Wohneinheiten für Flüchtlinge: Viele offene Fragen am Kronenberg

Von: Christiane Chmel
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Handlungsbedarf: Viele Bürger bekundeten bei der Infoveranstaltung, dass Flüchtlinge am Kronenberg willkommen sind. Aber es gab auch Kritik. Wann die Container kommen, ist noch nicht klar. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Die Diskussion über eine menschenwürdige Unterbringung von Flüchtlingen brennt Bürgern, Politikern und Behördenchefs auch und gerade im Grenzland weiter auf den Nägeln. Nachdem die Beschaffung sogenannter mobiler Wohneinheiten intensiv diskutiert wurden, stehen per Beschluss des Rates drei Standorte zur Aufstellung von Wohncontainern fest.

An der Adenauerallee, an der Laachgasse in Haaren und am Gemmenicher Weg/Kronenberg sollen in naher Zukunft Asylsuchende eine vorläufige Aufenthaltsmöglichkeit finden.

Gute Infrastruktur

Um die Bürgerinnen und Bürger am Kronenberg über die geplante Unterkunft zu informieren, luden Verwaltung und Politik zu einer Bürgerinformation ins Dietrich-Bonhoeffer-Haus ein. Am Kronenberg soll der Parkplatz gegenüber der Ulla-Klinger-Halle als Standort für mobile Wohneinheiten für insgesamt 80 Flüchtlinge genutzt werden.

Das gefällt durchaus nicht jedem im Stadtteil. Dennoch ließ die große Mehrheit der Zuhörer _ ebenso wie bei den vorangegangenen Info-Abenden in Richterich und Haaren – keine Zweifel daran, dass sie das Vorhaben im Grundsatz unterstützt.

Geplant ist ein dreigeschossiges Gebäude mit 50 Wohneinheiten. Kriterien für die Auswahl der Standorte waren vor allem die Nähe zu möglichen Einkaufsmöglichkeiten, Schulen und Kindergärten, um den Flüchtlingen einen möglichst normalen Lebensalltag bieten zu können, unterstrichen die Verantwortlichen bei der Diskussion.

Rund 250 Bürger nahmen an der Informationsveranstaltung teil, in deren Rahmen Vertreter der Verwaltung auch über die aktuelle Situation „vor Ort“ informierten. Sozialamtsleiter Heinrich Emonts ließ keine Zweifel daran aufkommen, dass der stetige Anstieg der Zahl von Neuankömmlingen die Nutzung von mobilen Einheiten erforderlich mache.

Insgesamt 1078 Menschen werden aktuell durch die Stadt Aachen betreut. Langfristig soll für alle Schutzsuchenden adäquater Wohnraum im Stadtgebiet geschaffen werden, indem zum Beispiel städtische Bestandsgebäude genutzt oder bisher gewerblich genutzte Gebäude umgewandelt werden.

Weiterer Termin geplant

Die Bewohner des Kronenbergs unterstützten die Planungen vom Grundsatz her mit überwiegender Mehrheit. Einzelne Anwohner, die sich über die Aussicht aus ihren Fenstern auf die mobilen Wohneinheiten oder den Wegfall der Parkplätze am Gemmenicher Weg beklagten, stießen mit ihrer Kritik bei der großen Mehrheit keineswegs auf Unterstützung.

Vielmehr wurde betont, dass das Viertel bereit sei, schutzsuchenden Menschen beizustehen und ihnen Aufenthaltsmöglichkeiten zu bieten. Das unterstrichen auch Christian Krenkel, Bezirksbürgermeister in Laurensberg, und die Ratsfrauen Sibylle Reuß und Claudia Plum. Viele Bürger bekundeten zudem, dass sie aktive Beiträge zur Hilfe leisten möchten.

Wann das Projekt konkret umgesetzt wird, blieb derweil offen: Sobald feststeht, wann die mobilen Wohneinheiten aufgestellt werden sollen, soll es eine weitere Bürgerinformation am Kronenberg geben.

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