Aachen - Zehn Jahre Integration auf dem Bauernhof

Zehn Jahre Integration auf dem Bauernhof

Von: Svenja Pesch
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Zehn Jahre Via: Geschäftsführer Alois Poquett sprach anlässlich des Geburtstages vor zahlreichen Gästen aus der politischen und der sozialen Landschaft. Foto: Kurt Bauer

Aachen. Wenn sich zehn Jahre wie 30 Jahre anfühlen und wenn sich das Schiff nach vielen Höhen und Tiefen nun in ruhigem Fahrwasser bewegt, dann lässt das, wie Alois Poquett, Geschäftsführer von VIA Integration erzählt, erkennen, welchen Weg das Unternehmen bisher gegangen ist. Ohne ein paar Hürden und Steine, die in den Weg gelegt werden, geht es eben dann doch nicht.

Doch Poquett und sein Team gehören nicht zu den Menschen, die resignieren und das Vorhaben als gescheitert betrachten – im Gegenteil: Für das Integrationsunternehmen, bei dem behinderte und nicht behinderte Menschen ganz selbstverständlich und Hand in Hand zusammenarbeiten, wurde gekämpft. Mit Erfolg wie sich zeigt, denn VIA feiert auf Gut Hebscheid nun zehnjähriges Bestehen.

Begonnen hatte alles 1996 durch die Übernahme der biologisch-dynamisch geführten Gemüsegärtnerei von Waltraud Hoven in Kornelimünster. Es war der Einstieg zur Errichtung eines Arbeitsfeldes für psychisch kranke Menschen im gärtnerischen Bereich, aus dem sich nach und nach ein immer größer werdendes Unternehmen entwickelte. Die „Pionierin“, wie Poquett Hoven bezeichnet, starb mit 91 Jahren, doch ihr Engagement und ihre Lebensfreude lebt VIA täglich.

Dr. Thomas Griese, Aufsichtsrat der Wabe e.V., lobt vor allem das beständige und gute Vorankommen des Integrationsunternehmen: „VIA arbeitet Schritt für Schritt und zeigt erfolgreich, wie man gemeinsam etwas erreichen kann. Seit im Jahr 2000 im Grundgesetz abgesichert wurde, dass Behinderte und Nichtbehinderte in Betrieben zusammen arbeiten sollen, ist VIA eines der ersten Unternehmen, die diese Philosophie verfolgt haben.“

Zudem betont Griese, dass der Anbau und die Vermarktung von ökologisch hergestellten Lebensmitteln auch aktuelle Themen seien – in diesen Bereichen gebe es großen Bedarf.

Mehr als 100 Mitarbeiter

VIA, das auf Gut Hebscheid Obst und Gemüse in Bioland-Qualität erzeugt, ist im Bereich Gartenbau der größte Auszubildende in ganz Nordrhein-Westfalen. Über 100 Menschen finden auf dem großen Hof, der mit seinen alten Mauern und liebevoll hergerichteten Gärten zum Verweilen einlädt, eine Beschäftigung. Dazu gehören auch verschiedene Gastronomie-Projekte in Aachen und Umgebung, in denen Menschen mit und ohne Behinderung ganz selbstverständlich zusammenarbeiten.

Oberbürgermeister Marcel Philipp wünschte dem „wunderbaren Ort mit Charakter, in dem das pralle Leben in all seinen Facetten durchkommt“, für die Zukunft weiterhin Ausdauer und viel Freude.

NRW-Umweltminister Johannes Remmel und Sozialdezernentin des Landschaftsverbands Rheinland, Martina Hoffmann-Badache, gehörten ebenfalls zu den geladenen Gästen, die VIA im Handeln bestärkten.

Poquett fügte lächelnd hinzu: „Wir arbeiten hier auf einem besonders schönen Stück Aachener Erde, mit tollen und engagierten Menschen und das wird auch in Zukunft so weitergehen.“ Sicherlich werden auch noch mal stürmige Zeiten die Mannschaft treffen, aber man kann sicher sein: Seine „Schiffsmannschaft“ wird auch diese gemeinsam durchstehen.

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