Zentrum für 1000 Flüchtlinge in Aachen?

Von: Oliver Schmetz
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Eine Erstaufnahmeeinrichtung des Landes soll am Westbahnhof entstehen. Foto: Patrick Nowicki

Aachen. Der Stadt Aachen steht eine weitere große Herausforderung bei der Bewältigung des Flüchtlingsandrangs bevor. Denn nach Informationen unserer Zeitung verfolgt die Kölner Bezirksregierung konkrete Pläne, in Aachen eine Erstaufnahmeeinrichtung des Landes für rund 1000 Personen aufzubauen.

Angesiedelt werden soll das neue Zentrum demnach auf dem ehemaligen Schenker-Gelände neben dem Westbahnhof. Für die Unterbringung der Flüchtlinge sollen die Gebäude auf dem Areal sowie die Freiflächen genutzt werden. Auf letzteren könnten Wohncontainer und – im Notfall – auch Zelte aufgestellt werden.

Ein Sprecher der Aachener Stadtverwaltung bestätigte am Sonntag auf Anfrage den Vorstoß der Kölner Bezirksregierung. „Erstmals“ habe sich die Regierungspräsidentin am Freitag „mit dieser Idee“ schriftlich an die Stadt gewandt, sagte er – „aber es ist noch nichts konkret“.

In dieser Woche wolle man erste Gespräche über das Flüchtlingszentrum mit dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) in Aachen führen, der das Projekt federführend betreue. Man gehe „mit Interesse“ in die Gespräche, heißt es bei der Stadt.

Nach Informationen unserer Zeitung sind die Pläne aber durchaus konkret. Demnach soll die Einrichtung vor Weihnachten bezugsfertig sein und ist nur eine von mehreren, die aktuell im NRW geplant sind. So sollen auch auf einem BLB-Grundstück in Köln und am Kraftwerk Neurath in Grevenbroich Erstaufnahmeeinrichtungen entstehen. Sowohl beim BLB in Aachen als auch bei der Kölner Bezirksregierung war am Sonntag aber nichts Näheres zu erfahren.

Mit dem neuen Zentrum würde sich die Zahl der Flüchtlinge in Aachen um rund 40 Prozent erhöhen. Aktuell beherbergt die Stadt knapp 2400 Personen – neben 1100 zugewiesenen und 540 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in städtischen Einrichtungen auch 750 Menschen in Notunterkünften des Landes.

Weil man damit das von der Bezirksregierung geforderte Soll bereits erfüllt hatte, war man in Aachen zuletzt eigentlich von einer „kleinen Atempause“ ausgegangen.

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