Wo schlug die Räuberbande noch zu?

Von: Stephan Mohne
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Nach dem Raub auf eine Pax-Bank: Die Polizei untersucht in Aachen, aber auch bundesweit Parallelen zu weiteren Überfällen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die Frau ist deutlich kleiner als die meisten ihrer Komplizen, so in etwa 1,65 Meter groß. Sie trägt eine Perücke, blond oder dunkelblond. Und dazu eine große Sonnenbrille. Sie ist 30 bis 35 Jahre alt und spricht akzentfrei Hochdeutsch. Sie tritt energisch auf – und ist offenbar die Anführerin der Gangster.

Eine Beschreibung, die es in Aachen schon mindestens drei Mal gab, wenn es um Banküberfälle ging.

Am 3. Juli 2012 war das so, als die Aachener Bank an der Sandkaulstraße ausgeraubt wurde. Fast genau ein Jahr später – am 8. Juli 2013 – war das wieder so, als ebenfalls eine Filiale der Aachener Bank an der Jakobstraße Ziel eines Überfalls war. Und es war nach AZ-Informationen offenbar auch am Mittwoch so, als die Pax-Bank am Löhergraben ausgeraubt wurde – wenngleich Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag in dieser Hinsicht eine Art Informationssperre verhängten, „um mögliche Fahndungserfolge nicht zu gefährden“.

Es gibt jedoch noch weitere auffällige Parallelen. Die Frau hat immer mehrere Komplizen um sich herum – nur die Anzahl variiert. Mal waren es zwei, mal drei und aktuell bis zu fünf. Auch die Vorgehensweise ist zumindest bei den beiden jüngsten Banküberfällen nahezu identisch gewesen. Sowohl 2013 wie auch am Mittwoch lauerte die Bande den Bankangestellten schon vor Dienstbeginn auf. An der Jakobstraße wurden zwei Angestellte abgefangen und dann gezwungen, das Geld herauszurücken. Am Mittwoch war die Dimension ein ganzes Stück größer, als die Bankräuber sich Zugang zu den Räumen verschafften, dort warteten und schließlich 16 Angestellte in ihre Gewalt brachten, bevor sie mit reichlich Beute aus dem Tresor fliehen konnten. Nur 2012 war es anders, als die Täter um 12.30 Uhr gekommen waren und die Angestellten in einen Nebenraum sperrten.

Auffällig ist auch: Die beiden letzten Tatorte liegen nur wenige hundert Meter auseinander. Alle drei Banken liegen zudem in der Innenstadt und im nahen Umkreis um den Aachener Markt herum, in dessen Richtung die Täter am Mittwoch geflüchtet waren, wie die Polizei mittels Spürhunden feststellen konnte, bevor sich die Spur am Markt verlor.

Eine Bankräuber-Bande unter dem Kommando einer Frau – das alleine ist schon so auffällig, dass die Polizei sich am Donnerstag nicht nur mit Hochdruck daran machte, die Videobilder der beschriebenen Banküberfälle zu vergleichen. Die Ermittler dehnten die behördenübergreifende Suche nach ähnlichen Fällen bundesweit aus. Und aus der Bevölkerung gingen zwölf Hinweise bei der Polizei ein. Darauf hatte die Polizei gehofft, schließlich herrschte zur Tatzeit gegen kurz nach 8 Uhr schon reger Berufsverkehr. Und auch schon vorher müssen die Täter angesichts ihres gezielten Vorgehens den Tatort ausbaldowert haben. Hinweise nimmt die Aachener Kriminalpolizei unter der Telefonnummer 0241/9577- 31301 entgegen.

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