Aachen - Yoga und positives Denken gegen Abistress

Yoga und positives Denken gegen Abistress

Von: Carolin Cremer-Kruff
Letzte Aktualisierung:
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Schulfach „Resilienztraining“: Schülerinnen und Lehrkräfte der Käthe-Kollwitz-Schule an der Bayernallee strahlen schon die entsprechende Gelassenheit aus. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Abiturstress? Lernfrust? Prüfungsangst? 16 Schüler des beruflichen Gymnasiums Erziehungswissenschaften und Gesundheit an der Käthe-Kollwitz-Schule (KKS) lassen sich von solchen Gefühlen nicht mehr übermannen. Seit Beginn des Schuljahres 2014/15 besuchen diese Schüler der Stufe Q1 das Wahlpflichtfach „Resilienztraining“.

Hinter dem sehr wissenschaftlich anmutenden Namen, mit dem in der Psychologie die psychische Widerstandsfähigkeit bezeichnet wird, verbirgt sich ein geballtes Kraftpaket für Körper und Seele. Das Training, welches auf zwei Unterrichtsstunden pro Woche ausgelegt ist, basiert auf den sieben Säulen Optimismus, Akzeptanz, Zielorientierung, Selbstwirksamkeit, Netzwerke, Verantwortung und Zukunftsplanung. Die Initialzündung für dieses Fach, welches an anderen Schulen unter dem Namen „Glück“ unterrichtet wird, hatte Lehrerin Elke Schleth-Tams gegeben. Der ausgebildeten Diplom-Sozialpädagogin und Erzieherin schwebte schon lange vor, dieses an der KKS zu etablieren. Mit ihrer Kollegin Romana Burggraf entwickelte sie schließlich ein entsprechendes Konzept.

Da passte es hervorragend, dass Burggraf neben ihrer Tätigkeit als Lehrerin auch ausgebildete Yogalehrerin ist. Denn diese Entspannungstechnik ist zusätzlich zu den theoretischen Grundlagen und anderen kreativen Aktivitäten wie Traumreisen, Mentaltraining, Theater spielen, singen und Meditation ein weiterer Baustein des schulinternen Lehrplans.

In erster Linie geht es um Prävention. „Die Jugendlichen lernen hier, wie sie psychisch gestärkt durchs Leben gehen und wie sie Herausforderungen bejahend annehmen können“, erklärt Schleth-Tams. Handlungsbedarf ist in ihren Augen notwendig: Denn immer mehr Kinder und Jugendliche leiden an psychischen Erkrankungen und Burnout nimmt in allen Gesellschaftsbereichen zu. „Wir möchten hingegen zeigen, dass man aus einer Krise auch Kraft schöpfen kann“, so Burggraf.

Bei den meisten Schülern war wohl Neugierde die treibende Kraft, dieses ungewöhnliche Fach als Alternative zu „Wirtschaft“ zu wählen. Auch Schulleiterin Monika Büth-Niehr ist sehr angetan von dem neuen Fach. Nicht nur weil Krisenbewältigung aktuell ein „ganz heißes Thema ist“, sondern auch weil mit dem Fach offensichtlich der Nerv der Schüler getroffen wurde: „Ich habe selten Schüler so positiv und begeistert über ein Schulfach reden hören wie beim Resilienztraining“, schmunzelt sie.

Insbesondere den Abwechslungsreichtum loben die Schüler, aber auch die alltagstauglichen Methoden, wie man mit negativen Gedanken und Stress umgeht, sowie die Möglichkeit zur Selbstreflexion. Denn eines hat die Klasse in den vergangenen Monaten gelernt: Bereits der Denkstil kann über Erfolg und Misserfolg entscheiden. „Im besten Fall nehmen die Schüler diese Erfahrungen aus dem Unterricht nicht nur in ihr privates Umfeld mit, sondern setzen sie auch in ihrem späteren Berufsleben ein“, erklärt Schleth-Tams.

Ihr Traum ist es, dass das Resilienztraining ebenfalls ein fester Bestandteil der Erzieherausbildung wird: „Wir müssen schon in den Kitas damit beginnen“. Das ist jedoch Zukunftsmusik. Zunächst geht es darum, das Fach, in dem ebenfalls Klausuren geschrieben werden, weiter an der KKS zu etablieren. Denn das Interesse ist groß. Das letzte Wort hat allerdings das Lehrerkollegium wie Frank Röhlings, Abteilungsleiter des Beruflichen Gymnasiums Erziehungswissenschaften und Gesundheit verrät. Denn dort wird – ganz basisdemokratisch – darüber abgestimmt – ob das Resilienztraining auch im kommenden Schuljahr wieder angeboten wird.

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