Wohnen am Viadukt: Hochhaus geplant

Von: Oliver Schmetz
Letzte Aktualisierung:
13163206.jpg
Kriegen die Planer die Kurve? An der Kurbrunnenstraße will die Reaq Immobilien GmbH kurz vor der Bahnunterführung zur Normaluhr hin unter anderem ein zehngeschossiges Wohnhaus bauen. Doch die Verwaltung befürchtet, dass damit ein dreigleisiger Ausbau der Bahnstrecke behindert werden könnte. am Donnerstag berät die Politik im Planungsausschuss. Foto: Michael Jaspers
13163269.jpg
Kriegen die Planer die Kurve? An der Kurbrunnenstraße will die Reaq Immobilien GmbH kurz vor der Bahnunterführung zur Normaluhr hin unter anderem ein zehngeschossiges Wohnhaus bauen. Doch die Verwaltung befürchtet, dass damit ein dreigleisiger Ausbau der Bahnstrecke behindert werden könnte. Am Donnerstag berät die Politik im Planungsausschuss. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Dieser Ausblick dürfte spektakulär werden: Nach Süden blickt man dann nach Burtscheid hinab, nach Norden in den Aachener Talkessel hinunter, nach Osten aufs Frankenberger Viertel – wenn denn die jüngsten Pläne für ein Hochhaus in Aachen realisiert werden können.

Die Aachener Reaq Immobilien GmbH will das zehngeschossige Gebäude auf einem Grundstück an der Kurbrunnenstraße – kurz vor der Bahnunterführung zur Normaluhr hin – errichten. Doch bevor das Hochhaus in die Höhe wächst, soll in einem ersten Bauabschnitt eine gleich dahinter und ebenfalls am Viadukt liegende Baulücke zur Bachstraße hin mit einem fünfstöckigen Neubau geschlossen werden.

Geschaffen werden soll damit in erster Linie Wohnraum. Am morgigen Donnerstag werden diese Pläne der Politik im städtischen Planungsausschuss vorgestellt (17 Uhr, Verwaltungsgebäude Marschiertor).

Reaq-Geschäftsführer Ilker Simons spricht auf AZ-Anfrage davon, in den beiden Gebäuden rund 8000 Quadratmeter Wohnraum schaffen zu wollen. Das könnte bedeuten, dass am Tor zu Burtscheid etwa 100 neue Wohnungen, je nach Zuschnitt auch ein paar mehr oder weniger, entstehen würden. Im Hochhaus kann sich Simons auch eine gemischte Nutzung vorstellen, etwa mit Einzelhandel und Büroflächen im Erdgeschoss und in den unteren Etagen. „Da gibt es noch verschiedene Denkmodelle.“

Der Investor sieht das Projekt, mit dem der Aachener Architekt Gerhard Wittfeld betraut ist, auch als eine Art Lückenschließung zwischen den beliebten Wohnquartieren Frankenberger Viertel und Burtscheid. Man verzeichne beispielsweise eine vermehrte Nachfrage nach größeren Wohnungen von Familien, die im Frankenberger Viertel nichts fänden. Zugleich gebe es an dem Standort in Bahnhofsnähe aber auch eine Nachfrage nach kleineren Appartements. „Wir haben uns beim Wohnungsmix noch nicht endgültig festgelegt.“

Während Simons im Bahnlärm kein Problem sieht – entsprechende Untersuchungen inklusive Schallgutachten habe man bereits angestellt –, könnte die Nähe zum Viadukt gleichwohl problematisch werden. Denn in der schriftlichen Vorlage für die Politik betont die Verwaltung, dass die geplante Bebauung nicht so nahe an den Brückenbau heranrücken dürfe, dass dort künftig ein Gleisausbau unmöglich werde.

Zwar ist der dringend benötigte durchgehende Ausbau der Strecke zwischen Aachen und Köln vom Bundesverkehrsminister zuletzt vorerst aufs Abstellgleis geschoben worden, doch sind damit laut Verwaltung punktuelle Maßnahmen mittelfristig noch längst nicht vom Tisch – und dazu gehöre auch die Verbreiterung des Viadukts auf drei Gleise.

Man müsse also mit einem Bebauungsplan, so die Vorlage, sowohl diese Erweiterung ermöglichen als auch „in angepasster Art und Weise“ die planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine Bebauung sichern.

In der Bezirksvertretung Mitte ist die Politik dem bereits gefolgt und hat in ihrer Empfehlung an den Planungsausschuss die Berücksichtigung eines irgendwann einmal zu bauenden dritten Gleises explizit betont. Den Investor wiederum erfüllt diese, wie er sagt, neue Entwicklung dagegen mit Sorge. „Das dritte Gleis war in unseren bisherigen Gesprächen mit der Stadtverwaltung kein Thema“, sagt Simons. „Und das würde unser Projekt massiv beeinträchtigen.“

Ganz abgesehen davon, dass der Investor auch an der Sinnhaftigkeit der Viadukterweiterung zweifelt: „Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie man das denkmalgeschützte Bauwerk zu einem horrenden Preis baulich erweitern möchte. Solch einen Ausbau stelle ich mir eher auf dem platten Land vor.“

Leserkommentare

Leserkommentare (4)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert