„Zeitungsbilder gehören ins Zeitungsmuseum“

Von: Katharina Redanz
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Aachen immer im Fokus: Die Ausstellung der Fotojournalisten läuft noch bis zum 3. April. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die Karlspreisverleihung an Martin Schulz im Mai, die Reit-Europameisterschaften in der Soers, das Großevent „Dom im Licht“ oder der lange Bahnstreik: Nur ein paar Ereignisse, die Aachen im vergangenen Jahr geprägt haben.

Festgehalten wurden all diese Ereignisse – und noch viele mehr – von Aachener Fotojournalisten, die „auch im letzten Jahr immer und überall in der ersten Reihe dabei waren“, meinte Bernd Büttgens, Pressesprecher der Stadt, am Sonntag.

In der Pontstraße sind nun verschiedene Werke aus dem letzten Jahr von insgesamt neun Fotografen zu sehen: Am Sonntag wurde im Internationalen Zeitungsmuseum die Ausstellung „Rückblende 2015 – Aachen in Pressefotografien“ eröffnet. In zwei Ausstellungsräumen im Erdgeschoss drängten sich die zahlreichen Besucher von einem Foto zum nächsten. Nicht selten war ein „ach, weißt du noch?“, zu hören – ebenso Bewunderung für manches Foto.

So begeisterte etwa ein Foto der Silvesternacht von 2014 auf 2015 von Martin Ratajczak: Der Dom vor einem schwarzen Himmel voller Feuerwerk ist darauf zu erkennen. Für viel Gesprächsstoff sorgte auch ein Foto des Karlspreisträgers und EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz – er wurde am Tag der Verleihung im Domhof auf dem Weg zur Toilette von der Kamera ertappt, auf der Aufnahme sucht er Kleingeld in seinem Portemonnaie zusammen.

Bis zu 50.000 Fotos pro Jahr

Die Idee zur Ausstellung hatte der Aachener Fotograf Andreas Herrmann, der seit 36 Jahren für die Presse unterwegs ist. „Das war schon länger mein Wunsch“, erzählt er, „zu viele Fotos verschwinden einfach auf einer Festplatte. Dabei sind sie es wert, nochmal betrachtet zu werden.“ Denn es stecke viel Arbeit dahinter, Fotojournalismus ist mehr als nur „Geknipse“. Zwischen 30.000 und 50.000 Fotos schießt ein Pressefotograf durchschnittlich pro Jahr.

In der Zeitung landet nur ein Bruchteil dieser Bilder, wobei natürlich auch gerade die Auswahl der passenden Fotos für den Bericht hier eine Kunst sei. Dennoch seien es auch die anderen Fotos wert, betrachtet zu werden – „und wohin mit den Zeitungsbildern wenn nicht ins Zeitungsmuseum?“ fragt Andreas Herrmann und lacht.

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