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„Zeelink“-Pipeline: Deutliche Kritik an OGE und Bezirksregierung

Von: Stephan Mohne
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Selten sprechen die Politiker aller Couleur im Stadtrat derart mit einer Stimme, wie sie es Mittwochabend in Bezug auf den Bau der Pipeline „Zeelink“ getan haben. Aus den Worten wurde mehr als deutliche: Der Essener Pipelinebauer OGE muss sich warm anziehen, wenn der die Leitung auf der „Vorzugstrasse“ im Aachener Süden mitten durch die Brander Naturschutzgebiete bauen will.

Es wurde ebenso deutlich, dass alle Parteien die Rolle der Bezirksregierung in diesem Zusammenhang als äußerst merkwürdig einschätzen. CDU-Ratsfrau Iris Lürken. Kommende Woche werde man in der Bezirksvertretung über das Thema „Reiten im Brander Wald“ beraten. Doch dem werde man eine Absage erteilen müssen. Denn die Belastung für das Naturschutzgebiet sei zu hoch.

Auf der anderen Seite komme der Pipelinebauer und wolle eine breite Trasse ebendort durch die Natur schlagen. Und das nun auch noch mit dem Plazet der Bezirksregierung, die diese Trasse im Raumordnungsverfahren als machbar eingestuft hatte. Im Gegensatz zu der von der Stadt ins Rennen geführte Alternative, die weitgehend an der Autobahn 44 entlang von Lichtenbusch über Brand nach Verlautenheide führt. Die war als technisch nicht machbar klassifiziert worden, obwohl man 2008, als RWE dort eine Leitung bauen wollte, zum umgekehrten Ergebnis gekommen war.

Als „Unverschämtheit“ bezeichnete denn auch SPD-Fraktionschef Michael Servos diese Entscheidung. Er sei froh, dass sich in Brand bereits eine breite Bürgerbewegung gegen die Pläne gegründet habe: „Man sollte hier zivilen Ungehorsam zeigen und alle demokratischen Möglichkeiten ausschöpfen.“ Auch Michael Rau von den Grünen zeigte absolutes Unverständnis über die Bezirksregierung, die sich sonst gerade die Beachtung des Natur- und Landschaftsschutzes auf die Fahnen schreibe. Die sei kritisch zu hinterfragen. OGE habe sich ohnehin durch das ständige Hin und Her bei den eigenen Aussagen „selbst disqualifiziert“. Auch Peter Blum von der FDP und Leo Deumens von der Linksfraktion übten deutliche Kritik an den Entwicklungen.

CDU-Fraktionschef Harald Baal bezeichnete OGE als „völlig unglaubwürdig“. Das habe der Informationsabend in Brand am Montag belegt. OGE hatte zunächst die Trasse an der Autobahn gar nicht in die Prüfung eingebracht und dies erst nach Intervention der Stadt getan. Am Montag hieß es nun, dies sei die „präferierte Trasse“, deren technische Machbarkeit man prüfe. Im Herbst hatte OGE gegenüber der AZ bekundet, genau das schon geprüft zu haben, wobei man zu einem negativen Ergebnis gekommen sei.

Die Stadt hat ein Pfund

Baal warnte das Unternehmen: „Wenn man meint, dass die Trasse durch die Naturschutzgebiete billiger ist, dann sollte man sich nicht täuschen.“ Und deutete mehr als deutlich an, dass hier „städtische Grundstücke betroffen sein könnten“. Was anschließend im nicht-öffentlichen Teil zur Sprache kam. Das so Baal, könnte durchaus die eine oder andere Verzögerung bedeuten. Durchaus ein Pfund, Denn eine haben die Pipelinebauer eben nicht: Zeit. Die Pipeline muss 2021 fertig sein, komme, was da wolle.

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