Yunus-Emre-Moschee: Vorplatz deutlich teurer

Von: Stephan Mohne
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Deutlich teurer: Die Fläche zwischen Yunus-Emre-Moschee soll zu einem Platz mit „hoher Aufenthaltsqualität“ werden. Da sie teils städtisch ist, wurde 2010 ein städtischer Anteil an den Kosten von 100.000 Euro vertraglich festgeschrieben. Jetzt klettert die Summe auf 173.000 Euro. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Fast sechs Jahre ist es her, dass der Startschuss für den Bau der Yunus-Emre-Moschee an der Stolberger Straße fiel. Äußerlich sstrahlt sie seit langem ganz in Weiß und sieht eigentlich ziemlich fertig aus. Von einem Eröffnungstermin allerdings war bislang noch nichts zu hören.

Stattdessen ist die Moschee aktuell Bestandteil politischer Beratungen in meheren Ratsausschüssen sowie in der Bezirksvertretung-Mitte. Das hat nicht zuletzt damit zu tun, dass der städtische Anteil an den Baukosten für den Vorplatz deutlich steigen soll oder muss.

„Außerplanmäßie Ausgaben“ nennt man so etwas. Und die liegen in diesem Fall immerhin bei rund 73.000 Euro. Um diese Summe soll der städtische Anteil klettern. Im städtebaulichen Vertrag mit den Bauherren aus dem Jahr 2010 war eigentlich eine Obergrenze von 100.000 Euro festgezurrt worden.

Das soll jetzt entsprechend angepasst werden. Es geht dabei in erster Linie um die Dreiecksfläche zwischen Stolberger Straße und Elsassstraße, die teils der Stadt und teils der türkischen Gemeinde gehört. Für letzteren Teil muss sie denn auch hinsichtlich der Baukosten selber aufkommen.

Die Stadt begründet die Steigerung mit einem deutlichen Plus bei den Ausbaukosten pro Quadratmeter für die vorgesehene – durchaus hochwertige – Bauweise. Diese habe der Kalkulation nach 2010 bei 120 Euro pro Quadretmeter gelegen, heute seien es 220. Beim Belag handele es sich um „hochwertiges Betonpflaster mit Granitvorsatz, das zum Befahren geeignet ist“, so die Verwaltung. Solches werde auch städtischerseits verwendet.

Befahrbar deswegen, weil an stark frequentierten Moscheetagen das Areal – Arbeistitel „Stolberger Platz“ – als Parkplatz dienen soll und deswegen befahrbar sein muss. Nehme man weniger aufwendiges Betonpflaster oder einen Plattenbelag, reduzierten sich die Kosten um 20.000 Euro, so die Stadt. Asphaltiert man das Ganze einfach – was laut Stadt „hier sicher nicht zur Disposition steht“ – käme man auf geschätzte 112.000 Euro.

Aber: „In Anbetracht des gesamtstädtischen Interesses an einer angemessenen Gestaltung des Platzes, der die Umgebung insgesamt aufwertet, ist eine zusätzliche Finanzierung aus städtischen Mitteln aus stadtgestalterischer Sicht gerechtfertigt“, heißt es seitens der Verwaltung.

In einem zweiten Schritt soll dann der Bereich der öffentlichen Verkehrsflächen verbessert werden. Der Gehweg soll in diesem Zusammenhang barrierefrei werden. Für diese Umbauten sind 96.000 Euro eingeplant. Hinzu kommen 84.000 Euro für 13 Baumfelder, die angelegt werden sollen, und 19.500 Euro für die Bäume.

Am Mittwochabend beriet bereits die Bezirksvertretung Mitte, die allerdings noch einige Fragen hatte. So dürfe die Fläche nicht zum Dauerparkplatz mutieren. Seitens der Verwaltung betonte Regina Poth, dies gelte nur für hohe muslimische Festtage. Bleibe die Frage, wer das kontrollieren soll, kam es aus Reihen der Politik, die zudem mit den hohen Mehrkosten haderte.

Auch die „Mischung“ zwischen öffentlich und privat beim Eigentum der Grundstücke wurde als problematisch gesehen. Die Ausführung wurde schließlich dennoch empfohlen. Darüber beraten nun noch der Planungs-, der Mobilitäts- und der Finanzausschuss, der die zusätzlichen 73.000 Euro locker machen muss.

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