Wohlfühl-Flair voller Ideen in St. Elisabeth

Von: Katharina Menne
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Die Würfel sind gefallen: Die besten fünf Entwürfe für das „Hotel Total“ im Gotteshaus wurden jetzt gekürt. In zehn Projektgruppen haben die FH-Studierenden witzige und vielfältige Ideen umgesetzt. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Einmal in einem großen Zelt im Hotel übernachten, unter einem überdimensionierten Blatt schlafen oder in einem spannenden Ambiente aus Licht und Schatten nächtigen? Wer davon träumt, ist im Sommer im „Hotel Total“ gut aufgehoben.

In einem dreimonatigen Pop-up-Betrieb wird die leerstehende Kirche St. Elisabeth zu einem kreativen Hotel umfunktioniert, das gemeinsam mit Flüchtlingen und Langzeitarbeitslosen aufgebaut und realisiert wird. Rund 60 Studierende des FH-Fachbereichs Gestaltung haben in zehn interdisziplinären Teams kreative „Raum-im-Raum-Module“ für das temporäre Hotelprojekt entworfen. Fünf der Entwürfe wurden jetzt für eine Umsetzung ausgewählt.

Jedes Team, bestehend aus Kommunikations-, Produkt- und Verpackungsdesignern, entwickelte zu einem selbst gewählten Thema ein Hotelzimmer-Konzept, ein zugehöriges Verpackungsdesign für Give-aways wie Shampoo, Streichhölzer oder Snacks sowie eine entsprechende Nachtlektüre.

Die Raummodule sollen würfelförmige Außenmaße von je vier Metern haben. Betreut wurden die Studierenden von Ilka Helmig, Professorin für Kommunikationsmedien, Karel Boonzaijer, Professor für Produktdesign, und Caroline Hofman, Lehrbeauftragte für Verpackungsdesign. Außerdem standen ihnen Mitarbeiter des Architekturbüros „archigraphus“ und der Arbeitsmarktfördergesellschaft „low-tec“ sowie die Projektleiterinnen Patricia Yasmine Graf, Anke Didier und Julia Claire Graf zur Seite.

„Alle zehn Entwürfe sind super kreativ. Es fiel uns als Jury sehr schwer, uns für nur fünf zu entscheiden“, sagte Patricia Yasmine Graf. Entscheidend sei letztlich vor allem die Machbarkeit angesichts eines Budgets von 4000 Euro. Und schließlich würden alle Projekte während des Kurzbetriebs im Hotelfoyer ausgestellt.

Das Motto der Designerinnen Sheryl Ludwig, Linda Blicker, Valentina Gross, Lara Roesch und Charlotte Leah Johnson aus dem Team „Baumhaus“ ist: „Man erlebt nicht das, was man erlebt, sondern wie man es erlebt.“ In ihrem Raum soll der Gast sich fühlen wie ein Insekt – geborgen in einer ruhigen, modernen und an die Natur angelehnten Atmosphäre.

Der Schrank fügt sich ein in ein überdimensioniertes Blatt, das den Raum überspannt. Besonders beeindruckend ist die Nachtlektüre. Durch Überlagerungen von gezeichneten Insekten entstehen neue Kreaturen, die das Buch mit Gedichten, Kurzgeschichten und Zitaten zum Thema Natur illustrieren.

Bei der Gruppe „Alles Gute kommt von oben“ werden alle Möbel an der Decke aufgehängt. Der wichtigste Faktor für Carolle Bellenger, Catherine Hoffmann, Bénédicte Bréard, Neyra Guzmán, Valerie Kemper und Jana Pahlkötter ist der Spieltrieb: Alles kann nach Lust und Laune frei umgestaltet werden.

Hinter dem Konzept „Raum hoch zwei“ stecken fünf konstruktiv denkende Köpfe. „In unserem Entwurf geht es darum, dass Räume immer in einem Verhältnis zueinander stehen. Das Raummodul steht in der Kirche, die Kirche steht in Aachen, und Aachen ist eine Stadt in Deutschland“, so erklärt es Constantin Pannwitz, einer der Beteiligten. Mit Marius Döhring, Vladislav Salnikov, Aaron Berbuer und Sören Intemann hat er sich ein sehr kubistisches Konzept überlegt. Alles lässt sich zu Würfeln zusammenbauen.

Auch bei „Outdoor-Inn“ dominiert ein Raum im Raum – besser gesagt ein Zelt. „Wenn man die Tür öffnet, soll ein Wow-Effekt entstehen. Das Konzept vermittelt ein Gefühl von Weite und Freiheit“, so Jamila Bräunlich. Vor dem Zelt soll Rollrasen liegen, ein Camping-Stuhl soll Reisegefühl erzeugen.

Passend dazu hat die Gruppe, zu der auch Marie Arenz, Edgar Hubert, Friederike Büschges und Bella-Marie Tüshaus gehören, einen Reiseführer mitsamt Spiel gestaltet. Die Nachtlektüre besteht aus Reiseberichten und Outdoor-Geschichten. Es gibt Trinkpäckchen, Kaugummis und anderes, was man draußen gut gebrauchen kann.

Bei „Film Noir“ dreht sich alles um das Zusammenspiel von Licht und Schatten. „Tauche in die düstere Welt der 40er Jahre ein und erlebe Film Noir modern interpretiert. Finde dich selbst in der Hauptfigur eines Dramas wieder“, heißt es in der Beschreibung von Hannah Möllenbrink, Olga Veveriza, Sonia Schwarz und Alexandra Legrand.

Erreicht wird die besondere Lichtsituation durch einen Projektor, in den der Gast Dias stecken kann, die dann für eine ganz eigene Beleuchtung sorgen. Nachtlektüre ist ein neu interpretiertes Drehbuch eines Schwarz-Weiß-Films. Als Give-aways gibt es Whiskey und Zigarren.

„Alle zehn Entwürfe haben großes Potenzial“, bestätigte Ilka Helmig. Aber es könnten eben nur fünf Konzepte realisiert werden. Und damit keiner enttäuscht ist, vergibt Patricia Yasmine Graf noch einen besonderen Trostpreis an alle Beteiligten: eine FH-Pyjamaparty im „Hotel Total“.

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