Aachen - XXL-Möbelrücken: Drei von 430 Fahrgasthäuschen stehen

XXL-Möbelrücken: Drei von 430 Fahrgasthäuschen stehen

Von: Stefan Herrmann
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Noch einmal „feucht durchwischen“, dann ist es fertig: Als erster neuer Fahrgastunterstand ist das Bushäuschen an der Josefskirche gestern offiziell in Betrieb genommen worden. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Nun werden Wartehäuschen im Volksmund gemeinhin Wartehäuschen genannt, da man dort – geschützt vor Wind und Wetter – eben genau das tun kann: warten. Zum Beispiel auf den Bus. In Aachen hat der Begriff in diesen Wochen eine zweite Bedeutung erhalten: Denn Kunden der Aseag müssen mitunter Tage, teilweise aber auch Wochen darauf warten, bis wieder ein Häuschen an der Haltestelle steht.

Das liegt daran, dass aktuell 432 Fahrgastunterstände in Aachen ausgetauscht werden müssen – logistisch eine riesige Herausforderung sowohl für die Stadt als auch für die beteiligten Unternehmen. Am Donnerstag wurde am stadtauswärts gelegenen Haltepunkt Josefskirche/Justizzentrum an der Stolberger Straße eines der ersten neuen Wartehäuschen fertiggestellt.

Seit Beginn des Jahres läuft die gigantische Umrüstung des Stadtmobiliars. Nachdem der Vertrag der Stadt mit dem bisherigen Partner JCDecaux zum 31. Dezember 2015 geendet ist, übernimmt nun das niederländische Unternehmen Reclamebureau Limburg (RBL) neben den Fahrgastunterständen auch rund 120 Reklamevitrinen und sechs WC-Häuschen in Aachen. Die beiden RBL-Geschäftsführer und Brüder Jerry und Marco Ramaekers überzeugten sich am Donnerstag selbst davon, dass in Sachen Umrüstung alles wie am Schnürchen läuft. „Bis Ende März wollen wir fertig sein“, hofft Marco Ramaekers. Ob das klappt, hänge nun auch davon ab, wie heftig der Winter in den kommenden Wochen doch noch in Aachen zuschlägt.

Und da kommt der wartende Buskunde wieder ins Spiel: Der muss sich nämlich darauf einstellen, dass er an „seiner“ Haltestelle mindestens für drei, vier Tage an den stark frequentierten Standorten wie nun an St. Josef ohne Unterstand auskommen muss.

In den Außenbezirken könne die Zeit ohne Bushäuschen mitunter bis zu vier Wochen betragen, bestätigte Rolf Frankenberger, Leiter der Abteilung strategisches Immobilienmanagement der Stadt. Das liege vor allem daran, dass JCDecaux den Abbau der alten Unterstände deutlich zügiger vorantreiben würde, als der anschließende Aufbau der neuen Wartehäuschen durch das RLB möglich sei. „Wir arbeiten aber stetig daran, die Zeit ohne Unterstand vor Ort so gering wie möglich zu halten“, so Frankenberger weiter. Beschwerden von Kunden, die sich darüber ärgern, dass sie einige Zeit sprichwörtlich im Regen stehen, habe es unterdessen so gut wie keine gegeben, betonte Hermann Paetz, Centerleiter Verkehr bei der Aseag.

Neben dem Unterstand an der Kirche St. Josef sind am Donnerstag auch die neuen Wartehäuschen am Eurogress (Monheimsallee) und am Hohenzollernplatz aufgebaut worden.

Verantwortlich für die konkrete Umrüstung in Aachen zeichnet die neu gegründete RBL Media GmbH, die ab Mitte Februar dann auch dafür zuständig ist, die Vitrinen mit kommerzieller Werbung zu bestücken. Denn noch stecken Plakate des eigenen Unternehmens hinter den Glasscheiben.

Der Stadt entstehen durch die Umrüstung übrigens keine direkten Kosten: Den Abbau der alten Häuschen übernimmt, so ist es vertraglich geregelt, der bisherige und langjährige Partner JCDecaux, die Installation der neuen Unterstände inklusive der Pflasterarbeiten bezahlt der neue Konzessionär Reclamebuero Limburg. Nachdem die ersten stehen, sollen nun etwa zehn Wartehäuschen pro Tag aufgebaut werden.

Und die neuen Häuschen? Die geben deutlich mehr her als die alten, findet Paetz.

Das liege nicht nur am moderneren Look mit Silhouetten berühmter Stadtbauten auf den Glasscheiben, sondern auch ganz praktischen Änderungen: So ist die Sitzbank bei den neuen Wartehäuschen anders als bei den Vorgängermodellen nicht mehr direkt unter der Infovitrine mit den Fahrplänen platziert, sondern mittig daneben. „Der einzige Kritikpunkt: Die neuen Häuschen sind nicht beheizt“, meinte Paetz mit einem Augenzwinkern.

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