Zähes Ringen um jeden Monat Baustelle weniger

Von: Stefan Herrmann
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Nadelöhr Krugenofen: Seit Ende April verlegt die Stawag neue Versorgungsleitungen. Dann folgt die Stadt und modernisiert die Straße. Freie Fahrt ist daher erst wieder ab September 2015 zu erwarten. Foto: Jaspers

Aachen. Baustellen-Talk zwischen Bierdosen und Bionadeflaschen: An ungewöhnlicher Stelle, nämlich in der Getränkeabteilung des Rewe-Supermarktes am Krugenofen, debattierten Burtscheider Anwohner am Mittwoch mit Vertretern von Stawag und Stadt darüber, wie die Belastung durch die aufwendige Sanierung der Verkehrsader Krugenofen möglichst gering ausfallen kann.

Dabei ging es im Konsumtempel zwischenzeitlich zu wie auf dem Basar. Beinahe um jede Baustellen-Woche länger oder kürzer wurde gefeilscht. OB Marcel Philipp, Baudezernentin Gisela Nacken und Stawag-Vorstand Dr. Peter Asmuth bewiesen dabei beste Händler-Qualitäten: volles Verständnis für die Sorgen der Anwohner, aber knallhart in der Sache. Das bedeutet konkret: Erst Anfang September 2015 werden die letzten Bagger den Krugenofen voraussichtlich verlassen.

Bei dieser Hiobsbotschaft schweifte der Blick einiger Besucher gleich zum nahen Weinregal auf der Suche nach einem vollmundigen Beruhigungstropfen. Trotzdem, so bewerteten es alle Teilnehmer der Podiumsdiskussion, sei der ständige Dialog ein wichtiger Baustein, um die Lage am Burtscheider Nadelöhr so gut wie möglich abstimmen zu können. Seit Ende April buddelt die Stawag am Krugenofen, um den mehr als 100 Jahre alten Kanal zu sanieren. Bereits 2010/11 war der Energieversorger an selbiger Stelle unterwegs.

Das erneute Aufreißen der Straßendecke hatte für reichlich Unmut bei den Anwohnern gesorgt. Zwar lobte Gastgeber Josef Stenten in der von AZ-Redakteur Robert Esser moderierten Gesprächsrunde die generelle Informationspolitik der Stawag, Verständnis für die Länge der Baumaßnahme bringt er aber nicht auf – genauso wie 1200 weitere Anwohner, deren Unterschriften der Geschäftsmann an OB Philipp überreichte.

So wurden die alkoholischen Verlockungen links liegen gelassen und bei Wasser mit klarem Verstand Argumente ausgetauscht. Die Stawag, stellte deren Bauleiter Wolfgang Raabe dar, werde ihre Maßnahme im Mai 2015 fertigstellen. Doch schon jetzt staut sich wegen der Baustelle die Blechlawine in Burtscheid gerade zu den Stoßzeiten. Sehr zum Ärger der Anwohner und Einzelhändler. Eine lange Durststrecke droht.

Damit nicht genug: Nach der Stawag kommt die Stadt. Baudezernentin Gisela Nacken präsentierte den gut 80 Besuchern den groben Zeitplan für die Modernisierung der Straße. Anfang 2015 soll‘s losgehen – also noch während die Stawag am Werk ist. Im Juni werden die Bürger beteiligt, können die Baupläne einsehen und sollen ihre Vorschläge und Bedenken in Info-Veranstaltungen vorstellen können. Die Politik beschließt den endgültigen Entwurf dann im September. Bauende: September 2015.

„Schon jetzt haben wir allein am Krugenofen zwölf Leerstände im Handel“, beklagte Josef Stenten. Die Befürchtung, dass die Zahl in den kommenden 15 Monaten noch einmal in die Höhe schieße, halte er bei der Dauer der Baumaßnahme nicht für unbegründet. OB Philipp und Nacken sicherten zu, alle Mittel auszuschöpfen, um die Einschränkungen für Anwohner wie Autofahrer zu minimieren. Schon jetzt laufen die Arbeiten auch samstags, einem Schichtbetrieb in der Woche steht die Verwaltungsspitze jedoch kritisch gegenüber. „Eine Genehmigung hierfür durch den Regierungspräsidenten ist sehr unwahrscheinlich“, meinte Philipp.

Daran wird wohl auch die von den Krugenofen-Händlern ausgelobte Prämie im Falle eines schnelleren Bauendes nichts ändern. Ein paar konkrete Ansätze gab es dann aber noch: Die Verkehrskadetten sollen mit Unterstützung von Stadt und Händlern weiter punktuell eingesetzt werden. Und auch eine Optimierung und Synchronisierung sowohl der Baustellen- als auch der nahen Fußgängerampel stellte Gisela Nacken in Aussicht.

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