Zoff um Pferde am Bahnhof kommt nicht aus den Hufen

Von: Matthias Hinrichs
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Bleibt eisern in Sachen Bronzepferde: Bonifatius Stirnberg will, dass seine Skulptur in den Originalzustand versetzt wird. Andernfalls will er sie zurückkaufen. Aber auch da zieht die Stadt nicht mit. Foto: Jaspers

Aachen. Für den unbedarften Beobachter rennen Bonifatius Stirnbergs Bronzepferde auf dem Bahnhofsplatz unverdrossen weiter. Im Streit zwischen Künstler und Stadt über die Versetzung der Skulpturengruppe nach der Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes bewegt sich allerdings nichts.

Nach einem „Sondierungsgespräch” - am Freitagmittag gegen 12 Uhr im städtischen Rechtsamt an der Kasinostraße - blieben die Standpunkte praktisch ebenso betonfest wie der Sockel des Kunstwerks im Schatten des Hochhauses.

Vor allem um Letzteren sollte dabei noch einmal intensiv gerungen werden: Wie berichtet, hatte die Verwaltung Stirnbergs Forderung, das tierische Ensemble wieder an seiner ursprünglichen, zentraleren Position aufzustellen, zurückgewiesen.

In einem langwierigen Prozess um die Urheberrechte des Künstlers auf der einen, die der Platzgestalter auf der anderen Seite hatte das Landgericht Köln indes bereits entschieden: Die Pferde durften 20 Meter weiter Richtung Hackländerstraße traben.

„Wir haben jetzt vorgeschlagen, den Sockel um einige Zentimeter nach hinten zu erweitern, um der Forderung des Künstlers, das Fundament wieder flacher und länger zu gestalten, entgegenzukommen”, erklärte Michael Klee vom Rechtsamt. Alles andere - und insbesondere eine komplette Versetzung des Betonfußes - sei schlicht zu kostspielig.

Stirnberg freilich mag sich damit keineswegs abfinden: „Aus meiner Sicht muss die Stadt den Sockel so oder so neu anlegen - was soll also diese Fummelei?” I

mmerhin habe das Landgericht nämlich auch entschieden, dass die innere Beschaffenheit der Rössergruppe wieder in ihren alten Zustand zurückzuversetzen sei.

Dies hatte ein Richter des Oberlandesgerichts Köln bei einem Ortstermin am 4. Mai im Prinzip bestätigt, sich in der „Standortfrage” allerdings dem Schiedsspruch aus erster Instanz angeschlossen - und im Übrigen ein Urteil für den 12. Juni in Aussicht gestellt.

Konsequenz aus Stirnbergs Perspektive: „Dann wäre die sauberste Lösung, dass die Stadt mir mein Werk gegen Erstattung der Materialkosten zurückgibt.”

Eine solch unrühmliche Rosskur indes erschiene den Rechtsvertretern der Verwaltung quasi als inakzeptabler Kuhhandel.

Klee: „Die Skulptur gehört der Stadt. Sie schätzt das Werk von Herrn Stirnberg als echtes Aushängeschild - und möchte es gern behalten.”
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