Zensus: Auf diesen Zahlen kann Aachen aufbauen

Von: Thorsten Karbach
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zensus 2011
In Aachen hat die Bautätigkeit abgenommen, aber neue Projekte sind auf dem Weg. Foto: dpa

Aachen. So hat sich der Zensus für Aachen ganz gewiss ausgezahlt. In sage und schreibe 1067 Aachener Gebäuden gibt es 13 und mehr Wohnungen. 5400 Gebäude gehören Eigentümergemeinschaften. In 5409 von 8068 Aachener Doppelhaushälften gibt es jeweils nur eine Wohnung. Und überhaupt: In der Stadt werden am 9. Mai 2011 40.261 Gebäude mit 135.577 Wohnungen gezählt. 835 dieser Wohnungen sind unbeheizt.

Eiskalt erwischt hat die Stadt Aachen das Ergebnis der großen Volkszählung. Schließlich hat der Zensus vorgerechnet, dass am 9. Mai 2011 in dieser Stadt „nur“ 236.420 Menschen leben und damit rund 5000 weniger, als in der städtischen Statistik (241.722) erfasst und gar 22.000 weniger, als von IT NRW für das Land gezählt (258.189) worden sind. Wann die Berechnung der Einwohner und die Wirklichkeit auseinandertrieben, ist offen, klar ist aber, dass der Zensus zumindest bei der Erfassung des Wohnraums so noch nicht vorliegende Zahlen ermittelt hat. „Es gab Daten, aber die waren nicht so differenziert“, erklärt Stadtpressesprecher Hans Poth.

So zeigt der Zensus, dass in Aachen 5259 Gebäude mit 19 535 Wohnungen stehen, die bereits vor 1919 gebaut wurden. Er zeigt auch, dass zwischen 1949 und 1978 mit 19.556 Gebäuden und 71.141 Wohnungen die Stadt maßgeblich gewachsen ist. Oder besser: wieder aufgebaut wurde. Das sind 48,6 Prozent aller Gebäude.

Klar, dass nach dem Zweiten Weltkrieg die Bautätigkeit besonders hoch war. Es galt, aus den Trümmern des Krieges der Stadt wieder eine Zukunft zu bauen. Zum Vergleich: In den 30 Jahren nach 1979 wurden nur noch 10.134 Gebäude mit 31.401 Wohnungen gebaut. Diese Entwicklung ist keineswegs Aachen-typisch. Ob in der Städteregion, im Regierungsbezirk, in Nordrhein-Westfalen oder Deutschland. Überall hat sich der Wohnungsbau ähnlich entwickelt.

In Aachen wurden zwischen 2001 und 2004 nur 1088 (2,7 Prozent aller Gebäude), in der Städteregion 4171 (3,4 Prozent) und im Regierungsbezirk Köln 41 056 Gebäude (4,1 Prozent) errichtet und von 2005 bis 2008 732 (1,8 Prozent) im Vergleich zu 3073 (2,5 Prozent) und 31 955 (3,2 Prozent). Doch wurde von 2009 bis 2011 in Aachen verhältnismäßig weit mehr gebaut als in der Städteregion sowie dem Regierungsbezirk.

Zwar liegt der prozentuale Wert mit 1,1 noch hinter dem für die Städteregion (1,2), dem Regierungsbezirk (1,4), dem Land (1,3) und dem Bund (1,2), doch wurde im Verhältnis zu Städteregion und Regierungsbezirk im Vergleich zu den Vorjahren recht viel gebaut. Etwa 29 Einfamilienhäuser und vier Gebäude mit 20 Eigentumswohnungen am Beverpark, 62 Reihenhäuser, 54 Doppelhaushälften, 22 freistehende Häuser und vier Mehrfamilienhäuser am Grauenhofer Weg, zig Quadratmeter im Brander Feld, und, und, und.

So stehen – laut Zensus – 458 neue Gebäude in der Stadt 1475 in der Städteregion und 14 375 im Regierungsbezirk gegenüber. Wurde in der Städteregion über Jahre etwa vier Mal so viel gebaut wie in Aachen, so war es laut Zensus-Statistik von 2009 bis 2011 nur noch drei Mal so viel. Und es gibt weitere Anstrengungen, in Aachen neuen Wohnraum zu schaffen.

Seit dem Zensus-Stichtag, also dem 9. Mai 2011, wurden weitere Großprojekte beschlossen oder schon in Angriff genommen. Allein in Richtericher Dell entstehen 880 Wohneinheiten, am alten Tivoli 130, am Sandhäuschen 40, 150 in Kornelimünster-West, 90 in Lich-tenbusch, 50 am Höfchensweg und 55 an der Rahemühle (Laurensberg). Zudem gibt es laut Hans Poth aktuell rund 30 Bauvorhaben, in denen Wohnraum für Studenten geschaffen wird – beispielsweise am Veltmanplatz. Einwohner mag Aachen – rein statistisch – verloren haben. Wohnraum gewinnt es weiteren hinzu. „Da ist viel auf den Weg gebracht worden“, sagt Poth.

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