Aachen - Wow! Ein Ami erobert Aachen im Sturm

Wow! Ein Ami erobert Aachen im Sturm

Von: Stefan Herrmann
Letzte Aktualisierung:
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Große Emotionen und Spitzensport beim 10. NetAachen Domspringen: 5000 Fans bejubelten auf dem Katschhof den Sieg des US-Amerikaners Mark Hollis und den Abschied von Rens Blom.
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Handfeste Glückwünsche bekam Mark Hollis (links) von Björn Otto.
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Rens Blom erhielt vom Hauptsponsor als Erinnerung eine bronzefarbene Karlsfigur.

Aachen. Kurz nach 20 Uhr hatte Rens Blom seine Sprache wiedergefunden. „Dieser Wettkampf war es wert“, sagte der 37-jährige Niederländer eine Stunde nach dem letzten Sprung seiner Karriere.

Der Abschied in Aachen war für den Vorbildathleten und Stabhochsprung-Weltmeister von 2005 ein Herzenswunsch. Und das Publikum würdigte Bloms letzten Kraftakt auf dem Katschhof mit donnerndem Applaus. 19.04 Uhr zeigte die Uhr an, als der Sportler vor 5000 Zuschauern ein letztes Mal über den Springer-Laufsteg sprintete. Doch 5,10 Meter waren an diesem Abend zu hoch für Blom, der mit einer Wadenverletzung an den Start ging. „Mein Arzt hatte mir abgeraten, in Aachen zu springen“, verriet er später. Doch dieses eine Mal biss er noch auf die Zähne. Mit Tränen in den Augen und in den Himmel gereckter Faust bedankte er sich anschließend beim Publikum für die Unterstützung. Und das feierte ihn frenetisch. Worte fand er in diesem Moment nicht. Die brauchte es aber auch nicht beim wohl emotionalsten Moment in der Geschichte des Domspringens.

Was für eine Party! Die zehnte Auflage des Stabhochsprung-Events hätte kaum spannender sein können. Und mit dem Amerikaner Mark Hollis ist ein bisher noch nie in Aachen angetretener Athlet direkt in die Herzen der Zuschauer gesprungen. Mit einer Weltklassehöhe von 5,80 Meter stand er kurz nach 21 Uhr als Sieger des 10. NetAachen Domspringens fest (siehe Bericht im Sportteil). Der Katschhof bebte und feierte seinen neuen Helden.

Das internationalste Feld (neben Blom und Hollis zwei Chinesen, zwei Polen, ein Brasilianer), das das Domspringen bisher zu bieten hatte, begeisterte die Fans auf dem proppenvollen Katschhof von Beginn an. Die Stimmung war also prächtig. Für Moderator Robert Moonen nicht überraschend: „Dieser Platz ist schöner als ganz Kölle zusammen!“, stellte er direkt einmal klar, welche Domstadt (zumindest in Sachen Stabhochsprung) die Nase vorn hat.

Und wer wie das Domspringen einen runden Geburtstag feiert, der lädt vor allem gute Freunde ein. Auf dieser Liste durfte der Rekordsieger und Publikumsliebling in Aachen, Björn Otto, selbstverständlich nicht fehlen. Verletzungsbedingt konnte Otto in diesem Jahr den Karbonstab zwar nicht in die Hände nehmen, aber der Besuch in der Kaiserstadt war für ihn Ehrensache. „Natürlich stehe ich hier mit einem weinenden Auge, da ich gerne gesprungen wäre, aber auch mit einem lachenden Auge, weil ich nun die ganze Atmosphäre einmal entspannt genießen kann“, so Otto. Wenn er nicht seinen deutschen Stabhochsprung-Kollegen mit Rat und Tat zur Seite stand, schrieb er – ebenso wie die aktiven Athleten – fleißig Autogramme und staunte auch neben dem „Laufsteg“ über die unvergleichliche, magische Stimmung im Hexenkessel Katschhof.

Und Rens Blom? Er avancierte zum absoluten Liebling der Massen. Jeder Athlet läuft in Aachen mit einem eigenen Song auf. Bloms Wahl fiel auf „Alaaf der Öcher Schäng“ von den 4 Amigos. Ein Volltreffer! Die Hommage des Sittarders an das Aachener Domspringen mit seinem einzigartigem Publikum kam an. Obendrauf gab‘s einen Kaiser als Präsent vom Hauptsponsor NetAachen. „Meine Familie und viele Freunde sind hier. Jetzt wird gefeiert“, beendete einer der großen Stabhochspringer der Welt seine Karriere auf einer Geburtstagsparty, die mit Geschenken nicht geizte: tolles Wetter, große Gefühle, sensationeller Sport und jede Menge Spaß.

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