Aachen - Zentrum für Soziales und Kultur: Nun ist die Halle dran

Zentrum für Soziales und Kultur: Nun ist die Halle dran

Von: Kathrin Albrecht
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Die Sanierung der Halle steht kurz bevor: Hans Montag, Manfred Lennartz, Kathrin Futterlieb, Fabian Kumkar und Dieter Begaß (v.l.) präsentierten im ehemaligen Straßenbahndepot die Umbaupläne. Foto: Andreas Schmitter
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Arbeiten auf dem Dach: An der Talstraße soll ein Ort der Begegnung für die Menschen in Aachen-Nord entstehen. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. „Bergfest“ – so bezeichnet eine Metapher den als einschneidend empfundenen Zeitpunkt in der Mitte eines bestimmten Zeitabschnitts. Und so konnten auch Stadt und Bauherren ihr eigenes Bergfest beim Umbau des alten Straßenbahndepots an der Talstraße feiern, der vergangenen Herbst begonnen hat.

Die Sanierungs- und Umbauarbeiten im ersten Bauabschnitt, dem ehemaligen Verwaltungsgebäude, sind fast abgeschlossen. In diesem Teil entstehen Büro- und Seminarräume sowie Ateliers für die Nutzer. Unter anderem wird das Atelierhaus hier einziehen, der Kinderschutzbund verlegt seine Heimat dorthin und auch die Offene Tür Talstraße wird am alten Standort neue Räume belegen.

In diesem Teil des Gebäudes, der aus den 50er Jahren stammt, sei wenig zu machen gewesen, erklärt Hans Montag vom Architekturbüro pbs. Zwar wurden Grundrisse verändert, um die neuen Räume an die Bedürfnisse der Nutzer anzupassen, die Bausubstanz selbst erforderte keine weiteren Maßnahmen. „Wir sind optimistisch, die Arbeiten Ende des Jahres abzuschließen“, so Manfred Lennartz, Abteilungsleiter des hochbautechnischen Gebäudemanagements der Stadt.

Erster Einzug im Frühjahr 2016

Ein Bezug ist jedoch erst zum Frühjahr 2016 geplant, wenn auch die Halle fertig wird. Dies habe zum einen logistische Gründe, und auch die Kosten sprächen für diese Lösung, erklärt Dieter Begaß vom Fachbereich Wirtschaftsförderung der Stadt. „Mieter wie das Atelierhaus beziehen ja auch in der späteren Halle Räume, für sie gestaltet sich ein Umzug in Etappen schwierig.

Berechnungen haben außerdem ergeben, dass eine Vermietung der Räume ab 2015 sich mit den noch entstehenden Kosten für den Umbau aufheben, so dass am Ende ein Nullsummenspiel dabei herauskommt.“ Der etwas verschobene Zeitplan sei den EU-Fördermitteln geschuldet, die neben Geldern von Land und Bund mit in die Umbaumaßnahmen fließen. „Die Frist für die Fördergelder läuft jetzt und die Mittel verfallen, wenn wir sie nicht jetzt abrechnen“, erklärt Begaß.

Am 25. August beginnen die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt. In der alten Depothalle wird mehr an die Substanz herangegangen als ursprünglich geplant. „Wir ziehen in der Halle eine Zwischenetage ein, um der großen Nachfrage nach Nutzungsflächen gerecht zu werden.

Dafür müssen wir die Säulen, die die Dachkonstruktion tragen, verstärken“, erklärt Manfred Lennartz. Auch das Fundament muss verstärkt werden, um die zusätzlichen Lasten zu tragen. „Wir werden auch nicht alle Oberlichter im Dach, die Scheds, erhalten können“, bedauert Lennartz. Dafür werden die zum Teil zugemauerten Fenster wieder geöffnet und teilweise bis auf den Boden erweitert.

Der Mitteltrakt der Halle soll wie eine Piazza gestaltet werden, auch links und rechts daneben entstehen Flächen, die zur Nutzung offenstehen. Die alte Schlosserei soll zukünftig eine Gastronomie beherbergen. Die alten Pforten der Schlosserei sollen als „schmückende Wandelemente“ erhalten bleiben. „Die Patina, die einzelne Elemente mitbringen, möchten wir schon erhalten“, erläutert Hans Montag.

Die Stadtteilbibliothek wird auf zwei Etagen einziehen, außerdem entstehen Ateliers für Unternehmen der Designmetropole Aachen. Daneben werden Räume geschaffen, die für Anwohner frei nutzbar sind, wie der „Hochzeitsraum“ im Erdgeschoss des ehemaligen Verwaltungsbaus. Auch das Stadtteilbüro Aachen-Nord wird vom Rehmplatz in das Depot umziehen. Unter der Halle befindet sich ein Kellergeschoss, in dem weitere Werkstätten für das Atelierhaus und die Jugendberufshilfe entstehen. Auch ein Tanz- und Theaterraum werden dort eingerichtet.

Kosten: 9,4 Millionen Euro

Von Anfang an seien die zukünftigen Nutzer in das Projekt mit einbezogen, betont Begaß. So sei auch der Hochzeitsraum aus einer Nutzerbefragung heraus entstanden. „Es wurde ein Raum gewünscht, in dem die Anwohner auch Familienfeiern gestalten können.“ Die Vermietung des Raums wird das Stadtteilbüro übernehmen. Auch im Außenbereich wird sich einiges tun. Eine neue Zufahrt zum Depot wird geschaffen, etwa 60 Parkplätze entstehen.

Auch der Eingangsbereich an der Talstraße wird umgestaltet. Aus dem Innenraum soll ein Steg bis in den angrenzenden Park führen. „Wie ein Krake“ soll das neu gestaltete Depot in den Stadtteil Aachen-Nord hineinreichen und kulturelle und soziale Impulse setzen. 9,4 Millionen Euro kostet der Umbau insgesamt. Im September soll außerdem ein Pavillon auf dem Außengelände errichtet werden, der von den Bauherren als eine Art „Infobox“ genutzt wird, aber auch Anwohnern und Stadtteilprojekten zur Nutzung offensteht.

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