Aachen - Wohnen in Aachen wird erneut teurer

Wohnen in Aachen wird erneut teurer

Von: Matthias Hinrichs
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Sozialer Wohnungsbau und Neubauten wie auf unserem Bild in Driescher Hof bleiben zentrale Herausforderungen: Auch das geht aus dem neuen Mitspiegel für die kommenden zwei Jahre hervor. Foto: Manfred Kistermann

Aachen. Wohnraum ist und bleibt Mangelware auch und gerade in der Studentenstadt Aachen; gleichwohl steigen die Mieten 2015 und 2016 in der Regel eher moderat im Vergleich zu den vergangenen zwei Jahren – so zumindest die Einschätzung von Thomas Hundeshagen, Geschäftsführer des Haus- und Grundbesitzervereins Aachen.

Erstmals haben Mieterschutzverein und Haus- und Grundbesitzerverein den neuen Mietspiegel nicht nur in Kooperation mit dem städtischen Wohnungsamt, sondern auch mit der Initiative Aachen erarbeitet, um die Datenbasis zu verbessern.

Diesmal wurden im Rahmen einer Umfrage, an der sich jeder Wohnungsbesitzer beziehungsweise -eigentümer beteiligen konnte, laut Stadt rund 13.300 Angaben ausgewertet, das sind knapp 1200 mehr als 2013 bis 2014. Dabei werden die jeweiligen Objekte in sechs Altersklassen unterteilt (bis 1960, 1961 bis 1971, 1972 bis 1982, 1983 bis 1993, 1994 bis 2002, 2003 bis 2012) sowie Ausstattungsstandards und Wohnlage (einfache, mittlere, gute) berücksichtigt. Legt man sämtliche dieser Kategorien, für die sich realistische Aussagen machen lassen (das sind 14 von 18), so ergibt sich eine durchschnittliche Erhöhung um etwa 40 Cent pro Quadratmeter.

Bemerkenswert erscheint im Vergleich eine wesentlich breitere Kostenspanne im Segment der jüngsten Wohnungen (Baujahr 2003 bis 2012) in mittlerer Lage: Hier rangieren die Tarife zwischen 4,90 und 10,20 pro Quadratmeter (Vorjahr: 5,50 bis 8,30 Euro). Ansonsten klettern die Preise um 10 Cent bis 1,90 Euro pro Quadratmeter (letzteres im vergleichsweise kleinen Segment der jüngsten Wohnungen in mittlerer Lage).

Bild wird realistischer

„Allerdings können wir uns inzwischen generell ein wesentlich realistischeres Bild machen als in den vergangenen Jahren“, relativiert Hundeshagen. „Das liegt nicht nur an der breiteren statistischen Grundlage, sondern auch daran, dass die Vermieter die Daten mittlerweile meist per Internet übermitteln. Damit sind die Veränderungen aktueller, weil sie vielfach sofort und nicht mehr mit einem Vorlauf von bis zu zwölf Monaten mitgeteilt werden.“

So sei vordem vor allem beim Gros des Bestandes – nämlich zwischen 1961 und 1971 gebauten Objekten mit guter Ausstattung (komplette Sanitäreinrichtung und Heizung) – zuweilen der falsche Eindruck erweckt worden, dass die Tarife sogar gesunken seien. Je nach Lage liegen die Kaltmieten in diesem Segment künftig um bis zu 50 Cent pro Quadratmeter höher.

Dennoch kritisiert der Haus- und Grundbesitzerverein die sogenannte Kappungsgrenzenverordnung des Landes für die Stadt Aachen, derzufolge die laufenden Mieten innerhalb von drei Jahren um maximal 15 Prozent erhöht werden dürfen.

„Dieses Limit beruht auf der Annahme, dass die Wohnungsnot in Aachen besonders hoch sei. Das ist mit Blick auf die gesamtstädtische Situation aber nicht der Fall“, meint Hundeshagen. Während etwa im Frankenberger Viertel, dem Südviertel, Burtscheid und Teilen der City vielfach Höchstpreise gezahlt würden, lägen die Mieten in Randbereichen wie Orsbach oder Verlautenheide erheblich unter dem städtischen Schnitt. Auch die Zahl der Leerstände sei mit etwa drei bis vier Prozent „relativ gesund“ – meist handele es sich um kurze Phasen etwa wegen Sanierungen oder Mieterwechseln.

Gleichwohl habe sich auch bei den Hausbesitzern die Erkenntnis durchgesetzt, dass der soziale Wohnungsbau in den vergangenen Jahren massiv vernachlässigt worden sei, betont Hundeshagen: „Um einen funktionierenden Wohnungsmarkt zu gewährleisten, besteht hier in jedem Fall weiter Handlungsbedarf.“

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