Aachen - Wunderkammern und die Möbel der Zukunft

Wunderkammern und die Möbel der Zukunft

Von: Max Stollenwerk
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Max Niehaus zeigt seine „Wunderkammer“: Im Suermondt-Ludwig-Museum sind ab Mittwoch futuristische Werke von Studenten zu sehen. Foto: Michael Jaspers
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Charlotte Kortmann zeigt ihre „Wunderkammer“: Im Suermondt-Ludwig-Museum sind ab Mittwoch futuristische Werke von Studenten zu sehen. Foto: Michael Jaspers
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Auch Patrick Jantos, Katharina Alicia Engels, RWTH-Professor Michael Schulze, Anna Rudovich, Michael Rief, stellvertretender Leiter des Museums, und die Kuratorin Wibke Birth (von links) gaben am Montag schon einmal einen kleinen Einblick in die Ausstellung. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Stolz präsentiert Anna Rudovich ihr selbst konstruiertes, mehrstöckiges Regal. Es wirkt futuristisch. Werden so die Möbel der Zukunft aussehen? Wer weiß. Jedenfalls ist das Regal eines der Vorzeigeexemplare der Ausstellung „BEWundern“ , die ab dem morgigen Mittwoch im Suermondt-Ludwig-Museum zu sehen sind.

„Es ist eine gute Möglichkeit, die Wissenschaft und die Kunst, die mehr und mehr ihre eigenen Wege gehen, wieder ein wenig zusammenzuführen“, formulierte Professor Michael Schulze von der RWTH Aachen die Intention seines Seminars, in dem Studierende der Fakultät für Architektur die Aufgabe hatten, Entwürfe im Kunst- und Wunderkammer-Prinzip zu fertigen. „Ich danke dem Museum für die Offenheit und die positive Reaktion auf das Projekt“, so Schulze, der an der RWTH den Lehrstuhl für Plastik im Fachbereich Architektur leitet.

Die rund 40 Teilnehmer des Seminars entwickelten Modelle moderner Steck- und Regalsysteme, die zukünftige Formen der Raumgestaltung und der Raumwahrmehmung darstellen sollten. „Das Wunderkammer-Prinzip ist ein Anfangsphänomen der Wissenschaft, bei dem ursprünglich verschiedenste Dinge spielerisch gesammelt wurden und aus dem sich der Wissenschaftsbegriff maßgeblich entwickelt hat“, erklärte Schulze die Grundlage des Seminars, das in dieser Form zum ersten Mal an der Hochschule angeboten wurde.

Die 13 gelungensten Entwürfe sind ab morgen ausgestellt und bieten Kunstliebhabern die Möglichkeit, eben futuristische Regale zu bewundern und in die Welt der Wunderkammern einzutauchen. Sechs Wochen Zeit hatten die angehenden Architekten, um ihre Werke anzufertigen, bei denen „der Fantasie keine Grenzen gesetzt waren“, wie Michael Schulze betonte. Bei diesen „postfaktischen“ Werken, wie er sie bezeichnete, sei es sogar hilfreich, „irrational, spielerisch, fantasievoll und auch etwas verrückt“ zu denken. Die Studenten hätten sich von Anfang an sehr gut mit dem Projekt identifiziert und die Idee schnell umgesetzt.

Michael Rief, der stellvertretende Leiter des Suermondt-Ludwig-Museums, war ebenfalls positiv angetan von den „frischen Ideen, die die jungen Architekten mitbringen“. Er arbeite gerne mit den Aachener Hochschulen zusammen, was einige gemeinsame Projekte in der Vergangenheit bereits gezeigt hätten. Er sei „erfreut über dieses wunderbare Zusammentreffen von Kunst und Wissenschaft“. Er lobte das Engagement der Studenten und versicherte, dass solche Projekte auch in Zukunft „immer wieder gerne gesehen und herzlich willkommen sind“.

Bevor fünf Studenten anschließend ihre Werke vorstellten, richtete Wibke Birth, die Kuratorin der Ausstellung, ihren Dank an die Studenten. Sie versicherte, dass die Werke „dem Museum einen modernen Anklang geben“ und einen „spannenden Blick in die Zukunft ermöglichen“.

Die Studenten, von denen einige bereits vor der offiziellen Eröffnung der Ausstellung ein paar erklärende Worte zu ihren Ausstellungsstücken sagten, zeigten sich rundum positiv angetan von dem Thema. „Ich bin selbst sehr oft in Museen und fand die Idee der Wunderkammern sehr spannend“, verriet Anna Rudovich, die Architektur im ersten Mastersemester studiert.

Zu diesen gehört auch Charlotte Kortmann, die es besonders faszinierend findet, „in die Welt der Wunderkammern einzutauchen, die ein Erlebnis für den Besucher sind“.

Nach der Eröffnung der Ausstellung am morgigen Mittwoch um 18.30 Uhr wird Dr. Stefan Laube von der Humboldt-Universität in Berlin um 19.30 Uhr, passend zum Thema der Ausstellung noch einen Vortrag über Kunstkammern und moderne Kunst halten.

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