Wunderbare Klänge zum runden Geburtstag von Unicef

Von: Eva Onkels
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Wunderschöne Klänge: In der Citykirche gaben Studierende der Musikhochschule - hier Scarlett Pulwey (Sopran), begleitet von Professor Herbert Goertz am Flügel - ein Konzert zum 60-jährigen Bestehen der Aachener Unicef-Gruppe. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Nach wie vor bewegt das Thema Flüchtlinge Deutschland. Dabei geht es in vielen Diskussionen weniger um das Schicksal der Flüchtlinge, als um falsche Kriminalitätsstatistiken und Möglichkeiten, entweder Menschen von den deutschen und europäischen Grenzen fernzuhalten oder Staaten wie Afghanistan als „sicher“ zu deklarieren.

Hilfe für die betroffenen Menschen steht in vielen Debatten weniger weit oben auf der Liste. Daher sind Institutionen wie Unicef, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UN), um so wichtiger.

Unicef hat einen besonderen Status, denn es ist die einzige Organisation der UN, bei der jeder Bürger ehrenamtlich mithelfen kann. So ist es auch bei der Unicef-Gruppe Aachen, die bereits seit 60 Jahren tätig ist. Anlässlich dieses runden Geburtstags gab es jetzt in der Citykirche St. Nikolaus ein Benefizkonzert mit Studierenden der Musikhochschule. Es war ein ruhiges, atmosphärisch dichtes Konzert. Mit der Arie für Sopran „Ich will dir mein Herze schenken“ aus der Matthäus-Passion von Johann Sebastian Bach, gesungen von Scarlett Pulwey, wurde das Konzert eröffnet.

Sylvia Engels, Pfarrerin im pastoralen Team der ökumenischen Cityseelsorge, wies mit ergreifenden Worten auf die großen Kunstwerke des südafrikanischen Künstlers Bruce Clarke hin, die anlässlich des Konzertes noch hängen gelassen worden waren. Im Anschluss konnte das Publikum erneut der glasklaren Stimme von Pulwey lauschen, die mittlerweile im fünften Semester an der Hochschule studiert. Mit „Süße Stille, sanfte Quelle“ von Georg Friedrich Händel überzeugte auch Daniella Sarabia, Tochter einer ungarischen Mutter und eines mexikanischen Vaters. Herbert Görtz betonte, dass die Internationalität der Hochschule eines ihrer wesentlichen Merkmale sei – auch deshalb arbeite man seit Jahren gerne mit Unicef zusammen.

Musikalisch ungewöhnlich und selten zu hören ist Camille Saint-Saens „Sonate für Fagott und Klavier“. Sofia Bartolini überzeugte an dem Holzblasinstrument, das seine vielen Facetten, von samtweichen, tieftraurigen Passagen bis hin zu komplizierten Tonläufen und -folgen, präsentieren konnte. Im Auge halten sollte man in den kommenden Jahren auf jeden Fall den Koreaner Donghyun Lee. Erst seit zwei Wochen studiert der junge Mann in Aachen und zeigte mit dem „Lied an den Abendstern“ aus Wagners Oper „Tannhäuser“ ein wirklich beeindruckendes Gesangstalent. Nicht nur Görtz dürfte auf weitere Auftritte des jungen Mannes gespannt sein.

Joseph Haydn, der gleich zweimal seinen Platz im Programm fand, gilt als einer der großen Erneuerer der Musikgeschichte. Er entwickelte nicht nur maßgeblich die Sinfonie, sondern auch das Streichquartett. Das Blossom-Quartett, mittlerweile in einer Neubesetzung, ist Menschen, die häufiger mit der Musikhochschule zu tun haben, schon ein Begriff. Auf hohem technischen Niveau und mit viel Freude an ihren Instrumenten verzauberten die vier ebenfalls koreanischen Musiker und Musikerinnen das Publikum mit Haydns wunderschönem „Streichquartett Nr. 78, B-dur, op. 76“, auch bekannt unter dem Titel „The sunrise“.

Nach einem so wunderschönen Konzert dürfte der Griff ins Portemonnaie nicht schwer gefallen sein.

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