Wo Pläne zerplatzen und ein Parkhaus zerbröckelt

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Ein Dauerbrenner: Das Parkhaus Büchel ist immer noch nicht verkauft. Wann etwas passiert, steht in den Sternen. Foto: Andreas Herrmann
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Bald soll es losgehen: Nach dem Verkauf des Projekts „Kronprinzenquartier“ an der Beverstraße wird derzeit umgeplant. Foto: Michael Jaspers
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Ein Renner: Die 56 Grundstücke am Alten Tivoli sind fast alle verkauft. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Manche Projekte entwickeln sich langsam, aber sicher, manche liegen monatelang brach, andernorts wiederum verkaufen sich die Baugrundstücke prächtig. Und dann gibt es noch die Vorhaben aus der Kategorie „unendliche Geschichten“ – und zu denen gehört im zweiten Teil der AZ-Serie „Bauen in Aachen“ zweifellos der:

Büchel

Die Planung: Geplant war anstelle des zentral gelegenen, aber völlig maroden Parkhauses schon vieles, doch war die Entwicklung des vielzitierten innerstädtischen Filetstücks bislang eine ausgesprochen zähe Materie. Alle Ideen – ob „Trendboxx“ oder „Bel Etage“ – platzten. Nur das Parkhaus blieb. Nun wollen die Aachener Investoren Norbert Hermanns uns Gerd Sauren auf dem Parkhaus-Grundstück und im benachbarten Nikolausviertel „ein Stück Stadtreparatur“ angehen. Die Rede ist von einem Mix aus Wohnen, Einzelhandel, Gastronomie und Kultur.

Der Stand der Dinge: „Mein Ziel: Das Parkhaus Büchel noch dieses Jahr abreißen“, sagte Oberbürgermeister Marcel Philipp kürzlich beim Neujahrsempfang. Nun ist das allerdings schon seit rund zehn Jahren beschlossene Sache, ohne dass es umgesetzt wurde. Und es ist auch schon fast ein Jahr her, dass die neuen Ideen für Büchel und Nikolausviertel mit allen Beteiligten im Rathaus vorgestellt wurden. Seitdem hat sich nach außen hin wenig getan. Das Parkhaus, das die Kölner Strabag einst zum Bau der „Bel Etage“ erworben hatte, ist immer noch nicht an Hermanns/Sauren verkauft, wie der Strabag-Verantwortliche Rainer Maria Schäfer bestätigt. Es hakt immer noch an Details. Und wann der städtebauliche Wettbewerb startet, der zwischenzeitlich wegen der städtischen Finanznot auf Eis gelegt war, ist auch unklar. Man sei noch „im Abstimmungsprozess mit den Eigentümern“, sagt Axel Costard vom städtischen Presseamt. „Wir hoffen, dass der Wettbewerb dieses Jahr stattfindet.“

Die Fertigstellung: Da noch nicht einmal feststeht, was fertiggestellt werden soll, ist diese Frage zurzeit müßig. Allerdings erscheint es nicht unwahrscheinlich, dass das Parkhaus auch beim nächsten Neujahrsempfang noch steht.

Quartier Nord

Die Planung: Auf dem rund 37.500 Quadratmeter großen Areal zwischen Prager Ring, Krefelder Straße und Gut-Dämme-Straße hat die Landmarken AG bereits das neue Jobcenter nd ein Geschäftshaus errichtet. In den kommenden Jahren sollen weitere Flächen für Büros, Handel und Gastronomie bebaut werden.

Der Stand der Dinge: Zurzeit werden die ersten Schritte zum Bau eines Parkhauses für bis zu 300 Pkw unternommen, das Ende April fertiggestellt werden soll. Im Endausbau sind bis zu 750 Parkplätze geplant.Ab September soll ein sogenanntes „Pick up“-Gebäude für Büros, Praxen und Gewerbe errichtet werden (Investition: rund 10 Millionen Euro). Der Bauantrag wird zurzeit bearbeitet. Bereits im Frühjahr soll ein rund 1700 Quadratmeter großes Möbelhaus eröffnet werden. Die Fertigstellung: Bis zum Abschluss des gesamten Projekt gehen laut Landmarken noch mehrere Jahre ins Land.

Campus Melaten

Die Planung: Rund 180.000 Quadratmeter Fläche nahe dem Klinikum im Hochschulbereich Hörn/Melaten entwickeln der BLB und die Campus GmbH. Es entstehen mehrere Forschungs-„Cluster“.

Der Stand der Dinge: Laut BLB ist derzeit ein Drittel aller Flächen vermarktet. Dort wird bereits gebaut oder der Baubeginn steht bevor. Weitere zehn Prozent seien in der Planung. Die Infrastruktur mit Straßen, Versorgungsleitungen und so weiter ist fertig.

Die Fertigstellung: Einen konkreten Termin, wann alle Flächen bebaut sein werden, gibt es naturgemäß nicht. Die Flächen werden sukzessive verkauft und bebaut. Davon dürfte auch abhängen, wann das Projekt Campus West am Westbahnhof durchstartet, das ähnlich groß angelegt ist.

Alter Tivoli

Die Planung: Nach dem Abriss des Fußballtempels hat die Stadt die Flächen erschlossen. Vorgesehen wurde ein Wohngebiet für Einfamilienhäuser sowie ein Gebäuderiegel entlang der Krefelder Straße für Handel, Büros und ein Hotel.

Der Stand der Dinge: Laut Stadt sind 49 von 56 Grundstücken verkauft. Gebaut werden Reihen-, Doppel- und Einzelhäuser. Der „Hit“-Markt mit Büros obendrüber ist eröffnet. Nebenan baut ein Investor das neue Gebäude für Saint-Gobain. Vakant war bisher das Grundstück für ein Hotel an der Ecke Merowingerstraße. Aber ein Käufer ist offenbar nun gefunden, der dort einen Mix aus Hotel und Wohnen bauen will. Den Bebauungsplan hat die Politik bereits geändert.

Die Fertigstellung: Da es sich um Einzelvorhaben handelt, gibt es keinen festen Termin.

Kronprinzenquartier

Die Planung: Auf dem Gelände des früheren Finanzamts an der Beverstraße wollten die Aachen/Würselener Quadflieg-Gruppe und die Kölner „GS Immobilien“ für rund 60 Millionen Euro 185 Wohnungen errichten – von kleinen Appartements bis hin zu 200-Quadratmeter-Luxuswohnungen. Doch das ambitionierte Projekt am Rande des Frankenberger Viertels, dessen erster Bauabschnitt in diesem Jahr fertig sein sollte, kam ins Stocken, weil die Vermarktung der (Eigentums-)Wohnungen nicht in Schwung kam. Ende 2014 wurde das Ganze an die Hamburger Prien-Gruppe verkauft.

Der Stand der Dinge: Das 12.000 Quadratmeter große Areal liegt derzeit wieder einmal brach – und dieser Zustand wird auch noch ein paar Monate andauern. Der neue Eigentümer will nach eigenem Bekunden im April/Mai einen geänderten Bauantrag einreichen. Geplant sind Änderungen an den Fassaden und am Zuschnitt der Wohnungen. Dies werde zurzeit mit dem Aachener Architekturbüro „kadawittfeld“ erarbeitet. 245 Wohneinheiten sollen nun entstehen, davon 35 öffentlich geförderte, und zwar „nur Mietwohnungsbau“, wie Prien-Geschäftsführer Jan Petersen betont.

Die Fertigstellung: Petersen hofft, „im Sommer beginnen zu können“. Mitte 2017 könnten die ersten Wohnungen fertig sein.

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