„young-innohaartiv-cup“ lockt junge Friseure an

Von: Katharina Redanz
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Stränchen für Stränchen: Friseurin Jessica Delic behält auch unter Beobachtung der zahlreichen Besucher kühlen Kopf. Foto: Andreas Steindl

Aachen. „Es ist ganz schön aufregend und stressig hier“, sagt Jessica Deli, während sie wild mit Bürste, Haarspray und Haarspangen hantiert, „aber eigentlich macht es total Spaß, deswegen bin ich ja auch hier.“ Jessica ist Auszubildende zur Friseurin im zweiten Lehrjahr – jetzt hat sie am „young-innohaartiv-cup 2015“ im Friseurzentrum der Handwerkskammer Aachen teilgenommen.

Das ist ein Wettbewerb, organisiert von der Aachener Friseur-Innung, bei dem sich die Friseure der Zukunft außerhalb des normalen Ausbildungsbetriebes kreativ mit anderen Kollegen messen können.

Zum fünften Mal findet der „yi-Cup“ statt, sechs Prüfungen gibt es, dabei werden alle Bereiche abgedeckt: „Wir haben zum Beispiel Kosmetikwettbewerbe, für die zum Beispiel nach Vorbildern geschminkt werden muss, Schneiden und Stylen für Damen und Herren und auch Hochsteckfrisuren werden gemacht“, sagt Peter Hufschmidt, Mitorganisator des „yi-Cups“.

Die Aachenerin Jessica ist gerade dabei ihr Model, eine Freundin die sich „zum Glück bereit erklärt hat“, zu einem Blumenmädchen zu verwandeln: Für den Wettbewerb „Fantasy-Frisur“ toupiert und lockt sie die Haare ihrer Freundin, anschließend werden ein paar Blüten eingesteckt – und das alles in einer halben Stunde.

„Wenn die Zeit vorbei ist, ist auch wirklich Schluss, dann darf kein Haar mehr zurecht gezupft werden“, erklärt Hufschmidt, es sei nun einmal ein richtiger Wettbewerb. Knapp 80 Teilnehmer werden in den verschiedenen Kategorien von einer siebenköpfigen Jury bewertet. Den Wettbewerb zu organisieren sei ein enormer Aufwand, so Hufschmidt, aber „wir wollen den jungen Leuten solche Möglichkeiten bieten“. So könnten sie sich austesten in Bereichen, die sonst eher kurz kommen, sich mit anderen Auszubildenden messen und vor allem unter Zeitdruck und vor vielen Zuschauern arbeiten: „Das ist eine sehr gute Übung für die Zukunft“, sagt Hufschmidt. Und der Andrang gibt ihm Recht.

Die Auszubildenden kommen aus ganz Nordrhein-Westfalen, aus Belgien und aus den Niederlanden. „Mittlerweile sind wir einer der größten Wettbewerbe dieser Art“, sagt Hufschmidt, „und darauf sind wir auch ein bisschen stolz.“ Er hatte mit einem Kollegen vor sieben Jahren die Idee, einen solchen Wettbewerb ins Leben zu rufen.

Jury-Mitglied Kathy Elsen, Friseurin und Lehrerin aus Eupen, stimmt ihm zu: „Wenn ich könnte würde ich diese Veranstaltung zur Pflicht für die Lehrlinge machen“, sagt sie.“ Genauso wie sie sind auch die anderen Jury-Mitglieder nicht zum ersten Mal dabei. „Wir sind immer froh, wenn wir eingeladen werden“, sagt Luigi Spagnolo vom Friseur- und Kosmetikverband NRW, „durch die Jugendlichen kriegen wir viel Inspiration.“

Erst am Ende des Tages nach allen Wettbewerben gibt die Jury bekannt, wer in den jeweiligen Kategorien gewonnen hat. „Aber als Verlierer geht hier keiner nach Hause“, sagt Hufschmidt, „alle bekommen Urkunden und kleine Geschenke.“ Allein die Urkunden seien schon wertvoll, denn so könnten die Auszubildenden dem zukünftigen Arbeitgeber zeigen, dass sie engagiert sind. Jessica ist sich noch nicht sicher, ob sie mit ihrem Blumenmädchen heute vorne mit dabei ist – schließlich gibt es mit einer Schneekönigin und anderen, imposant aussehenden, Fantasiegestalten große Konkurrenz.

Es wäre aber auch nicht schlimm: Im letzten Jahr hat die 20-Jährige bereits den ersten Platz im Fantasy-Schminken gemacht, außerdem ist sie in den Wettbewerben Glamourschminken und Hochstecken auch noch im Rennen. Am liebsten hätte sie in allen Kategorien mitgemacht, aber das wäre dann doch etwas stressig geworden: „Man weiß ja eigentlich was man kann, aber hier zu stehen ist dann doch etwas anderen als im Salon“, gibt sie zu und lacht. Mehr Zeit zu reden hat sie nicht – mit der Bürste in der Hand ist sie auf dem Weg zu ihrem nächsten Modell.

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