp 80-seitigen „Leitfaden“ rund um die Bestände des Hauses verfasst. Zwei neue Ehrenamtliche würden derzeit eingearbeitet. Am Sonntag, 5. Januar, sowie Sonntag, 19. Januar, stehen die nächsten Führungen für Einzelpersonen und Familien an. Auch Gruppenführungen können weiter vereinbart werden: 9970615.

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