Aachen - Zeichen setzen: 1000 Lichter gegen Gewalt und Rassismus

Zeichen setzen: 1000 Lichter gegen Gewalt und Rassismus

Von: Stephan Mohne
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Laden alle Aachener ein, am 25. Januar auf dem Katschhof ein Zeichen gegen Gewalt, Rassismus und Intoleranz zu setzen: von links OB Marcel Philipp, Musiker Manfred Leuchter, Sevim Dogan (Kommunales Integrationszentrum), Idris Malik (Islamisches Zentrum Aachen), Mehmed Jakubovis (Islamische Gemeinschaft Bosnien-Herzegowina) und Michael Schmitz-Aufterbeck, Generalintendant des Stadttheaters. Foto: Ralf Roeger

Aachen. An historischer Stätte werden sie leuchten, die Lichter gegen Gewalt und Rassismus und für Toleranz, Meinungsfreiheit und Weltoffenheit. 1000 sollen es sein, vielleicht mehr. Denn auf dem Katschhof zwischen Dom und Rathaus soll Aachen zusammenstehen.

„Wir wollen eine Plattform bieten, um im Schulterschluss Gemeinsamkeit zu demonstrieren“, sagt Oberbürgermeister Marcel Philipp. Aachener aller Religionen werden sich dazu am Sonntag, 25. Januar, um 18 Uhr im Herzen der Stadt versammeln. Motto der Veranstaltung: „Aachen steht zusammen!“

Das Datum ist nicht zufällig gewählt, es bietet sich vielmehr geradezu für eine solche Aktion an. Denn an diesem Tag wird in der Stadt ohnehin das große Karlsfest gefeiert. Außerdem steht das Museumsfest auf dem Plan. Und: Im Alten Kurhaus findet an diesem Sonntag auch noch das fünfte Friedensmahl des Arbeitskreises „Dialog der Religionen“ statt. Wie Sevim Dogan, Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums erläutert, werden dort um 17.30 Uhr Friedenslichter entzündet, bevor sich die Vertreter aller Religionen auf den Weg zum Katschhof machen, wo dann 1000 Kerzen verteilt werden.

Kulturprogramm

Auch ein kulturelles Programm wird es dort geben. So zum Beispiel mit dem Aachener Akkordeonisten Manfred Leuchter. „Ich reise seit 25 Jahren um die Welt und habe in dieser Zeit viel Toleranz erfahren“, sagt er. Da sei es selbstverständlich, dass er auf dem Katschhof auftrete. Das tut er nicht alleine. Mit ihm steht sein Musikerfreund Mohamed Najem aus Palästina auf der Bühne, mit dem er jüngst noch eine CD in Ramallah und Ost-Jerusalem aufgenommen hat.

Beiträge wird es auch seitens des Ensembles des Stadttheaters geben. Dessen Generalintendant Michael Schmitz-Aufterbeck unterstreicht, dass mit den Terroranschlägen in Paris alle kulturellen Institutionen angegriffen worden seien. Im Theater arbeiteten indes Menschen vieler Nationen, das sei völlig normal. Noch in dieser oder aber der nächsten Spielzeit, so Schmitz-Aufterbeck, wolle man auch programmatisch darauf eingehen.

Einen Schulterschluss gibt es auch bei den muslimischen Gemeinden in der Stadt. Unisono brachten am Mittwoch im Rathaus Idris Malik, Vorstand des Islamischen Zentrums Aachen Bilal-Moschee, und Mehmed Jakubovic, Imam der islamischen Gemeinschaft Bosnien-Herzegowina, ihre Wut über die Anschläge zum Ausdruck. „Unsere Religion wird missbraucht, wir fühlen uns verraten“, so Malik. Die Antwort auf Karikaturen, von denen man sich durchaus verletzt fühle, „geben Muslime nicht mit Gewalt“, betonte er. Es bedürfe vielmehr einer „geistigen Auseinandersetzung“.

Aachen, so unterstrich er, sei „eine Stadt, die alle Menschen willkommen heißt“. Überdies heißt es in einer Erklärung des Islamischen Zentrums: „Nur gemeinsam können wir gewährleisten, dass Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und Intoleranz nie einen Platz in Aachen finden werden.“ Und weiter: „Neben den Menschenleben wurden auch unsere Grundfreiheiten und religiösen Werte zum Opfer dieser Wahnsinnigen. So sehr sie sich auch bemühen, eine Rechtfertigung für ihre Verbrechen werden sie aber in keiner Religion finden.“ Jetzt wolle man gemeinsam ein Zeichen setzen, so Malik und Jakubovic.

„Kommt alle her und macht mit!“

Das sollen laut OB Philipp möglichst viele Aachener spontan an diesem Tag tun. Und Stadtsprecher Bernd Büttgens sagt: „Die Devise lautet: Kommt alle her und macht mit!“ Wer außer den vorhandenen Kerzen selber noch eine mitbringen will, ist dazu ebenfalls eingeladen. Denn am Ende sollen möglichst viele Lichter signalisieren: „Aachen steht zusammen!“

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