Wohnungsnot: Container als Studentenbuden

Von: Laura Hentz
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Aachen. „Wohncontainer - das sind keine abgehalfterten ehemaligen Bauwagen.” Für die Hochschulbeauftragte der Stadt Aachen, Elke Ariëns, ist flexibles und bezahlbares Bauen in Form von Wohncontainern eine probate Lösungsmöglichkeit für die Wohnungsnot vieler Studenten.

Denn in einem Punkt waren sich am Dienstag im Wohnungs- und Liegenschaftsausschuss alle einig: Es muss schnell eine Lösung her.

Der Wegfall von Wehrpflicht und Zivildienst, ein doppelter Abiturjahrgang in NRW in 2013, und Teilnahme der FH Aachen am Hochschulausbauprogramm - schon im Wintersemester 2011/2012 hieß Aachen 2600 zusätzliche Studenten willkommen. Die Verwaltung rechnet mit 48.500 immatrikulierten Studenten in den Jahren 2014 und 2015.

Temporäre Lösungen gefragt

Danach wird die Welle an Studenten, die zur Zeit auf Aachen zurollt, aber wieder deutlich abflachen. Rund die Hälfte von ihnen wird für die Studienzeit hier eine Bleibe benötigen. Darum sind temporäre Lösungen gefragt: Von der Zwischennutzung von leer stehenden Gebäuden über Jugendherbergen und Kasernen der Bundeswehr - die Verwaltung hat jede Menge Möglichkeiten geprüft.

Man will die bisherigen Maßnahmen weiterlaufen lassen, auch wenn die Erfolge nicht unbedingt zu beziffern sind. Um für zukünftige Studierende aber eine spürbare Erleichterung auf dem Wohnungsmarkt zu erreichen, empfiehlt die Verwaltung, Containersiedlungen zu errichten. Das klingt für viele Ohren vielleicht erst mal nach Baustelle und unattraktiven Schandflecken in der Stadt.

Dabei handle es sich um moderne Wohnungen, deren (Container-)Fassade ein architektonischer Lichtblick sein könnte, versichert Ariëns und zeigt positive Beispiele aus München und die Niederlanden auf. Als mögliche Flächen nennt sie insbesondere das Campus-Gelände und die Brache Burggrafenstraße/Wiesental. Die Politik zeigte sich interessiert. Ausschussmitglied Martina Hörmann von den Grünen gibt zu bedenken: „Wenn wir das mit den Containern machen wollen, müssen wir schnell handeln. Aachen ist schließlich mit diesem Problem nicht alleine.”

Es sind jedoch nicht nur die Studenten und Studentinnen, die händeringend nach Unterkünften in Aachen suchen: Besonders für junge Familien und Menschen mit geringem Einkommen ist die Wohnungsnot in Aachen kein temporäres, sondern ein andauerndes Problem, dessen ist sich der Ausschuss bewusst. Es wurde darum einstimmig beschlossen, dass die Verwaltung ein Konzept für ein kommunales Wohnungsförderungsprogramm erarbeiten soll, das sich dieser Thematik noch intensiver widmet.
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