Zivilcourage: Vorbilder, die Mut machen

Von: Tim Habicht
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Sie treten gemeinsam für Zivilcourage ein: Die Preisträger, Laudatoren und Organisatoren des Bürgerpreises. Foto: Andreas Herrmann
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Sie treten gemeinsam und engagiert für Zivilcourage ein: die Preisträger, Laudatoren und Organisatoren des Bürgerpreises. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. 40 Bilder schmücken den Mediensaal des Hauses der Städteregion in der Zollernstraße. Auf ihnen sind Gewalttaten zu sehen. Auch Mobbing wird dargestellt. Doch all diese Bilder haben eins gemeinsam: Stets zeigt eine Person Zivilcourage und setzt sich für Mitmenschen ein.

Die Bilder, von Kindern der drei weiterführenden Schulen aus Baesweiler gemalt, bilden den künstlerischen Rahmen bei der Verleihung des Bürgerpreises Zivilcourage 2013. Sie sollen eine neue Perspektive bieten und auch Erwachsene zum Nachdenken und vor allem Handeln anregen.

Die drei Preisträger, eine Einzelperson und zwei Bündnisse, haben dies schon längst verinnerlicht. Sie schauen nicht mehr weg. Sie handeln. „Alle Preisträger sind aus der Mitte unserer Gesellschaft. Für sie ist es eine Selbstverständlichkeit Zivilcourage zu zeigen. Sie pflegen die Kultur des Hinsehens und Helfens. Sie werden das nicht gerne hören. Aber sie sind auch kleine Helden“, eröffnet Helmut Etschenberg. Städteregionsrat, die Preisverleihung.

Zuerst wird Sophie Kluck ausgezeichnet. Sie handelte besonders besonnen bei einem Brand in der Euregiobahn. Die Bahn-Angestellte sorgte mit ihrem beherzten Eingreifen und vor allem mit kühlem Kopf dafür, dass alle Fahrgäste den Brand unbeschadet überstanden. „Es ist eigentlich der Job von Frau Kluck. Aber man kann eine Situation so oft trainieren, wie man möchte. Der Ernstfall ist immer etwas anderes. Diese besondere Herausforderung meisterte sie tadellos. Außerdem steht die Verleihung des Preises stellvertretend für alle Menschen, die sich täglich im öffentlichen Personenverkehr für die Sicherheit der Fahrgäste einsetzen“, äußert sich Laudator Theo Steinröx, Ehrenamtbeauftragter der Städteregion.

Wenn man in den heutigen Tagen über Zivilcourage spricht, kommt man nicht umhin, den aktuellen NSU-Prozess zu erwähnen. Gewalt gegen ausländische Mitbürger und Fremdenhass spielen leider immer wieder eine große Rolle in der heutigen Gesellschaft.

Picknick gegen Rechts

So auch geschehen in Eilendorf, als bekannt wurde, dass im September dieses Jahres Flüchtlinge im Stadtteil untergebracht werden sollen. Pro-NRW nutzte die Situation für eine Kundgebung. Das Eilendorfer Bündnis für Integration wirkte dem entgegen. Es organisierte ein Picknick und führte eine Verschönerungsaktion der zukünftigen Flüchtlings-Wohnungen durch. „Das Bündnis hat mit Stärke und Geschlossenheit gezeigt, dass man nicht wegschauen darf. Menschen muss man Willkommen heißen!“, sagt Manfred Reinders, Ehrenamtbeauftragter der Stadt Aachen, in seiner Laudatio.

Kein Platz für Nazis

Die letzte Auszeichnung ging an das Stolberger Bündnis gegen Radikalismus. Seit Jahren engagiert sich das Bündnis gegen die wiederkehrenden Aufmärsche der extremen rechten Szene in Stolberg. Der größte Erfolg des Bündnisses gemeinsam mit Vertretern der Politik und dem Aachener Polizeipräsidenten Klaus Oelze war das Verhindern des Aufmarsches in diesem Jahr. „Das Bündnis zeigt Gesicht und überlässt den Neo-Nazis nicht die Stadt. Damit zeigen sie: In Stolberg ist kein Platz für euch!“, so Laudator Günter Schabram, Dezernent für Soziales und Integration der Städteregion.

Aachens Bürgermeisterin Hilde Scheidt: „Man kann leicht wegschauen. Deswegen ist es umso wichtiger, dass es Menschen gibt, die Mut und Zivilcourage zeigen. Ich bin stolz darauf, dass Aachen eine weltoffene und tolerante Stadt ist und dass es Menschen gibt, die sich gegen diese schrecklichen Rechten wehren. Die mit dem Bürgerpreis Ausgezeichneten sind dabei die Vorbilder. Das macht Mut!“

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